Vereinsgeschichte


Unsere Vorgänger:

1903 - 1945 (Cöthener FC Germania 03)

1945 - Mai 1949 (Köthen-Süd)

Mai 1949 - Juni 1949 (BSG KWU Köthen)

Juni 1949 - August 1950 (BSG Vorwärts Köthen)

August 1950 - Oktober 1951 (BSG Union Köthen)

Oktober 1951 - März 1952 (BSG Stahl Köthen)

März 1952 - 1990 (BSG Motor Köthen)

1990 - 1995 (KSV Germania 90)

1995 - 1997 (Cöthener FC Germania 03)

1997 - 2002 (HG 85 Köthen)

Februar 2002 - HEUTE (Cöthener FC Germania 03)


Vereinsgeschichte von 1903 bis 2009

40 Jahre nach der Gründung der ersten Fußballvereine in England und 30 Jahre nachdem die ersten Fußballvereine in Deutschland ins Leben gerufen worden waren, erfolgte am 23. September 1903 die Errichtung des Cöthener Fußballclubs Germania 03.

Nach der Gründung des Cöthener Fußballclubs 1902 am 28. Juni 1902 sowie den im Ballspielclub Cöthen organisierten Gymnasiasten des Ludwigsgymnasiums entstand mit dem CFC Germania 03 der dritte Verein in der Kreisstadt Köthen, in dem der Fußballsport wettkampfmäßig, d.h. nach Regularien bestritten wurde.

Zu den Gründern und ersten Mitgliedern gehörten u.a. Paul Herrmann, Otto Herrmann, Franz Herrmann, Willy Höhne, Rudolf Drange, Alfred Starke, Fritz Grabe, Max Ritter, Fritz Hohmann, Karl Schmidt und Hans Bethmann.

Die auf der Gründungsversammlung am 23. September 1903 Anwesenden wählten den ersten Vorstand des Vereins, der von da an durch die Herren Max Ritter, Paul Herrmann und Willy Höhne vertreten wurde.

Rot und Weiß waren und sind seit der Gründung die Vereinsfarben des CFC Germania 03.

Erste Vereinslokale waren "Wittens Restaurant" in der Wallstraße und das Restaurant in der Turnhalle am damaligen Viehmarktplatz. Als erster Spielplatz wurde gemeinsam mit dem CFC 1902 der für den Fußballsport gut geeignete Viehmarktplatz (auch später Turnhallenplatz und heutiges Gelände der Fachhochschule Anhalt) genutzt. Doch dieser Platz, der Eigentum der Stadt Köthen war, wurde nicht nur für das Fußballspielen genutzt, sondern auch zur Abhaltung von Viehmärkten und vor allem zur sportlichen Betätigung der großen Anhängerscharen der Köthener Turnvereine. Die besondere Bedeutung, den der Fußballsport - insbesondere die Gründung des CFC Germania 03 - zur damaligen Zeit hatte, soll folgende Pressemitteilung verdeutlichen:

Das "Cöthener Tageblatt" vom 27. Oktober 1903 veröffentlichte etwa vier Wochen nach der Gründung des Vereins folgenden Artikel:

" Um dem bekannten dringenden Bedürfnis abzuhelfen, hat sich hier unter dem Namen "Germania" noch ein neuer Fußballclub aufgetan. Mit einem Wettspiel gegen den Fußballclub des Ludwigsgymnasiums trat er gestern an die Öffentlichkeit; das Spiel endete 2:1 zu seinen Gunsten."

(Leider existiert keine Aufstellung der Gründermannschaft mehr.)

Es folgten in den Monaten November und Dezember 1903 weitere Spiele mit folgenden Resultaten:

18.11.1903  Viktoria Schönebeck - CFC Germania 03 12:0; 03. Dezember 1903 Wacker Halle II - CFC Germania 03 2:0; 19. Januar 1904 CFC Germania 03 - Viktoria Schönebeck 5:5

Die Aufnahme und Aufrechterhaltung des Wettspielbetriebes war in den Gründungsjahren mit vielen Problemen verbunden. Zum einen hatten die Vereine mit enormen finanziellen Sorgen zu kämpfen und zum anderen war der aufstrebende Fußballsport bei den etablierten Vereinen, vor allem bei den Turnvereinen, nicht gern gesehen.

Dem Zulauf an Mitgliedern, den die Fußballvereine zu verzeichnen hatten, versuchten diese Vereine durch gezielte Maßnahmen, die darauf gerichtet waren, dass der neuen Sportart die Voraussetzungen entzogen werden, entgegen zu wirken.

So richteten z.B. die drei Köthener Turnvereine im Februar des Jahres 1904 eine Beschwerde an den Gemeinderat der Stadt Köthen, in der sie forderten, das Fußballspielen während der Wintermonate auf dem Platz vor der Turnhalle (Viehmarktplatz) zu verbieten.

Trotz der Gegendarstellung der Fußballvereine sprach der Magistrat der Stadt Köthen am 26. März 1904 ein Verbot der Austragung von Fußballspielen auf dem Viehmarktplatz in der Zeit vom 01. November bis zum 01. April jeden Jahres aus. Etwas später wurde das Fußballspielen auf der für Fußballmannschaften einzige Spielfläche für 3 Jahre gänzlich untersagt. Diese Entscheidung brachte für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes große Probleme: Abgang von Mitgliedern sowie Missstimmung im Verein.

Die im Januar 1904 in der Turnhalle durchgeführte Generalvollversammlung hatte das Ziel, unseren Verein auf festere Grundlagen zu stellen. Ein neu gewählter Vorstand mit den Herren Alfred Mieth als Ersten Vorsitzenden, Paul Herrmann als Zweiten Vorsitzenden, Polze als Schriftführer und Willy Höhne als Kassierer stellten sich den anstehenden Tagesfragen. Ihnen und den Mitgliedern unseres Vereins war es vor allem zu verdanken, dass Ruhe in das Vereinsleben unseres Fußballclubs einziehen konnte und ein gewisser Umschwung erreicht wurde.

Trotz aller Bemühungen konnten die Platzkalamitäten nicht vollends beseitigt werden.

Nachdem zunächst der Spielbetrieb auf einem Stoppelacker in der Nähe des Viehmarktplatzes durchgeführt werden musste, konnte nach langen Mühen dem Magistrat der Stadt eine Spielfläche auf der Stadtwiese (links der Ziethe - Neue Weiden) abgerungen werden.

Die Größe der Spielfläche entsprach zwar nicht den Normen des Verbandes Mitteldeutscher Ballspielvereine (zur Verfügung gestellte Fläche: 2000 m², Norm: 7200 m²), bedeutete aber für unseren Verein endlich eine feste Spielstätte in Anspruch nehmen zu können, die aber auch von anderen Vereinen mitgenutzt wurde.

Im Jahre 1906 zog das Fußballspiel die Jugend mehr und mehr in seinen Bann. Dies spiegelte sich in steigenden Mitgliedszahlen - sowohl bei den Aktiven als auch bei den Passiven wieder. Das Interesse am CFC Germania 03 stieg stetig in unserer Heimatstadt.

Das Vereinsleben wurde aktiviert, monatlich fanden Mitgliederversammlungen statt, der Zusammenhalt der Mitglieder wurde enger und ein neues Vereinslokal konnte mit "Spott`s Restaurant" (Rüdesheimer) im Jahre 1907 gefunden werden.

Im Frühjahr 1908 war es unserem Verein gelungen, ein lang ersehntes Ziel zu erreichen, den Besitz eines eigenen Sportplatzes. Die Vereinsmitglieder schufen sich nach der Zustimmung durch den Magistrat der Stadt den Platz an der Leipziger Straße (Galgenberg), der zwar wiederum nicht den geforderten Maßen entsprach, aber vom Verband für die Durchführung des Wettspielbetriebes genehmigt wurde.

Das Eröffnungsspiel fand bereits Ostern 1908 gegen Askania Aschersleben statt und brachte unserer Mannschaft einen klaren Sieg mit 9:2 - Toren. In der Folgezeit entwickelte sich ein reger Spielbetrieb und die Zahl der Mannschaften unseres Vereins stieg auf insgesamt vier.

Unser Verein war inzwischen auch dem Verband der Mitteldeutschen Ballspielvereine beigetreten und in den Spielbetrieb der 4. Klasse des Saalegaues zugeordnet worden. Zu den Gegnern zählten überwiegend hallesche Vereine, aber auch der Ortsrivale Cöthen 1902, mit denen Verbandsspiele (Punktspiele) durchgeführt wurden.

Mit der Gründung des Gaues-Anhalt am 1. Juli 1909 in Dessau war gleichzeitig die Neustrukturierung des Spielbetriebes verbunden. Dem Verband Gaues Anhalt, der dem verband Mitteldeutscher Ballspielvereine (VMBV) untergeordnet war, schlossen sich neben dem CFC Germania 03, CFC 02 Köthen auch Vereine aus Zerbst (Viktoria), Dessau (1898 und 05), Bernburg (07) an. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, den Wettspielbetrieb zur Ermittlung eines "Anhaltmeisters" durchzuführen. Unsere 1. Mannschaft wurde aufgrund der bereits im Saalegau nachgewiesenen Spielstärke in die 1. Klasse eingeordnet und besaß in dem CFC 1902 Köthen ihren größten Widersacher im Kampf um die Anhalt-Meisterschaft.

Bereits im Spieljahr 1909/1910 standen sich beide Kontrahenten in einem Endspiel um die Meisterschaft im Februar 1910 auf dem CFC 02-Sportplatz an der Ringstraße in Köthen gegenüber. Leider ging dieses Spiel mit 1:8 Toren verloren und der CFC 1902 wurde erster Anhaltmeister. Auch in den Folgejahren gelang es der 1. Mannschaft nicht, den Titel zu erringen.

Neben dem Fußballspielen wurde auch der Leichtathletik zugesprochen. Diese Sportart hatte vor allem auf den jährlichen Sportfesten und der dabei durchgeführten Ermittlung der Vereinsmeister in den leichtathletischen Disziplinen ihren Höhepunkt.

Monatlich führte der Verein seine Mitgliederversammlungen durch. Während dieser Versammlungen entschieden die Mitglieder u.a. An- bzw. Abmeldungen, die Aufstellungen der Mannschaften zu den bevorstehenden Spielen und den Einsatz von Schiedsrichtern. Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern führten oft zu Kontroversen, die Amtsniederlegungen von Vorstandsmitgliedern zur Folge hatten.

Der zunehmende Übungs- und Spielbetrieb im Fußball sowie die Nutzung des Sportplatzes für leichtathletische Disziplinen zeigte recht bald, dass der Sportplatz an der Leipziger Straße den Anforderungen nicht mehr standhalten konnte. Aus diesem Grunde bemühte sich der Vorstand um den Sportkameraden Herr Fritz Rähmer, der eine Lösung finden sollte.

Am 22. September 1912 übernahm der CFC Germania 03 den Platz des Cöthener Fußballclubs 1902 an der Klepziger Kreisstraße. Die Freude über den neunen Sportlatz sollte nicht lange andauern, denn bereits zum 1. Januar 1914 wurde das Spielfeld dem Verein gekündigt. Verhandlungen mit der Klepziger Schützengesellschaft ermöglichten es der Vereinsführung, einen Vertrag mit dieser über die Durchführung des Spielbetriebes auf dessen Platz ab 1. Januar 1914 zu schließen.

Wenn auch die Jahre 1910 bis 1914 eine solide Grundlage für das Vereinsleben geschaffen hatte, so hinterließ der herannahende 1. Weltkrieg bereits seine Spuren. Die Einberufung von Spielern zum Wehrdienst, der Kampf um deren Freistellung für den Wettspielbetrieb führten zunehmend zu Schwierigkeiten.

Dennoch konnte die Klasse im Gau-Anhalt gehalten werden, zum Gewinn des Titels eines "Anhaltmeisters" reichte es nicht.

Der Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 erschlug das über lange Jahre mühselig aufgebaute Vereinsleben. Fast alle Vereinsmitglieder wurden nach und nach zum Kriegsdienst eingezogen. Der Vorstand strebte zwar auf der letzten Mitgliederversammlung am 12. September 1914 noch an, mit einer Mannschaft aus den nicht eingezogenen Spielern den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, dies gelang aber nicht mehr.

Das letzte Spiel der Germanen-Elf fand am 19. September 1914 gegen Cöthen 02 statt und endete mit einem 5:1-Sieg. Danach waren reichlich 4 Jahre Pause im Vereinsleben.

Trotz des herrschenden Krieges kam der Fußballsport in Köthen nicht völlig zum Erliegen. Die noch nicht einberufenen Spieler der Vereine CFC Germania 03, Cöthener Fußballclub 1902 und Cöthener Sportclub 09 schlossen sich zu einer gemeinsamen Mannschaft unter der Leitung von Cöthen 02 zusammen und spielten um die Kriegsmeisterschaft mit. Die Mannschaft erreichte in den Jahren 1915 bis 1917/18 den Titel eines "Kriegsmeisters".

Nachdem der 1. Weltkrieg beendet war, wurde beim CFC Germania 03 am 31. August 1918 die erste außerordentliche Mitgliederversammlung durchgeführt.

Nach dem Gedenken an die 21 im Krieg gefallenen Vereinsmitglieder bestätigten die Anwesenden den Vorstand in deinem Amt neu, Willy Markwart blieb Erster Vorsitzender. Nun konnte der Neuaufbau des Vereinslebens wieder in Angriff genommen werden.

Am 8. September 1918 fand bereits das erste Wettspiel einer Germania-Elf gegen Zerbst 1900 statt, das mit einem 6:3-Erfolg endete. Weiter Vergleiche auf der Ebene von Freundschaftsspielen folgten. So wie sich das Vereinsleben schrittweise wieder entwickelte, war auch der Zugang neuer Mitglieder zu verzeichnen. Somit hatte unser Verein die Möglichkeit, weitere Mannschaften zu bilden und in den Spielbetrieb zu integrieren. Die Entwicklung und Aufrechterhaltung des Spielbetriebes sollte den Verein dennoch vor erhebliche finanzielle und verkehrstechnische Probleme in den Jahren 1918 und 1919 stellen, die eine regelmäßige Durchführung noch nicht wieder zuließen. So kam es zu vielen Wettkämpfen mit Köthener Fußballspielern bzw. Vereinen im unmittelbaren Umfeld. Besonders hervorzuheben ist dabei der am 12. Januar 1919 errungene überzeugende Sieg in Höhe von 7:2-Toren gegen den Cöthener Fußballclub 1902, dem mehrfachen Meister des Gaues-Anhalt.

Die Germanen-Elf bestritt den Vergleich in folgender Aufstellung:

Winter - I.Pochert - Krause - W.Lehmann - O.Starke - Neuhald - A.Starke - Klaucke - P.Lehmann - K.Pochert - Meier

Im Juli des Jahres 1919 beschloss der Verband des Gaues-Anhalt die Neuaufteilung der Spielklassen vorzunehmen und am 17. August mit den Verbandsspielen zu beginnen.

Doch vor der Aufnahme des Spielbetriebes traten wieder Probleme mit der Verfügbarkeit eines geeigneten Spielfeldes auf, denn der vom Verein gepachtete Platz an der Klepziger Straße wurde vom Eigentümer verkauft und damit dem Sport entzogen.

Als neue Spielstätte hatte nach langen Verhandlungen der Magistrat der Stadt die Nutzung der "Stadtwiese in den neuen Weiden" beschränkt auf Dienstag, Freitag und Sonntag, unserem Verein angeboten. Dies entsprach jedoch nicht den Vorstellungen von Germania, denn der Drang nach der alleinigen Nutzung eines Sportplatzes war nach wie vor groß.

Nach langen intensiven Bemühungen gelang es dem Vorstand, einen Pachtvertrag mit der Schützengilde über die Nutzung des Schützenplatzes in Köthen-Geuz abzuschließen. Das Spielfeld wurde durch die aktive Mitarbeit der Mitglieder hergerichtet und der Spielbetrieb ab der laufenden Serie 1919/20 aufgenommen.

Zum Jahresende 1919 hatte der CFC Germania wieder 107 Mitglieder. Vier Männermannschaften und eine Jugendmannschaft in der Sparte Fußball konnten nun gebildet werden. Die Sparte Leichtathletik musste neu aufgebaut werden.

Das Streben nach sportlicher Betätigung nahm in den ersten Nachkriegsjahren enorm zu. Das drückte sich nicht nur in den steigenden Mitgliederzahlen in den bereits etablierten Sportvereinen aus sondern führte auch zur Gründung weiterer Sportvereine in unserer Heimatstadt Köthen. So gründete im Verlauf des Jahres 1920 die "Freie Turnerschaft Köthen", dem Arbeiter-Turn- und Sport-Bund zugehörig, eine eigene Fußballabteilung. Der Arbeitersportverein "Wacker" Köthen entstand ebenfalls mit eigener Fußballabteilung, sie sollen hier stellvertretend für andere Vereine genannt sein.

Mit der Gründung dieser Vereine spitzte sich die bereits bestandene Sportplatzsituation in unserer Stadt weiter zu. Eine Entlastung konnte auch mit der Schaffung einer der schönsten Sportplatzanlagen im damaligen Freistaat Anhalt - nämlich der Sportplatz St. Hubertus (Einweihung am 11. September 1921) -, die vom CFC 1902 genutzt wurde, nicht erreicht werden. Der Magistrat unserer Heimatstadt war hinsichtlich der Bereitstellung weiterer Spielflächen weiterhin gefordert.

Am Ende des Jahres 1920 konnte eine weitere Steigerung der Mitgliederzahlen in unserem CFC Germania verzeichnet werden:

191 Erwachsene und 50 Schüler.

Am Wettspielbetrieb nahmen insgesamt 12 Mannschaften teil, davon 5 Männermannschaften, 1 Reservemannschaft, 1 Alte-Herren, 2 Jugendmannschaften und 3 Schülermannschaften.

Das Aushängeschild, die 1. Männermannschaft von Germania, spielte im Spieljahr 1920/21 in der 1. Kreisklasse des Gaues-Anhalt. Zu den Gegnern zählten die Mannschaften von: Viktoria und 1900 Zerbst, Dessau 05, Sportclub Roßlau 08, Cöthen 02 und Sportclub 09, Bernburg 07 und Wacker, Wacker Baalberge und Viktoria Güsten.

Die restlichen Männermannschaften gehörten den 2. und 3. Kreisklassenstaffeln des Kreises Köthen an. Auch die Jugend- und Schülermannschaften spielten in der Kreisklasse Köthen.

Das Jahr 1923 brachte eine erneute Neueinteilung der Klassen durch den Verband des Gaues-Anhalt mit sich. Von nun an gehörte die 1. Mannschaft der Bezirksklasse des Gaues-Anhalt an. Alle anderen Mannschaften unseres Vereins verblieben in der Kreisklasse Köthen.

Die Folgejahre sollten außer den jährlich durchgeführten Sport- und Stiftungsfesten keine herausragenden Ereignisse im Vereinsleben bringen. Im Punktspielbetrieb belegte die 1. Mannschaft Platzierungen im Mittelfeld der Tabelle. Auch die unteren Mannschaften erreichten keine nennenswerten Erfolge.

Hervorzuheben ist jedoch ein Höhepunkt: Das 25-jährige Bestehen von Germania 03, dass in der Schützenhalle feierlich begangen wurde. Neben den Leichtathletik-Wettkämpfen gestaltete die neu formierte 1. Mannschaft einen sportlichen Höhepunkt mit einem Spiel auf dem Germania-Sportplatz in Köthen-Geuz gegen Südstern Berlin, das mit einem 4:3-Sieg endete.

Zur Siegerelf gehörten die Spieler: Winter - Peter - Krause - Klaucke - Pochert - Meißner - Schulze - Lehe - Lea - Starke - F.Peter.

Während des Jubiläumsfestes wurde das neue Vereinsheim am Schützenplatz übergeben.

Einen weiteren Höhepunkt im Sportleben unserer Stadt brachte die Einweihung des Stadions im Juli 1927. Die Mitglieder unseres Vereins beteiligten sich am 7. Juli 1927 an den Sportwettkämpfen in den leichtathletischen Disziplinen und am Städtevergleich im Fußball zwischen Köthen und Dessau, der mit einem 3:2-Sieg für Köthen endete. Einen weiteren fußballerischen Höhepunkt im Rahmen der Festwoche bildete der Fußballvergleich zwischen Wacker Köthen und dem 1. Arbeiter-Sportclub Wien, den Wacker mit 1:0-Toren für sich entscheiden konnte.

Trotzdem wurde das Stadion in dieser Zeit nicht zur festen Heimstätte des Köthener Fußballs. Die Leichtathleten und Handballer waren überwiegend die Nutzer.

Mit der Gründung des Fußball-Clubs "Sportfreunde" Köthen im Jahr 1928 erhöhte sich die Anzahl der Fußball spielenden Vereine in Köthen weiter. Dieser Verein, der sich der "Roten-Sport-Internationale" anschloss, spielte auf dem Sportplatz an der Brunnenstraße.

Das Ende der zwanziger Jahre mit seiner sich immer mehr zuspitzenden wirtschaftlichen Situation, verbunden mit einem enormen Heer an Arbeitslosen, hatte auch im Vereinsleben von Germania seine Spuren hinterlassen. Viele arbeitslose Spieler wurden vom Verein durch Beteiligung an vielen Sportfesten "über Wasser" gehalten.

Trotzdem zählten die Spielserien 1930/31 und 1931/32 mit zu den erfolgreichsten der Germania. Besonders 1931/32 spielten sowohl die 1. als auch die 2. Mannschaft um die Meisterschaft in ihren Spielklassen mit. Leider ging das Spitzenspiel der 1. Mannschaft in der A-Klasse des Gaues-Anhalt gegen Viktoria Zerbst in Zerbst mit 1:4-Toren verloren. Daran konnten auch die erstmals mit einem Sonderbus mitgereisten Köthener Zuschauer nichts ändern.

Zu den Spielern der Germanen-Elf zählten: Fesser - Ostwald - Berger - Erdmann - Niemann - Becker - Linkohr - Klotsch - Kreidemeier - Weilandt - Pochert

Am Ende der Saison reichte es für beide Mannschaften nicht, die Meisterschaft zu erringen. Die 1. Mannschaft von Germania belegte hinter Viktoria Zerbst den 2. Platz.

Auch das Spieljahr 1932/33 verlief mit der gleichen Staffeleinteilung wie 1931/32 und endete mit zufriedenstellenden Leistungen unserer Mannschaften. Doch es sollten sich recht bald gravierende Einschnitte im Sport- und Spielgeschehen der Köthener Vereine zeigen. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurden im Jahre 1933 die Köthener Fußballvereine "Wacker", "Sportclub 09" und "Sportfreunde" verboten. Das Vereinsleben der verbliebenen Vereine wurde durch die Nazis stark reglementiert. Auch unser Verein blieb davon nicht verschont. Er wurde durch die Nazis gleichgeschaltet.

Das Jahr 1933 war geprägt von willkürlichen Eingriffen der neuen Machthaber in den organisierten Sport und damit in das Vereinsleben. Das betraf auch unseren Verein. Beginnend bei der Vorlage einer vollständigen Mitgliederliste. "Ablösung" des 1. Vorsitzenden Elze bis zu einem "neuen" Umgangston zwischen Leitung und Mitgliedern.

Das sei an folgendem Beispiel untermauert:

(Annonce in der "Cöthenschen Zeitung" vom 08. Juli 1933) "Heute Abend 8:00 Uhr treffen sich alle Spieler von Germania zu einer wichtigen Zusammenkunft auf dem Germania-Sportplatz. Das Erscheinen aller Spieler ist Pflicht. Das Fehlen ohne Entschuldigung wird ausnahmslos bestraft."

Dem Beginn der Spielserie 1933/34 ging eine neue Spielklasseneinteilung voraus, die nicht nach sportlichen Qualifikationen bzw. Gesichtspunkten vorgenommen wurde, sondern der Entscheidungsgewalt der neuen Sportführung oblag.

Die getroffenen Entscheidungen waren für den Köthener Fußballsport von ganz besonderer Härte. Die Köthener Fußballvereine Germania und 1902, die in den zurückliegenden Jahren im Gau-Anhalt eine dominante Rolle gespielt hatten, fanden in der neuen Gauliga (Bezirksliga) des Gaues VI. (Mitte) keine Berücksichtigung. Ihre Einstufung erfolgte in der 1. Kreisklasse des Gaues-Anhalt.

Trotz sofortiger Beschwerden und Proteste änderte sich an dieser sportlich völlig unverständlichen Entscheidung nichts. Dies war ein schwerer Schlag gegen den Köthener Fußball, der bis zur Existenzfrage hätte führen können.

Bitter, ganz besonders für den CFC Germania 03, denn diese fragwürdige Entscheidung warf natürlich ihre Schatten auf das 30-jährige Vereinsjubiläum. Dieses Jubiläum, das im Rahmen einer Sportwoche vom 26. August bis 02. September 1933 begangen wurde, stand ganz im Zeichen sportlicher Wettkämpfe.

Vor der Sportwoche kamen am 13. August 1933 bereits die leichtathletischen Vereinsmeisterschaften unter Beteiligung der Sportkameraden des Köthener Sportvereins 1902 und des Köthener Hockey-Clubs auf dem Stadion zur Austragung. Den Höhepunkt der Sportwoche bildete ein großes Fußball-Pokal-Turnier unter der Beteiligung von folgenden vier Mannschaften: Sportfreunde Halle, Fortuna Magdeburg, Köthener SV 1902 und Germania 03, 1. Mannschaft,

das am 27. August 1933 auf dem Germania-Sportplatz (Schützenplatz) ausgetragen wurde. Nach dem Sieg mit 3:1-Toren gegen die höherklassige Magdeburger Fortuna und einem torlosen Unentschieden gegen die ebenfalls höherklassigen Sportfreunde aus Halle konnte die 1. Germaniamannschaft den Turniersieg erringen.

Folgende Mannschaft konnte diesen schönen Erfolg feiern: Fesser - Ostwald - Berger - A.Becker - Niemann - Erdmann - Pochert - Weilandt - Kreidemeier - Becker - Linkohr

Auch die übrigen Männermannschaften, Jugend-, Schüler- und Knabenmannschaften, bestritten innerhalb der Sportwoche Vergleichskämpfe. Den Abschluss bildete am 31. August ein Spiel der 1. Mannschaft gegen Wacker Bernburg, das mit einem Sieg von 4:3 Toren abgeschlossen werden konnte.

Am 10. September 1933 wurde mit dem Punktspielbetrieb in der 1. Kreisklasse des Gaues-Anhalt begonnen, zu den Kontrahenten unserer 1. Mannschaft gehörten: SV Roßlau 08, Sportklub Dessau, Wacker Bernburg, Wacker Baalberge, Zerbst 1900, Sportverein 1902 Köthen und Viktoria Güsten

Alle anderen Mannschaften von Germania bestritten ihre Pflichtspiele auf der Kreisebene Köthen.

Am Ende der Saison 1933/34 belegte die 1. Mannschaft einen guten Mittelfeldplatz.

Vor Beginn der Vorbereitung auf das Spieljahr 1934/35 waren die Spieler unseres Vereins von weiteren zentral geschalteten sportpolitischen Maßnahmen betroffen. Die "Cöthener Zeitung" vom 17. Juli1934 meldete dazu: "Am Sonntag finden auf dem 02 Platz die Leistungs-Wettkämpfe der Jugend und Knaben statt. Wer im neuen Spieljahr weiter Fußball spielen will, muß erscheinen. - Ferner findet für alle aktiven Spieler am 29. Juli der Geländelauf statt. ..."

Diese nicht gerade unmittelbar zum Fußballsport gehörende Maßnahmen waren auch in den Folgejahren auf der Tagesordnung, ja sie wurden noch intensiviert.

Der CFC Germania spielte in der Serie 1934/35 mit der selben Anzahl an Mannschaften in den gleichen Spielklassen wie 1933/34. Mehr als ein Mittelfeldplatz für die 1. Mannschaft konnte auch diesmal nicht erreicht werden.

Der Start in die Fußballsaison 1935/36 war mit einem Umzug des CFC Germania 03 von seiner ca. 15 Jahren als alleiniger Pächter genutzten Spielstätte auf dem Schützenplatz in Köthen-Geuz zum Köthener Stadion verbunden. Der Unterschied: Das Stadion wurde nicht nur von dem Pächter Germania allein, sondern von mehreren  Vereinen und politischen Organisationen genutzt.

In der mit dem Oberbürgermeister zur Nutzung des Stadion abgeschlossenen Vereinbarung hieß es u.a.: "... Der CFC Germania benutzt das Stadion für seine 7 Fußballmannschaften ab 1. September 1935. Von der Benutzung ausgenommen sind Tage von größeren Veranstaltungen...."

Die Folge: Es kam für Germania in den Folgejahren zu vielen, teilweise kurzfristigen Spielabsetzungen (auch Punktspiele) bzw. Spielverlegungen auf andere Plätze.

Der Umzug in das Stadion wurde bereits am 10. August 1935 mit einem Spiel Germania-A-Mannschaft gegen Germania-B-Mannschaft vollzogen. Zu den beiden Mannschaften gehörten folgende Spieler:

A-Mannschaft: Lapacz - Ostwald - Lindner - W.Becker - Niemann - Hassel - Erdmann - Katschek - Kreidemeier - Gander - Weilandt

B-Mannschaft: Fesser - Reichert - Berger - A.Becker - Haring - Pannicke - K.Linkohr - Brömme - Klotsch - Heilmann - Kirchhof

Im September 1935 begann die Punktspielserie 1935/36 wieder in der 1. Kreisklasse des Bezirkes Magdeburg/Anhalt. Als Neuling nahm Hertha Osternienburg am Spielbetrieb teil.

Mehr als ein Mittelplatz konnte auch in dieser Serie nicht erreicht werden.

Die Saison 1936/37 wurde wie bereits in den Vorjahren mit einem Vereinssportfest eröffnet. Im Mittelpunkt des am 9. August 1936 durchgeführten Sportfestes auf dem Stadion standen die leichtathletischen Vereinsmeisterschaften, an denen auch die aktiven Fußballer teilzunehmen hatten.

Der Punktspielstart für die 1. Männermannschaft, die weiterhin in der 1. Kreisklasse des Bezirkes Magdeburg-Anhalt spielte, war am 30. August 1936. Durch den Aufstieg der Spielvereinigung Porst kämpften von nun an - mit unserer 1. Mannschaft, dem CSV 02 Köthen, Porst und Osternienburg, - 4 Mannschaften aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet von Köthen um die Punkte in der 1. Kreisklasse. Nach sehr schwachem Start konnte unsere Mannschaft auch in dieser Saison wieder einen Platz im Mittelfeld der Tabelle erreichen. Der Köthener Sportverein 1902 stieg ab.

In der Spielserie 1937/38 nahm den Platz des Sportvereins 1902, der nach dem Zusammenschluss mit dem Cöthener Hockey-Club ab Juli 1937 unter dem neuen Namen Köthener Sportverein CFC 02 in der 2. Kreisklasse spielte, der Biendorfer BSC ein. Vor dem Start in die neue Saison wurde bei Germania wiederum ein Sportfest am 29. August 1937 durchgeführt. Im Mittelpunkt stand ein Fußball-Turnier unter Beteiligung von Viktoria Zerbst, Concordia Delitzsch und Staßfurt 09, das von Germania gewonnen werden konnte.

Auch zum Ende des Spieljahres konnte nur ein Platz im Mittelfeld der Tabelle erreicht werden.

Das Punktspieljahr 1938/39 brachte einige Veränderungen in der Staffelzusammensetzung der 1. Kreisklasse mit sich. Unsere Mannschaft hatte sich mit folgenden Mannschaften auseinanderzusetzen: Köthener Sportverein CHC 02 (Aufsteiger), Luftwaffe Kochstedt, Viktoria Zerbst, Roßlau 63, Tannenheger Dessau, Dessau 98 - Junkers, 1900 Zerbst, Bernburg 07, Spielvereinigung Porst, Hertha Osternienburg

Zu den Stammspielern der 1. Germania-Elf zählten: Fesser - W.Becker - Erdmann - Niemann - Ogrzall - A.Becker - Timplan - Ritter - Kreidemeier - Busse - Ehrenberg

Weiterhin beteiligte sich Germania mit einer 2. und 3. Männermannschaft sowie einer A-Jugend, einer B-Jugend und einer Schülermannschaft ("Pimpfe") am Punktspielbetrieb der Kreisklasse des Unterkreises Köthen.

1. Männermannschaft nach einem Freundschaftsspiel gegen Dessau 05

Das Ende der Punktspielserie brachte für Germania den Klassenerhalt und für den CHC 02 den erneuten Abstieg in die 2. Kreisklasse. Für das Spieljahr 1939/40 waren nachfolgende Mannschaften der 1. Kreisklasse zugeordnet: Mildensee, Dessau 98, Tannenheger Dessau, Luftwaffe Kochstedt, Viktoria Zerbst, Roßlau 63, Germania Köthen, Spielvereinigung Porst, Hertha Osternienburg, Oranienbaum, Neundorf

Der 2. Kreisklasse des Unterkreises Köthen gehörten an: Reinsdorf 1., Gölzau 1., Cörmigk 1., Großpaschleben 1., Prosigk 1., CHC 02 1., Biendorf 1., Radegast 1. und Germania 2.

In Köthen wurde ein weiterer Fußball spielender Verein gebildet. Der Luftwaffen-Sportverein Köthen. Er war im Jahr 1939 noch keiner Spielklasse zugeordnet, wickelte aber seinen Spielbetrieb ebenfalls auf dem Köthener Stadion ab.

Der Beginn des II. Weltkrieges am 1. September 1939 zog eine völlig neue Situation im Spielgeschehen nach sich. Der Pflichtspielbetrieb wurde zunächst völlig eingestellt. Im Verlauf des Monats September 1939 wurde die 1. Kreisklasse des Gaues-Anhalt aufgelöst und die Mannschaften in die 2. Kreisklasse des jeweiligen Unterkreises zugeordnet. Somit trug unsere 1. Mannschaft den Pflichtspielbetrieb in der Saison 1939/40 in der 2. Kreisklasse des Unterkreises Köthen aus, der folgende Mannschaften angehörten: Germania Köthen 1., Spielvereinigung Porst, Biendorfer BSC, Radegast, Edderitz, Großpaschleben, CHC 02, Hertha Osternienburg, TV Jahn Cörmigk, Gölzau und Reinsdorf

Das 1. Pflichtspiel fand am 24. September 1939 statt. Gegner war der Biendorfer BSC. Gespielt wurde von nun an nicht mehr um die "Anhaltmeisterschaft" sondern um die "Kriegsmeisterschaft". Mit der Zunahme der Kriegshandlungen nahm auch die Anzahl der Einberufungen unter den Fußballspielern zu, so dass die Mannschaften ständig verändert bzw. ergänzt werden mussten. Darunter litt nicht nur das Spielniveau sondern es entstanden Besetzungsschwierigkeiten, die zum Rückzug von Mannschaften aus dem Spielverkehr führten.

Das Spieljahr 1940/41 brachte vor dem Pflichtspielbeginn am 1. September 1940 erneut organisatorische Veränderungen mit sich. So wurde verordnet, die Bezeichnungen der Spielklassen zu verändern und folgende Einteilungen vorzunehmen: Gauliga wurde Bereichsliga, Bezirksklasse wurde 1. Klasse, 1. Kreisklasse wurde 2. Klasse und 2. Kreisklasse wurde 3. Klasse.

Die Einordnung der 1. Germania-Elf erfolgte in die 2. Klasse, zusammen mit: Spielvereinigung Porst, Bernburg 07, Reichsbahn Dessau, Mildensee 1915, Tannenheger Dessau, Viktoria Zerbst, CHC 02 Köthen, Zerbst 1900 und Dessau-Törten.

 

Die 3. Klasse des Unterkreises Köthen spielte in 2 Staffeln, der die 2. und 3. Mannschaft unseres Vereins zugeordnet waren. Die A- und B-Jugend sowie die "Pimpfe" (Schüler) kickten ebenfalls auf Kreisebene.

Am Ende der Saison belegte die 1. Mannschaft in der 2. Klasse einen siebenten, die 2. Mannschaft einen zweiten und die 3. Mannschaft den letzten Platz in der 3. Klasse.

Im Sommer 1941 gab es Spiele um das "Eiserne Schild". Die dazu vorgenommene Einteilung in Staffeln führte die Köthener Mannschaften mit den Fußballspielern des Unterkreises Bernburg und Aschersleben zusammen. Unsere Mannschaft konnte sich nicht für die Zwischenrunde qualifizieren und schied aus. Am 7. September 1941 begannen die Pflichtspiele der Spielserie 1941/42. Germania war weiterhin mit 3 Männermannschaften, einer A-Jugend und einer B-Jugend sowie den "Pimpfen" am Spielbetrieb beteiligt. Die Staffeleinteilung blieb wie im Vorjahr. Mannschaftliche Veränderungen gab es in der 3. Klasse, wo der abgestiegene CHC 02 und der Luftwaffen-Sportverein zugeordnet wurden. Der 2. Klasse gehörten neben unserer 1. Mannschaft folgende Vereine an: Zerbst 1900, Porst, Reichsbahn Dessau, Osternienburg, Viktoria Zerbst, Roßlau, Tannheger Dessau, VfL Ilberstedt, Mildensee 1915

Das 1. Pflichtspiel gegen Tannenheger Dessau endete mit einem 5:1-Sieg.

Für Germania spielten: Reupsch, Reichert, Ostwald, Bär, N.Niemann, Sachtler, Nolte, Schuch, Hermann, Ogrzall, Ehrenberg

Dieser klare Auftaktsieg war eine Grundlage für die erfolgreiche Saison 1941/42, die mit dem Staffelsieg und dem damit verbundenen Aufstieg in die 1. Klasse des Bereiches Magdeburg-Anhalt abgeschlossen werden konnte.

Der 1. Klasse gehörten im Spieljahr 1942/43 an: Wacker Bernburg, Bernburg 07, Preußen Magdeburg, Fortuna Magdeburg, Staßfurt 09, SC Oschersleben, Preußen Burg, Magdeburg 1900, Cricket Magdeburg, Viktoria Magdeburg-Neustadt und Germania 03 Köthen.

Die Spielserie wurde am 13. September 1942 mit einem Heimspiel gegen Fortuna Magdeburg - Sieg mit 3:1-Toren - eröffnet. Unsere Mannschaft schlug sich in der höheren Spielklasse recht achtbar und belegte einen 3. Tabellenplatz zum Ende der 1. Halbserie.

Es hätte sogar noch etwas mehr erreicht werden können, aber das Spitzenspiel vor einer großen Zuschauerkulisse wurde auf dem Stadion gegen Preußen Magdeburg mit 4:9-Toren verloren.

Für Germania bestritten dieses Spiel: Reupsch, W.Becker, Ostwald, Leuchtmann, Niemann, Ehrenberg, Nolte, Ogrzall, Bein, Becker, Weilandt

Am Ende der Saison blieb es bei einem Platz im oberen Tabellendrittel.

Im Sommer 1943 waren die Auswirkungen des Krieges auf den Sport- und Spielbetrieb immer deutlicher zu spüren. Immer mehr Mannschaften mussten wegen Besetzungsschwierigkeiten zurückgezogen werden. Das führte unweigerlich dazu, dass für die bevorstehende Spielserie 1943/44 wieder neue Staffeleinteilungen vorgenommen wurden. So bildete man eine Spielklasse bestehend aus Mannschaften der Kreise Bernburg und Köthen. Der Klasse gehörten an: Viktoria Güsten, Germania 03 Köthen, Spielvereinigung Porst, Luftwaffen-Sportverein Köthen, Hecklingen, SV Bernburg 07, CHC 02 Köthen, Hertha Osternienburg, Wacker Bernburg, SV Großpaschleben, Staßfurt 09, Jahn Cörmigk

Die Pflichtspiele begannen am 12. September 1943 mit einem 4:1-Sieg von Germania über Hertha Osternienburg. Am 19. September 1943 wurde das 40-jährige Vereinsjubiläum mit einem "Jubiläumsspiel" der 1. Mannschaft gegen Sportfreunde Halle, das 4:1 verloren ging, begangen.

Der Punktspielbetrieb verlief während dieser Saison sehr schleppend, da durch die Kriegswirren weitere Spieler einberufen, die Fronturlauber ausblieben und so die Spielfähigkeit der Mannschaften stark beeinflusst wurden. Keine solchen Probleme kannte der Luftwaffen-Sportverein Köthen, der auch den Staffelsieg erreichen konnte und im Vergleich mit der Reichsbahn Dessau den "Anhaltmeister" ermittelte, was auch nach einem 6:1-Sieg gelang.

Die 1. Mannschaft bestritt am 02. Juli 1944 noch einen Vergleichskampf gegen den SV Großpaschleben, der mit einer 0:2-Niederlage endete. Es sollte das nachweislich letzte Spiel einer Germania-Elf im Männerbereich sein. Die restlich verbliebenen Spieler verstärkten die Spielvereinigung Porst als "Gastspieler".

Bei Germania 03 beteiligten sich lediglich die B-Jugend und die "Pimpfe" an unregelmäßig durchgeführten Spielen, die letzten im Dezember 1944.

Die Verkündung des "totalen Krieges" führte zum Erliegen jeglichen Pflichtspielbetriebes im Männerbereich ab Oktober 1944.

Der Neubeginn im Jahre 1945

Mit der Kapitulation Hitlerdeutschlands am 08. Mai 1945 fand der 2. Weltkrieg sein Ende.

Seine Hinterlassenschaft: unsagbares Leid, Not und Elend unter der Zivilbevölkerung. Die Hälfte der Spieler der 1. und 2. Mannschaft von Germania kehrte von den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges nicht zurück. Unsere Heimatstadt und das Kreisgebiet waren bereits im Monat April 1945 von den amerikanischen Truppen besetzt worden. Mit einem Dekret der amerikanischen Militäradministration vom 16. Juni 1945 wurden alle nazistischen Organisationen und Vereine verboten. Das traf auch auf den Sport zu. Doch bereits reichlich 9 Wochen nach der deutschen Kapitulation leiteten die ab Juli 1945 für unser Territorium verantwortlichen sowjetischen Besatzungstruppen die ersten Schritte zur Wiederaufnahme des Sportbetriebes in Köthen ein. Nach einem Aufruf der sowjetischen Stadtkommandantur kam am 12. Juli 1945 eine Zusammenkunft mit Köthener Sportlern auf dem Hubertus-Sportplatz zustande. Im Ergebnis dieser Zusammenkunft wurde das "Köthener Sportkartell" gegründet, eine Dachorganisation für alle Sportarten. Den Vorsitz übernahmen die Sportkameraden Horn und Heide. Am schnellsten reagierten die Fußballer, denn bereits am Sonntag, dem 15. Juli 1945 - drei Tage nach der Gründung - trat das Sportkartell mit seiner Fußballabteilung an die Öffentlichkeit. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Vereine existierten, spielten zwei aus bereits in unserer Heimatstadt zurückgekehrten Spieler der ehemaligen Vereine gebildeten Mannschaften gegeneinander.

A-Mannschaft: Nitsche, Schurz, Schnürpel I, Ehrenberg, Döbber, Büchner, Becker, Weilandt, Schnürpel II, Exner, Rehsack

B-Mannschaft: Steche, Hirschberg, Heilmann, Huchel, Heimbrecht, Baumgarten, Ilsch, Schoch, Block, Kürbitz, Nolte

Der nächste Schritt war die Bildung von ersten Sportgemeinschaften unter der Führung des Sportkartells in der Stadt Köthen. Es entstanden, benannt nach ihren Standorten:

- die Sportgemeinschaft Köthen-Süd (nur Fußball)

- die Sportgemeinschaft Köthen-Mitte (Fußball, Handball u.w.)

- die Sportgemeinschaft Köthen-West (Fußball, Hockey u.w.)

 

Erste Spiele zwischen vorgenannten Gemeinschaften wurden mit Zustimmung der sowjetischen Stadtkommandantur organisiert und durchgeführt. Ab dem 24. Februar 1946 folgte unter Leitung der Fußballabteilung des Sportkartells die Organisierung des Fußballsports im Kreisgebiet Köthen. Die Einteilung der neu gebildeten Mannschaften in Staffeln wurde vorgenommen und mit der Austragung der ersten Serienspiele im Monat März 1946 begonnen.

Zusammensetzung der einzelnen Staffeln:

1. Klasse Männerbereich (Köthen-Bernburg)

Köthen-Süd (Nachfolger von Germania 03), Köthen-Mitte, Köthen-West (Nachfolger von CHC 02), Großpaschleben, Bernburg-West, SG Baalberge, SG Nienburg, Bernburg-Süd, Osternienburg, Cörmigk

2. Klasse Männerbereich (Köthen)

Köthen-Süd 2., Köthen-Mitte 2., Köthen-West 2., Wülknitz, Prosigk, Görzig, Gröbzig, Edderitz, Arensdorf, Gölzau

3. Klasse Männerbereich (Köthen)

Köthen-Süd nicht vertreten

1. Jugendklasse, 2. Jugendklasse, Schüler (Köthen-Süd jeweils mit einer Mannschaft vertreten)

Die Spielstätten der Köthener Gemeinschaften waren:

Köthen-Süd - Stadion

Köthen-West und Köthen-Mitte - Hubertus Sportplatz

Sämtliche Sportanlagen gingen in das Eigentum der Stadt Köthen über.

Zu bemerken wäre, dass die Mannschaften während der Spielzeit keine Auswechselmöglichkeiten hatten. Diese Regel blieb auch in den Folgejahren beibehalten.

Zwischen den Spielserien (Punktspielen) wurden zur Hebung des Interesses der Zuschauer am Fußballsport Städtevergleiche durchgeführt. So spielte die Köthener Stadtauswahl, zusammengesetzt aus Spielern der drei Köthener Vereine (Süd, Mitte und West) im Jahre 1946 gegen Dessau. (einem 2:1-Sieg in Köthen folgte im 2. Spiel eine herbe 7:1-Niederlage in Dessau) gegen Burg (eine 2:5-Niederlage in Köthen)

Die Abwicklung der ersten Punktspielserie nach dem Kriege zog sich bis zum Ende des Monats Oktober 1946 hin.

Am Ende der Serie konnte eingeschätzt werden, dass die in der 1. Klasse der Gruppe III durchgeführten Spiele - einschließlich der Vergleichskämpfe (Freundschaftsspiele) gegen namhafte Gegner - den Nachweis erbracht hatte, dass sich beim Köthener Fußball ein aufsteigendes Niveau abzeichnete. Besonders erfreulich war außerdem die starke Zunahme der Sportbewegung in den ländlichen Gebieten. So stieg beispielsweise die Zahl der neu gegründeten Jugend- und Schülermannschaften an.

Den ersten Titel des Gruppenbesten in der 1. Klasse erreichte mit klarem Abstand die SG Köthen-Süd, der Nachfolger vom CFC Germania 03, vor Osternienburg, Köthen-Mitte und Bernburg-Süd. Der Aufstieg in eine höhere Klasse blieb jedoch dem Gruppenbesten versagt, da unter Bezugnahme auf die nach dem Krieg herrschenden schwierigen Verkehrsverhältnisse eine sogenannte "Sonderliga" noch nicht geschaffen werden konnte. Den Titel des Gruppenbesten in der 2. Klasse errang Prosigk. Für diesen Gruppenbesten war der Aufsteig in die 1. Klasse gegeben. In der Jugendklasse A nahm Osternienburg und in der Jugendklasse B die SG Köthen-Süd jeweils den 1. Platz ein. Beide vorgenannten Teams verloren ihre Spiele um die Bestenermittlung gegen Dessauer Mannschaften (Köthen-Süd - Dessau-Mitte 2:3). Das Aufstiegsrecht im Jugendbereich bestand jedoch noch nicht.

Bei aller positiven Entwicklung musste Klage über den Mangel an Schiedsrichtern geführt werden. Denn die Schiedsrichter waren und sind auch heute noch das Zünglein an der Waage für die Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Spielverkehrs. Deshalb wurde bereits vor dem Beginn der 2. Spielserie von der Fußballabteilung des Sportkartells folgende Festlegung getroffen: ".... Jede Gemeinschaft hat für jede gemeldete Mannschaft einen Schiedsrichter zu stellen. Nichtbefolgen dieser Anordnung zieht die Streichung von der Teilnahme an den Serienspielen nach sich...." Für die SG Köthen-Süd sollen an dieser Stelle stellvertretend für Männer der "schwarzen Zunft" die Sportkameraden Nauke und Fritz Fesser sen. genannt werden, die sich gleich nach Kriegsende in den Dienst der Sache stellten.

Die 2. Spielserie begann am 10. November 1946 mit folgender Staffeleinteilung:

1. Klasse: Köthen-Süd, Köthen-Mitte, Köthen-West, Osternienburg, Baalberge, Bernburg-West, Bernburg-Süd, Cörmigk, Prosigk, Edderitz

2. Klasse: Köthen-Süd 2., Köthen-Mitte 2., Köthen-West 2., Aken, Gölzau, Arensdorf, Gröbzig, Görzig, Großpaschleben, Preußlitz

3. Klasse: keine Vertretungen von Köthen-Süd

Jugendklasse A: Köthen-Süd, Köthen-Mitte, Köthen-West, Gölzau, Gröbzig, Görzig, Osternienburg, Prosigk, Edderitz, Cörmigk

Jugendklasse B: Köthen-Süd, Köthen-Mitte, Köthen-West, Kleinpaschleben, Gölzau, Arensdorf, Görzig, Osternienburg, Edderitz, Wohlsdorf

Schülerklasse: Köthen-Süd, Köthen-Mitte, Köthen-West, Großpaschleben, Gölzau, Arensdorf, Görzig, Osternienburg, Prosigk, Edderitz, Gröbzig, Wohlsdorf, Kleinpaschleben

Anstelle der Fußballabteilung des Sportkartells fungierte nun das Sportamt.

Der organisierte Spielbetrieb konnte aufgrund der äußerst komplizierten Witterungsbedingungen des Winters 1946/47 nicht wie vorgesehen abgewickelt werden, es kam zu enorm vielen Spielausfällen. So sah sich das Sportamt zu folgender Pressemitteilung genötigt "Freiheit" vom 30. Januar 1947:

"An alle Sportgemeinschaften: In Folge der fahrtechnischen Schwierigkeiten fallen ab sofort alle Serienspiele der unteren Mannschaften bis einschließlich 3. Klasse aus. Es werden demnächst nur noch Serienspiele der 1. und 2. Klasse ausgetragen...."

Zur Aufrechterhaltung des Fußballinteresses unter der Bevölkerung wurde trotz weiteren Ausfalls der Serienspiele am 16. Februar 1947 ein Vergleichskampf der Stadtauswahl Köthen gegen die zur damaligen Zeit schon als sehr spielstark einzuschätzende Elf von Dessau-Nord auf dem Hubertus-Sportplatz durchgeführt. Die Köthener Elf setzte sich aus Folgenden Spielern zusammen:

Sprei, Schulze, Zabel, Baumgarten, Reichelt, Zander (alle Süd), Ehrenberg, Ilsch I, Ilsch II (alle Mitte), Rehsack, Wiesner, Rößchen, Romanus (alle West)

Das Spiel endete mit einem 5:1-Sieg von Dessau-Nord.

Die Serienspiele der unteren sowie der Klassen 1 und 2 fielen auch im Monat März 1947 den Witterungsbedingungen zum Opfer. Das nächste nennenswerte Spiel fand am 6. April 1947 (Ostern) in Köthen zwischen den Stadtauswahlmannschaften von Köthen und Riesa statt, das die Gäste mit einem 3:2-Sieg für sich entscheiden konnten.

Die Spielserie 1946/47 wurde nicht wie geplant zu Ende gebracht. Die "Freiheit" vom 12. April 1947 enthielt folgende offizielle Mitteilung an die Sportgemeinschaften: "Am 13. April 1947 beginnen in der Sparte Fußball die neuen Serienspiele. Trotz der schwierigen Verkehrsverhältnisse ist, um das sportliche Niveau zu heben, eine Neueinteilung der bisherigen 1. Klasse vorgenommen worden, so dass die neue Klasse die Bezeichnung "Sonderklasse" führt. Außer den Köthenern sind auch die Dessauer und Zerbster Sportgemeinschaften eingeschaltet worden...."

Zur Sonderklasse gehörten folgende Mannschaften: Dessau-Törten, Dessau-Waldersee, SG Zerbst, Köthen-Mitte, Cörmigk, Osternienburg, Dessau-West, Köthen-West, Dessau-Süd, Köthen-Süd

In der 2. Klasse sowie auch in den weiteren unteren Klassen wurde auf Grund der damals bestehenden Verkehrsschwierigkeiten eine Unterteilung der Gruppe III - Köthen - in drei Untergruppen vorgenommen. Die Gruppenersten spielten in Direktvergleichen den Meister der 2. Klasse aus. Der Untergruppe 2 gehörte die 2. Mannschaft von Köthen-Süd an. Am 27. April 1947 begannen die Serienspiele, die immer wieder unterbrochen von Städtevergleichen, Freundschaftsspielen - vor allem in den Sommermonaten - und Ergänzungen der Staffeln durch neu gebildete Mannschaften bzw. Vereine, erst im Monat März 1948 ihren Abschluss fanden.

Erst am Ende des Monats Oktober 1947 erfolgte unter der Maßgabe der Anhebung des Spielniveaus der Sonderklasse die Einordnung der über die Landesgrenzen von Sachsen/Anhalt hinaus bekannten Elf Dessau-Nord in den Spielbetrieb. In den Direktvergleichen von Köthen-Süd und Dessau-Nord konnte unsere Elf zwei achtbare Ergebnisse erreichen: dem torlosen Unentschieden in Köthen folgte die 3:2-Niederlage in Dessau. Neben der Sonderklasse gab es im Unterkreis Köthen in der Spielserie 1947/48 folgende Einteilung:

1. Kreisklasse

2. Kreisklasse (Gruppe A und B)

3. Kreisklasse

Jugendklasse A (Gruppe A und B)

Jugendklasse B (Gruppe A und B)

Schülerklasse (Gruppe A und B)

Am 12. März 1948 erschien in der Tageszeitung "Freiheit" nachfolgende Mitteilung: "Nachdem die zur Zeit laufende Spielserie in der Sonderklasse sich bereits ihren Abschluss näherten, wurden wieder einmal am grünen Tisch alle Beschlüsse umgeworfen, in dem am 14. März 1948 ein für das Gebiet Anhalt I geltender neuer Spielplan in Kraft tritt. Dieser Plan sieht die Ausspielung der Meisterschaft in 3 Spielgruppen vor ..."

Den Gruppen gehörten an:

1. Gruppe: Dessau-Nord, Zerbst, Dessau-West, Dessau-Mitte

2. Gruppe: Dessau-Törten, Dessau-Süd, Dessau-Waldersee, Osternienburg

3. Gruppe: Köthen-West, Köthen-Mitte, Köthen-Süd, Cörmigk

Die Siegern der einzelnen Gruppen spielten den Gebietsmeister aus.

Vor Beginn der vorgenannten Spielserie konnte sich Köthen-Süd durch Spielerneuzugänge, u.a. die Gebrüder Ilsch, weiter verstärken. Das war mit der Ausgangspunkt für die dann in den Serienspielen nachgewiesene Spielstärke. Köthen-Süd wurde ungeschlagen Gruppensieger und damit "Qualifikant" für die Spiele zur Ermittlung des Gebietsmeisters Anhalt I. Doch bevor diese Spielserie in Angriff genommen werden konnte, stand am 25. April 1948 ein Städtespiel gegen Burg auf dem Programm. Folgende Spieler waren nominiert:

Sprei, Schulze, Nolte, Ilsch II, Hannemann, Baumgarten, Reichelt (alle Süd), Romanus, Kressmann, Schulz, Ernst (alle West) und Ersatz: Göritz und Renning (beide West)

Köthen verlor dieses Spiel mit 4:1 Toren.

Im Mai 1948 wurden die Spiele zur Ermittlung des Gebietsmeisters-Anhalt I ausgetragen. Köthen-Süd konnte dabei folgende Ergebnisse erzielen:

09.05.1948  7:2-Sieg gegen Dessau-Waldersee in Köthen

23.05.1948  2:1-Sieg gegen Dessau-Nord in Dessau

30.05.1948  3:0-Sieg gegen Dessau-Waldersee in Dessau

Trotz des ausstehenden Vergleiches mit Dessau-Nord in Köthen (kam erst am 11. Juli 1948 zur Austragung und ging mit 1:8-Toren verloren) konnte die Gebietsmeisterschaft-Anhalt I errungen werden. Damit hatte sich Köthen-Süd für die Landesklasse und für die Ermittlung des Landesmeisters Sachsen/Anhalt qualifiziert. Leider verliefen die Spiele auf dieser Ebene nicht mehr so erfolgreich. So verlor die Mannschaft die beiden Auseinandersetzungen gegen Freiimfelde Halle, dem späteren Landes- und Ostzonenmeister, mit 5:1 und 5:2 recht deutlich und schied aus. Zu bemerken wäre, dass der Ostzonenmeister zu diesem Zeitpunkt noch um die gesamtdeutsche Meisterschaft mitspielte.

Die Landesklasse Sachsen/Anhalt war in der Serie 1948/49 in zwei Staffeln (Nord und Süd) unterteilt. Unsere Mannschaft wurde der Südstaffel zugeordnet und hatte sich mit folgenden Mannschaften auseinander zu setzen:

Freiimfelde Halle, Weißenfels-Süd, Dessau-Nord, Bernburg-Süd, Baalberge, Roitzsch, Belgern, Allstedt, Sandersdorf

Die Punktspiele begannen am 29. August 1948. Die langjährigen Köthener Kontrahenten West und Mitte nahmen ihre Spiele in der Bezirksklasse auf.

In der Landeklasse wurde ab der neuen Serie mit Reservemannschaften gespielt. Köthen-Süd hatte in der Saison 1948/49 neben der 1. Männermannschaft und der Reserve folgende weitere Mannschaften im Spielbetrieb:

2. Männermannschaft in der 1. Kreisklasse Köthen

2 A-Jugendmannschaften auf Kreisebene

2 B-Jugendmannschaften auf Kreisebene

2 Schülermannschaften auf Kreisebene

1 "Alte-Herren"-Mannschaft, die sporadisch nur Freundschaftsspiele austrug

Am Ende der Saison errang die Mannschaft von Freiimfelde Halle den Staffelsieg in der Südstaffel der Landesklasse. Köthen-Süd nahm einen gesicherten Mittelfeldplatz ein. Die 2. Mannschaft konnte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten ebenfalls im Mittelfeld platzieren. Erfreulich war der erste Kreismeistertitel, den die 1. A-Jugendmannschaft erringen konnte.

Während der Spielserie 1948/49 zeichnete sich folgende Tendenz in der sowjetischen Besatzungszone immer deutlicher ab: die Konzentrierung des Sports in den Betrieben. Mit dieser Konzeption sollte dem Sport - vor allem dem Volkssport - eine größere Basis für seine Entwicklung gegeben werden. In Köthen entstand im Mai 1949 mit dem Zusammenschluss der Sportgemeinschaften Köthen-West und Köthen-Mitte die Betriebssportgemeinschaft VEB (Volkseigene Betriebe) Köthen. Die Sportgemeinschaft Köthen-Süd spielte zunächst ab dem Monat Mai 1949 unter dem Namen BSG (Betriebssportgemeinschaft) KWU (Kommunale Wirtschaftsunternehmen) Köthen bevor sie im Monat Juni 1949 in "BSG Vorwärts Köthen" umbenannt wurde. Von nun an waren neben der Sportart Fußball weitere Sportarten (u.a. Boxen) angegliedert.

Für das Spieljahr 1949/50 wurde die neue Staffeleinteilung in der Fußball-Landesklasse Sachsen/Anhalt festgelegt. Während der Nord-Staffel die Mannschaften aus dem Magdeburger Raum bzw. der Altmark zugeordnet waren, spielte die 1. Mannschaft der BSG Vorwärts Köthen in der Süd-Staffel mit folgenden Vereinen:

ZSG VEB Halle (Freiimfelde), Waggonbau Dessau (Nord), Eintracht Bernburg, ZSG Schuhmetro Weißenfels, Fahlke Sandersdorf, SG Allstedt, SG Baalberge, ZSG Zeitz, ECW Eilenburg, Genossenschaft Halle, Kombinat Bitterfeld

Eine weitere Neureglung trat in Kraft: "Vereine, deren 1. Männermannschaft sich im Spielbetrieb bis zur Ebene der Bezirksklasse befanden, hatten das Recht, für ihre 2. Männermannschaften die Bezeichnung Ib-Mannschaft zu Führen."

Die Ib-Mannschaft der BSG Vorwärts Köthen war ebenso wie die der Vereine Osternienburg, Gölzau und Radegast in die 1. Kreisklasse eingeordnet worden. Die 2. Männermannschaft spielte in der 2. Kreisklasse Köthen. Auch der Jugendbereich trug nach wie vor seinen Spielbetrieb auf Kreisebene aus.

Vor Beginn der Saison 1949/50 wurden die DS-Liga und die Ostzonen-Oberliga als Spielklassen, die über dem Niveau der Landesklasse lagen, neu geschaffen. Waggonbau Dessau und die ZSG Halle waren in die Oberliga eingegliedert worden.

Ein vor dem Punktspielstart zwischen der BSG Vorwärts und Waggonbau Dessau durchgeführtes Freundschaftsspiel ging für die Köthener Elf mit 2:3-Toren verloren. Für die BSG Vorwärts bestritten folgende Fußballer das Vergleichsspiel:

Sprei, Lischka, Huchel, Hannemann, Ernst, Baumgarten, Nolte, Ilsch, Thiele, Busse, Göritz

In der Spielserie 1949/50 kämpfte die 1. Mannschaft in der Landesklasse Sachsen/Anhalt und belegte nach einem achtbaren 4. Platz zum Abschluss der 1. Halbserie einen gesicherten Mittelfeldplatz zum Saisonende.

 

Die Ib-Mannschaft erreichte in der 1. Kreisklasse ebenfalls einen Mittelfeldplatz. Den Abschluss der Spielserie 1949/50 bildete am 01. Mai 1950 ein inner-deutscher Sportvergleich zwischen einer Stadtauswahl Köthen (Einsatz vieler Spieler von Vorwärts) und der Freien Turnerschaft Braunschweig, der mit einem 1:1 Unentschieden endete.

Vor Beginn der Saison 1950/51 wurde eine neue Einteilung der Landesklasse Sachsen/Anhalt vorgenommen. Zu den Gegner der 1. Männermannschaft gehörten:

Eintracht Sudenburg, Eintracht Bernburg, Lokomotive Aschersleben, Fahlke Sandersdorf, Genossenschaften Schönebeck, ZSG Salzwedel, SG Hötensleben, Genossenschaften Halle, Grünrat Magdeburg, Fortschritt Eilenburg, Agfa Wolfen, BSG Kleinwanzleben, Kombi Bitterfeld

Doch noch bevor der Punktspielbetrieb begonnen hatte, erfolgte in Umsetzung der zentralen Vorgaben der staatlichen Sportpolitik der DDR die Bildung eines Köthener Großvereins in der Trägerschaft volkseigener Betriebe. Am 17. August 1950 wurde die BSG "Union" Köthen gebildet, die sich aus dem Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Vereine BSG "Vorwärts" Köthen und BSG "VEB" Köthen rekrutierte. Dem neu gebildeten Verein gehörten von nun an neben der Sparte Fußball u.a. die Sparten Hockey und Handball an. Als 1. Vorsitzender des Gesamtvereins fungierte der Sportkamerad Reinsdorf. Um die Geschicke der Sparte Fußball kümmerte sich der Sportkamerad Richard Hertz.

Die Zusammenlegung der Fußballsparten von "Vorwärts" und "VEB" hatte insbesondere im Nachwuchsbereich mit der Bildung von jeweils 4 A-Jugendmannschaften und 4 B-Jugendmannschaften sowie weiteren Schülermannschaften seinen Widerhall gefunden. Hinzu kam, dass ab der Saison 1950/51 eine Jugendliga-Mannschaft zu bilden war, die die Vorspiele vor den Punktspielen der Landesklasse zu bestreiten hatte.

Im Männerbereich beteiligten sich neben der 1. Mannschaft folgende Mannschaften am Spielbetrieb:

Ib-Mannschaft - 1. Kreisklasse

2. Mannschaft - 2. Kreisklasse

3. Mannschaft - 3. Kreisklasse

"Alte-Herren"-Mannschaft

Um den Spielbetrieb der Vielzahl an Mannschaften aufrecht erhalten zu können, war das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer, sei es in der Spartenleitung, als Übungsleiter, Betreuer oder Schiedsrichter, unabdingbare Voraussetzung. Da es jedoch nicht möglich ist, an der Stelle die namentliche Nennung vorzunehmen, gebührt diesen Sportkameraden, wie auch denen, die sich in den folgenden Jahren für unseren geliebten Fußball engagierten, Dank und Anerkennung.

 

Obwohl die 1. Männermannschaft vor Beginn der Spielserie 1950/51 einige Abgänge zu verzeichnen hatte, u.a. der Abgang von Heinz und Gerhard Ilsch zu Waggonbau Dessau (Motor Dessau) -DDR-Oberliga-, konnte die Landesklasse gehalten werden. Besonders erfreulich waren die Leistungen der 1. A-Jugend- und der 1. B-Jugendmannschaft, die "Kreismeister" bzw. "Vizekreismeister" werden konnten.

Zur A-Jugendmannschaft hieß es in einem Artikel in der Tageszeitung "Freiheit" vom 12. Februar 1951: "Für jeden begeisterten Anhänger des Fußballsports ist es immer eine besondere Freude, die 1. A-Jugendmannschaft der BSG Union Köthen spielen zu sehen..."

Bei Ermittlung des Landesmeistertitels konnte die A-Jugend leider die guten Leistungen nicht bestätigen.

Zur abgelaufenen Saison 1950/51 wäre noch zu bemerken, dass im Februar 1951 nach einem Beschluss des Deutschen Sportausschusses in den Sportarten Fußball, Handball und Hockey die Auswechslungen von 2 Spielern, einem Feldspieler und einem Torhüter vorgenommen werden konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keine Auswechselmöglichkeiten.

Vor Beginn der Spielserie 1951/52 konnte die Landesklasseelf der BSG Union mit den Zugängen der Sportkameraden Gräfe, Heinemann, Schumann und Schwarz verstärkt werden. Die Vorspiele zu den Punktspielen in der Landesklasse bestritten die Reservemannschaften. Weiterhin hatte die BSG Union folgende Mannschaften im Spielbetrieb:

2. Mannschaft - 2. Kreisklasse Köthen

Jugendliga

"Alte-Herren"-Mannschaft

4 A-Jugendmannschaften

3 B-Jugendmannschaften

Schüler

Die 1. A-Jugend sowie die 1. B-Jugend spielten in der Sonderklasse. Die Tageszeitung "Freiheit" vom 28. September 1951 enthielt folgende Information: "Gründung der BSG Stahl Köthen - Die Verwirklichung der Forderung: Volkssport auf Produktionsbasis hat in den Köthener VEB-Betrieben nun bald ihre Realisierung erfahren ..."

Am 4. Oktober 1951 war im Kultursaal des VEB ABUS Förderanlagen Köthen die Gründungsfeier der BSG Stahl Köthen - bis dato BSG Union. Als 1. Vorsitzender der BSG Stahl fungierte Sportkamerad Reinsdorf, als Spartenleiter Fußball Kurt Naumann.

Dieser vorgenannten Umbenennung sollte im März 1952 eine weitere folgen. In der Tageszeitung "Freiheit" vom 21. März 1952 war zu lesen: Am Montag, den 17. März 1952, fand in einer Feierstunde im Haus der Volkskunst die Übernahme der BSG Stahl Köthen in die Sportvereinigung Motor statt ..."

Damit war die Umbenennung in die BSG Motor Köthen vollzogen und hatte bis zur politischen Wende im Jahr 1990 bestand.

Nicht so erfolgreich verlief für die Sparte Fußball die Spielserie 1951/52. Nachdem aufgrund von Besetzungsschwierigkeiten die 2. Männermannschaft und die 4. A-Jugendmannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet werden mussten, belegte die 1. Männermannschaft zum Abschluss der Serienspiele den vorletzten Platz und damit eine Abstiegsposition. Das Ergebnis führte zur harschen Kritik der zahlreichen Anhängerschar und diese galt vor allem der Trainingsbeteiligung der Spieler.

In der Tageszeitung "Freiheit" hieß es dazu: "... Es genügt nicht, dass sich elf Spieler Sonntags auf dem Sportplatz treffen, ihre 90 Minuten Fußball spielen und dann wieder auseinander gehen. Regelmäßiges Training ist eine der Voraussetzungen, um die Mannschaft kampfstark zu machen..."

Mit der Verpflichtung des Trainers Paul Miethke aus Cottbus, der seinen Vorgängern Alfred Kreidemeier und Erich Balanke ab dem 1. August 1952 folgte, sollten der Mannschaft wieder neue Impulse gegeben werden.

Glück im Unglück für die 1. Männermannschaft. Am 25. Juli 1952 beschloss der Landtag von Sachsen-Anhalt das "Gesetz über die weitere Demokratisierung, den Aufbau und die Arbeitsweise der staatlichen Organe im Land Sachsen-Anhalt." Das bedeutet die Auflösung des bisherigen Landes in die Bezirke Magdeburg und Halle und somit die Bildung des Kreises Köthen im Bezirk Halle. Die Festlegung neuer Spielklassen war die Folge. Die 1. Mannschaft unserer BSG Motor wurde in die aus insgesamt 12 Mannschaften bestehende Bezirksliga Halle eingeordnet. Unterhalb der Bezirksliga gab es die Bezirks- und Kreisklasse, oberhalb die Oberliga und die DS-Liga.

Die 1. Mannschaft hatte in der Bezirksliga gegen folgende Mannschaften zu spielen: Empor Halle, Motor Ammendorf, VP Eisleben, Chemie Bitterfeld, Aktivist Sandersdorf, Chemie Greppin, Empor Bernburg, Chemie Schkopau, Chemie Piesteritz, Aktivist Holzweißig und Stahl Eisleben.

Die 2. Männermannschaft spielte ebenso wie die 3. Motorelf in der Staffel 2 der 2. Kreisklasse Köthen. Weiterhin befanden sich 2 A-Jugend-, 2 B-Jugend-, 2 Schüler- und eine Alte Herren-Mannschaft im Spielbetrieb. Die Jungliga-Elf spielte in der 2. Kreisklasse. Die Vorspiele der Bezirksligamannschaften bestritten die Reservemannschaften. Die 1. A-Jugend spielte auf Bezirksebene. Der einheitliche Beginn der Serienspiele 1952/53 war für alle Klassen auf den 29. September 1952 festgelegt worden.

Die Koordination des Spielverkehrs auf Kreisebene wurde vom Fachausschuss Fußball im neu errichteten Staatlichen Komitee für Körperkultur und Sport des Kreises Köthen übernommen. Vor Beginn des Spielbetriebes musste erneut der Schiedsrichtermangel beklagt werden.

Für unseren Verein gehörten die Sportkameraden Fesser, Matthai, Kaphuhs, Nojak, Nauke und Becker der "schwarzen zunft" an und leiteten überwiegend Spiele auf Kreisebene. der Sportkamerad Paul Naumann fungierte als Kreisschiedsrichter-Obmann der Sektion Fußball des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport im Kreis Köthen.

Mit dem "Sportheim" am Neustädter Platz - Inhaber Karl Börner, der bereits in seinem vorherigen Lokal in der Weintraubenstraße die Fußballer betreute - hatte die Sektion Fußball der BSG wieder ein Vereinsheim gefunden. Es sollte über viele Jahre der Treffpunkt der "Motor-Fußballer" bleiben.

Von Beginn der Saison 1952/53 wurden mit dem Einsatz eines neuen Trainers sowie der Verbesserung der materiellen Voraussetzungen durch die Trägerbetriebe der BSG Motor bessere Bedingungen für die 1. Mannschaft geschaffen. Sie sollten jedoch während der Spielserie nicht zu der erhofften Leistungssteigerung der Mannschaft und damit verbunden der Sicherung der Spielklasse-Bezirksliga- führen. Das nicht ausreichende Leistungsvermögen der Spieler sowie eine ausgesprochene Platzsperre (März 1953 über 4 Wochen) wegen Zuschauerausschreitungen während des Heimspiels gegen Chemie Bitterfeld führten unweigerlich zum Abstieg aus der Bezirksliga Halle zum Ende der Saison 1952/53.

Auch bei den anderen am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften unseres Vereins konnte keine wesentliche Leistungssteigerung festgestellt werden.

Die 2. Mannschaft spielte weiterhin in der 2. Kreisklasse, die 1. A-Jugend in der Bezirksklasse, die 2. A-Jugend, die 1. und 2. B-Jugend sowie die Schüler auf Kreisebene.

Der Abstieg der 1. Mannschaft aus der Bezirksliga hatte den Abgang einiger Stammspieler zur Folge. So verließen u.a. die Sportkameraden Gerhard Rößchen (Stahl Thale - Oberliga) und Kurt Schulze (Motor Dessau) den Verein.

Während die BSG Chemie Osternienburg durch den Aufstieg die Farben des Köthener Kreises in der Bezirksliga Halle vertrat, wurde unsere 1. Mannschaft in die Bezirksklasse Staffel II eingeordnet. Sie hatte sich in der Spielserie 1953/54 mit folgenden Mannschaften auseinanderzusetzen: Chemie Nienburg, Wissenschaft Gatersleben, Stahl Walzwerk Hettstedt, Lok Aschersleben, Aktivist Friedenshall, Stahl Helbra, Motor Quedlinburg, Aktivist Gölzau, Aktivist Nachterstedt, Aktivist Edderitz und Lok Frose.

Die Spielserie, die am 20. September 1953 begann, wurde mit den Vorspielen der Reservemannschaften bestritten.

Zum Abschluss der 1. Halbserie belegte die 1. Mannschaft den 1. Platz (inoffizieller Herbstmeister), auch die Reservemannschaft führte die Tabelle an.

Erfreulich war auch die Platzierung der 1. B-Jugend. Sie konnte unangefochten den Kreismeistertitel erringen. Neben dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksklasse erreichte die 1. B-Jugend einen hervorragenden 3. Platz bei der Bestenermittlung im Bezirk Halle.

Am Ende der Saison 1953/54 (März 1954) belegte die 1. Mannschaft in der Staffel II der Bezirksklasse den 2. Platz, der jedoch den angestrebten Wiederaufstieg in die Bezirksliga nicht ermöglichte. Auch der 2. Mannschaft gelang es nicht, sich für einen Aufstieg in die 1. Kreisklasse zu qualifizieren. Die 1. A-Jugend verblieb in der Bezirksklasse, die 1. B-Jugend stieg in die Bezirksklasse auf.

Nach dem Abschluss der Saison 1953/54 trug die 1. Mannschaft noch einige Freundschaftsspiele aus. So gelang der Mannschaft am 19. Mai 1954 im Spiel gegen die in stärkster Aufstellung erschienenen Oberligaelf von Lok Stendal vor 3000 Zuschauern im Stadion ein 2:1-Sieg.

Weiterhin erfolgreich war die Mannschaft in zwei innerdeutschen Vergleichen:

am 06. Juni 1954 - BSG Motor Köthen - Helmstedter SV  8:1

am 20. Juni 1954 - BSG Motor Köthen - Germania Wolfenbüttel  5:2

sowie im Spiel gegen den Aufsteiger zur DS-Liga, Motor Eisenach, bei dem ein 1:1 erreicht werden konnte.

Die Farben Rot-Weiß vertraten in den vorgenannten Spielen folgende Sportkameraden:

Schumann - Reichert - Schneider - Thiele - Thon - Rehsack - Januschkowsky - Eiserich - Börner - Spitzner - Laufs - Schreyer - Messer - Gieseler - Dölle.

Den Auftakt der Saison 1954/55 bildeten am 14. und 15. August zwei weitere innerdeutsche Vergleiche. Gespielt wurde am 14. August beim Hemstedter SV (4:3-Sieg) und am 15. August beim HSV Haiersdorf 1892 (3:3-Unentschieden).

Dem Start in die neue Spielserie ging ein Wechsel auf dem Trainerstuhl voraus, Sportkamerad Heinz Dreher übernahm das Kommando über den Trainings- und Spielbetrieb der 1. Mannschaft.

Gespielt wurde mit Beginn der Serie am 5. September 1954 nicht mehr im traditionellen Stadion, sondern auf dem Jürgenweg. Der große Platz des Stadions musste aufgrund einer starken Absenkung des Bodens zur Teichseite gesperrt werden. Dabei waren Senkstellen bis zu 67 cm festgestellt worden. Nach fachlicher Überprüfung war die Generalüberholung der Platzanlage unerlässlich.

Als Schiedsrichter waren für unseren Verein in der Saison 1954/55 folgende Sportkameraden im Einsatz: Reupsch, P.Nojack, Bennewitz, M.Wohlrabe, O.Becker, Fesser, Matthai, Hanitsch, Ehrenberg, K.-H. Schulze

Der Sportkamerad Schulze übte auch die Funktion eines Sektionsleiters (Spartenleiters) Fußball in der BSG Motor Köthen aus.

Trotz des Abgangs weiterer Spieler stand für die Spielserie 1954/55 die klare Zielstellung: Staffelsieg und Aufstieg in die Bezirksliga. Doch der Start in die Saison am 5. September 1954 ging mit einer 1:2-Niederlage im Heimspiel gegen den Aufsteiger Klostermannsfeld daneben. Nach weiteren Niederlagen im Derby gegen Aktivist Edderitz (3:2) trat die zahlreiche Anhängerschar auf den Plan. Während eines Ausspracheabends mit dem Trainerkollektiv der 1. Mannschaft, dem Trainer, der Sektionsleitung und vielen Sportanhängern wurde die Diskussion zum Thema: "Warum geht es in Köthen mit dem Fußball nicht weiter?" geführt.

Hierbei einigte man sich auf folgendes Ergebnis:

Die Zielstellung Aufstieg in die Bezirksliga bleibt bestehen.

Es wird die Forderung an die Trägerbetriebe gestellt, mindestens eine Trainingsteilnahme den Spielern pro Woche zu gewährleisten.

Am Ende der 1. Halbserie belegte die 1. Mannschaft den 1. Platz in der Staffel II der Bezirksklasse vor der BSG Chemie Bernburg.

Wenn auch das vorgenannte Ergebnis positiv zu betrachten ist, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass unser Verein vor Beginn der Saison die 2. Mannschaft aus dem Spielbetrieb wegen Besetzungsschwierigkeiten zurückziehen musste. Zur Vorbereitung der 1. Mannschaft auf die 2. Halbserie wurde erstmals mit Unterstützung der Trägerbetriebe am Jahresende 1954 ein Trainingslager in Köthen durchgeführt. Auf dem Programm stand die weitere technisch-taktische Schulung und die Verbesserung der konditionellen Verfassung der Mannschaft.

Der Start in die 2. Halbserie erfolgte bereits am 4. Januar 1955 mit dem Spitzenspiel gegen die BSG Chemie Bernburg auf dem Sportplatz Jürgenweg. 3000 Zuschauer waren Augenzeuge einer packenden Partie, die unsere Mannschaft verdient mit 2:0 gewinnen konnte. Dieser Sieg sollte einen wichtigen Grundpfeiler auf dem Weg zum Staffelsieg sein, der bereits am 6. März 1955 nach dem 4:0-Sieg gegen Aktivist Gölzau vorzeitig erreicht werden konnte. Damit war der erste Schritt getan, es folgten in den Monaten Mai und Juni 1955 die Aufstiegsspiele zur Bezirksliga. Unsere Mannschaft hatte sich mit Polysius Dessau, Traktor Teuchern und Stahl Merseburg auseinander zu setzen. Am 12. Juni 1955 war nach dem letzten Aufstiegsspiel gegen Polysius Dessau, dass vor 3500 Zuschauern mit einem 1:1-Unentschieden endete, der Aufsteig in die Bezirksliga Halle erreicht.

 

Folgende Spieler waren beteiligt:

Gerhard Reichert, Gerhard Romanus, Heinz Thiele, Lothar Schreyer, Rudolf Lischka, Alfred Januschkowsky, Eduard Schwarz, Rudolf Nolte, Kurt Finze, Henz Mandel, Arthur Schneider, Günther Spitzner, Hans Laufs, Gerhard Messer, Otto Rehsack, Paul Eiserich, Helmuth Bachmann, Hugo Huchel, Rudolf Thon

Das Spieljahr 1954/55 klang mit einigen Freundschaftsspielen aus. Herauszuheben sind:

- der nationale Vergleich gegen Arminia Hannover-Amateure (7:1-Sieg)

- das Spiel gegen die DS-Liga-Elf von Motor Wismar (2:1-Sieg)

Im Nachwuchsbereich ist, nachdem die 1. A-Jugend und die 1. B-Jugend den Verbleib in der Bezirksklasse sichern konnte, der Sieg im Junge-Welt-Pokal im Kreis Köthen hervorzuheben.

Noch bevor die Vorbereitung auf die neue Spielserie 1955/56 begonnen hatte, gab es einige Veränderungen. Trainer Heinz Dreher hatte den Verein verlassen und der Sportkamerad Werner Kagemann übernahm ab dem 1. Juli 1955 die Betreuung der 1. Mannschaft.

In der Tageszeitung "Freiheit" vom 12. August 1955 war folgende Mitteilung veröffentlicht worden: "... Die Sektion Fußball der DDR hat in Verbindung mit den verantwortlichen Funktionären der Kreise und Bezirke festgelegt, dass das Spieljahr dem Kalenderjahr gleichgeschaltet wird. ... Das neue Spieljahr beginnt somit im März 1956 und wird ohne Sommerpause durchgespielt. Die Spielpause fällt in den Winter ..."

Bis zum Jahresende 1955 trugen alle Spielklassen (einschl. Bezirksliga) eine einfache Hallenrunde ohne Auf- bzw. Abstieg aus. Unsere 1. Mannschaft sowie die Reservemannschaft hatten sich in Hin- und Rückspielen in der zweigeteilten Bezirksliga mit Halle, Empor Halle, Motor Polysius Dessau, Chemie Bitterfeld, Aktivist Sandersdorf und Aktivist Roitzsch auseinander zu setzen. Im Nachwuchsbereich wurden die Sonderjugendmannschaften mit den in der Bezirksklasse spielenden Fußballmannschaften während der Übergangsrunde gemeinsam in Staffeln eingeordnet. In der Kreisklasse bildeten die Kreisfachausschüsse Bernburg und Köthen vier gemeinsame Staffeln, ohne Beteiligung einer Mannschaft von Motor Köthen. Die Spiele begannen für alle Klassen am 28. August 1955. Das erste Spiel trug unsere 1. Mannschaft gegen Sandersdorf auf dem kleinen Hubertusplatz vor 3000 Zuschauern aus. Es endete 2:2-Unentschieden. Eine gute Rolle spielte in der Übergangsrunde die 1. A-Jugendmannschaft. Sie konnte sich innerhalb ihrer Staffel gegen Mannschaften der Jugend-Sonderliga durchsetzen und belegte den 1. Platz.

Während der Übergangsrunde führte die 1. Mannschaft eine Reihe von Freundschaftsspielen durch. Besonders herauszuheben war das Spiel gegen die Oberligamannschaft von SC Empor Rostock, das am 18. Februar auf dem Stadion vor 3500 Zuschauern ausgetragen wurde und mit einem Resultat von 1:1 endete. Beachtenswert, denn die Rostocker traten mit ihrer kompletten Stammelf an (mit den A- und B-Auswahlspielern Schaller, Holtfreter, Speth, Minuth und Zapf).

Am 11. März 1956 begann die offizielle Punktspielserie 1956 gleich mit einem "Paukenschlag" für unsere Mannschaft. Vor 3000 Zuschauern wurde auf dem Jürgenweg die BSG Chemie Schkopau 8:2 geschlagen. Erfreulich war auch, dass neben der Bezirksliga-Reserve eine 2. Motorelf den Punktspielbetrieb in der 2. Männerkreisklasse aufnahm. Im Nachwuchsbereich hatte sich in der Besetzung der Spielklassen keine Veränderung ergeben, d.h. die 1. A-Jugend und die 1. B-Jugend spielten in der Bezirksklasse, die 2. A- und 2. B-Jugend sowie die beiden Schülermannschaften beteiligten sich am Spielbetrieb im Kreis. Die "Alte-Herren"-Mannschaft trug Freundschaftsspiele aus.

Die 1. Halbserie des Punktspieljahres 1956 verlief für unsere Mannschaften recht zufrieden stellend. Die 1. Mannschaft belegte einen Platz im oberen Tabellendrittel, die 1. A-Jugend ebenfalls und die 1. Schülermannschaft konnte den Kreismeistertitel erringen. Leider konnte diese Mannschaft in den Spielen um die Schülerbezirksmeisterschaft keinen der vorderen Plätze erreichen.

Freundschaftsspiele gegen prominente Gegner bildeten für die 1. Mannschaft den Abschluss der 1. Halbserie. Mitte Mai 1956 spielte sie vor 5000 Zuschauern auf dem Hubertus-Sportplatz gegen SC Lokomotive Leipzig (DDR-Oberliga), - das Spiel ging 0 : 3 verloren. Einen weiteren Höhepunkt in der laufenden Spielserie sollte der am 13. Juni 1956 ausgetragene Vergleich unserer 1. Motorelf gegen die DDR-FIFA-Jugendauswahl bilden. Vor grosser Zuschauerkulisse unterlag unsere Mannschaft nach guter Leistung mit 0 : 2 Toren. Von den in der FIFA-Jugendauswahl mitwirkenden Spielern bestimmten Wehner (Erfurt), Stöcker (Magdeburg), Strohmeier und Klingbiel (Stendal), um nur einige zu nennen, den DDR-Oberliga- und Auswahl-Fussballsport mit.

Nach diesem Vergleich wurde die Punktspielserie fortgesetzt. Inzwischen hatte der Sportkamerad Heinz Thiele die Geschicke der Mannschaft als Spielertrainer übernommen, da der Sportkamerad Kragemann plötzlich Köthen verlassen hatte.Heinz Thiele führte das Amt bis Ende August 1956 aus, ab 1. September war der Sportkamerad Heide Trainer der 1. Mannschaft.

Alles in allem war für die Sektion Fussball das Spieljahr 1956 recht erfolgreich. Die 1. Mannschaft konnte nach ihrem Aufstieg in die Bezirksliga am Ende des Punktspieljahres den 5. Tabellenplatz belegen. Unsere 2. Mannschaft errang mit nur zwei Minuspunkten die Meisterschaft in der 2. Kreisklasse und erkämpfte damit gleichzeitig den Aufstieg zur 1. Kreisklasse. Die 1. A-Jugend erreichte den Aufstieg in die Jugend-Sonderklasse des Bezirkes Halle.

Das Spieljahr schloss die 1. Mannschaft mit zwei nennenswerten Freundschaftsspielen, eine 2 : 1- Niederlage gegen Motor Weimar (1. DDR-Liga) und eine 7 : 0-Niederlage gegen den SC Motor Berlin (1. DDR-Liga), ab. Die 2. Mannschaft beteiligte sich an den FDGB-Kreispokalspielen und erreichte das Endspiel. Das Finale fand in Trebbichau/Aken statt und  der Gegner hiess Stahl Aken. Nach einem spannenden Spiel verliss die 2. Mannschaft mit einem 6 : 3-Erfolg den Platz und gewann damit den FDGB-Kreispokal 1956/57.

Am 3. März 1957 begann die Punktspielserie 1957 für alles Spielklassen im Bezirk Halle. Wie die Bezirksliga, so führten auch in der 1. Kreisklasse Reservemannschaften die Vorspiele aus. Als Aufsteiger zur Bezirksliga präsentierten sich Aktivist Roitzsch und Chemie Bernburg. Zu den Stammspielern unserer 1. Mannschaft gehörten die Sportkameraden:

Reicher, Finze, Bäthe, Romanus, Spitzner, Braune, Pabst, Januschkowsky, Nord, Rehsack, Bülow, Kugler, Lösch, Eiserich, Warthemann, Schuhmann, Cortas und Messer.

Trainiert wurde die Mannschaft weiterhin von dem Sportkameraden Heide und als Betreuer fungierte der Sportkamerad Heinz Krähe. Die Heimspiele trug die Mannschaft im Zeitraum März bis Ende Mai auf dem Jürgenweg aus, ab 15. Juni 1957 stand das Stadion Austragungsstätte der Heimspiele wieder zur Verfügung.

Durch viele Verletzungen bedingt, hatte unsere 1. Mannschaft keinen guten Start in die 1. Halbserie, viele Heimspiele wurden verloren und es dauerte eine geraume Zeit, bis man die unteren Tabellenregionen verlassen konnte.

Am Ende der 1. Halbserie erreichte die Mannschaft den 4. Tabellenplatz. In der 2. Halbserie hatte sich die Mannschaft weiterstabilisiert und am Ende des Spieljahres 1957 einen guten 4. Tabellenplatz erreicht. Die 2. Motorelf nahm nach gutem Start in die Saison "Platzierungen" im oberen Tabellendrittel - am Ende den 5. Tabellenplatz in der 1. Kreisklasse Köthen ein. Besonders beachtenswert war die Platzierung unserer aufgestiegenen Jugend-Sonderliga-Mannschaft, die am Spieljahresende einen hervorragenden 3. Platz erreichen konnte. Neben den Leistungen dieser Mannschaft sollte die nach 1945 geleistete Arbeit im Jugendbereich unseres Vereins insgesamt gewürdigt werden. Stellvertretend für die vielen Betreuern und Helfer seien hier die Sportkameraden Hans Uhde, Max Jacob, Fritz Fesser sen. und Fritz Fesser jun. (in den fünf Jahren) genannt.

Im Januar 1958 erfolgte die Umbildung der Sektion Fussball in den Deutschen Fussballverband (DFV) als Sportverband im Deutschen Turn- und Sportbund der DDR. Er war damit das "Gegenstück" zu dem in der BRD weiter bestehenden Deutschen Fussball-Bund (DFB)

Das Spieljahr 1958 begann mit einem Erfolg unserer 2. Mannschaft. Im FDGB-Kreispokalendspiel gelang am 2. Februar 1958 gegen Traktor Quellendorf im Köthener Stadion der 4 :1-Sieg und damit der Pokalgewinn.

Am 9. März 1958 begann in der Bezirksliga und auf der Kreisebene die neue Punktespielserie 1958. Die in den Vorbereitungspielen von der 1. Mannschaft erreichten Ergebnisse, insbesondere gegen Vertreter der 1. und 2. DDR-Liga, liessen einige Erwartungen auf die Punktspiele schliessen. Doch diese Erwartungen sollten zunächst ins Gegenteil umschlagen. Nach der 2 : 0-Heimniederlage am 18. Mai 1958 gegen Empor Halle fand sich unsere 1. Mannschaft auf den letzten Tabellenplatz wieder. Wieder oblagen die Leistungen der Mannschaft harscher Kritik der zahlreichen Sportanhänger. Am Ende der Saison erreicht die 1. Mannschaft nach einem 1 : 1-Unentschieden gegen Aktivist Röblingen im Heimspiel am 16. November 1958 den für den Klassenerhalt bitter notwendiger Punkt.

Abschlussplatzierungen:

1.  Stahl Eisleben - Aufsteiger zur II. DDR-Liga

2.  Motor Ammendorf

3 . Aktivist Röblingen (später Amsdorf)

4.  Aktivist Nachterstedt

5.  Motor Aschersleben

6.  Chemie Buna Schkopau

7.  Traktor Teuchern

8.  Turbine Halle

9.  Chemie Bernburg

10. Motor Quedlinburg

11. ZAB Dessau

12. Motor Köthen

13. Empor Halle

14. Aktivist Hohenmölsen

In der 1. Mannschaft kamen folgende Spieler zum Einsatz:

Finze, Reichert, Bäthe, Bülow, Eiserich, Hoffmann I, Priebe, Januschkowsky, Lehmann, Rehsack, Horn, Laufs, Schumann, Warthemann, Messer, Kugler, Romanus, Spitzner, E. Müller, Glatzel, Braune, Reinicke, Alsleben, Börner.

Erfolgreicher verliefen die Serienspiele der 2. Mannschaft in der 1. Kreisklasse. Nach vorderer Platzierung zum Abschluss der 1. Halbserie errang die Mannschaft am Ende der Punkspielserie den Titel eines Kreismeisters. Im letzten Punktspiel gegen die BSG Traktor Radegast am 26. Oktober 1958 kamen zum Einsatz:

Reichert, Sattler, Thiele, R. Mann, Braune, R. Richter, Hoffmann, Bruckert, Laufs, Alsleben, Nord, Schneider

(Ergebnis 0:0).

 

Der errungene Kreismeistertitel berechtigte unsere 2. Mannschaft zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse. Die Mannschaft hatte sich in der Gruppe 2 mit TUS Wittenberg, Traktor Wörlitz, Empor Zörbig und Motor Dessau Ib auseinander zu setzen. Mit einer 1 : 2-Niederlage im letzten Heimspiel gegen Empor Zörbig verspielte unsere 2. Mannschaft ihre Aufstiegschance.

Unsere 1. Mannschaft bestritt bis zum Jahresende 1958 noch einige Freundschaftsspiele. Hervorzuheben wären dabei der innerdeutsche Vergleich am 30. November 1958 in Essen gegen den SV 1919 Essen-Byfang (Amateurliga), der mit einem 2 : 2-Unentschieden endete und das Spiel am 21. Dezember 1958 in Gröbzig mit einem 3 : 3-Unentschieden. Mit dem Spiel in Gröbzig beendete Trainer Heide seine Tätigkeit bei der BSG Motor Köthen.

Vom 1. Januar 1959 an übernahm der Sportkamerad Heinz Rapior aus Halle das Training der 1. Mannschaft. Er setzte den von Trainer Heide begonnenen Einbau junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs systematisch fort und formte eine schlagkräftige Mannschaft.

Während auf der Kreisebene bereits am 15. Februar 1959 der Punktspielbetrieb aufgenommen wurde, begannen die Serienspiele der Bezirksliga Halle erst am 26. April 1959.

In Vorbereitung auf die Punktspiele bestritt die 1. Mannschaft eine Reihe von Freundschaftsspielen gegen höherklassige Gegner (Lok Stendal/Oberliga 0 : 4, Motor Wolgast/2. Liga 4 : 0) Während des Verlaufs der Punktspielserie konnte die 1. Mannschaft ihre Leistungssteigerung gegenüber dem Spieljahr 1958 unter Beweis stelle. Sie belegten am Ende den 6. Tabellenplatz.

Folgende Spieler kamen zum Einsatz:

Reichert, Finze, Priebe, Eiserich, Lösch, Glatzel, Börner, Alsleben, Rehsack, Kugler, Nord, Reinicke, Januschkowsky, E. Müller, Messer, R. Mann, Gründel, Klotsch

Bilanz des Jahres 1959 aller Motormannschaften:

Mannschaft                      Spiele           gewonnen           unentschieden           verloren         Tore

1. Mannschaft                   47                     21                        13                         13               110:75

Bez.-Liga

Reserve                            35                     23                         5                            7               108:51

2. Mannschaft                   44                     25                         2                          17               109:71

3. Mannschaft                   26                     17                         3                            6               92:52

Alte Herren                      14                       9                          2                            3               29:21

1. Junioren                        39                     17                         11                         11               96:59

2. Junioren                        30                     12                          5                          13               73:79

1. Jugend                          23                     14                          2                          7                62:46

2. Jugend                          20                      3                           2                         15               14:81

1. Schüler                         36                     17                          6                          13               52:75

2. Schüler                         12                       4                          5                            3               21:17

Zu Beginn des Jahres 1960 hatte es einige Veränderungen in der Leistung der BSG Motor Köthen gegeben. Der Sportkamerad Fritz Hannemann übernahm die Funktion des BSG-Leiters und der Sportkamerad Heinz Stein wurde zum neuen Sektionsleiter Fussball gewählt. Sein Vorgänger Karl-Heinz Schulze verblieb als stellvertretender Sektionsleiter.

Der in den letzten Jahren eingeschlagene Weg des Einbeziehens weiterer Nachwuchsspieler in den Männerbereich wurde auch im Jahr 1960 fortgesetzt. Nachdem bereits im Jahr 1959 die Spieler Kugler, Alsleben, Glatzel, und Reinicke einen Platz im Mannschaftskollektiv der 1. Mannschaft erreichen konnten, folgten ihnen die Sportkameraden Paasch und Grabe vor Beginn der Spielserie des Jahres 1960.

Der Start in der Punktspielsaison des Jahres 1960 erfolgte am 06. März 1960 für alles Männermannschaften unseres Vereins. Die Nachwuchsmannschaften Jugend und Junioren befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Punktspielbetrieb. So hatte sich die 1. Juniorenelf in der Staffel A der Bezirksliga Halle mit folgenden Mannschaften auseinander zu setzen:

SC Chemie Halle, Motor Aschersleben, Chemie Wolfen, Lok Dessau, Chemie Bernburg, Motor Rosslau-Ost, Aktivist Holzweissig, Chemie Greppin, Stahl Helbra.

Unsere Mannschaft konnte am Saisonende den erfolgreichen 3. Platz in der Staffel belegen. Auch unsere 1. Jugendmannschaft schloss die Punktspielserie erfolgreich ab. Sie wurde überlegen Kreismeister und beteiligte sich an der Ermittlung des "Bezirksmeister" in ihrer Altersklasse. Leider konnte unsere Jugendmannschaft nicht einen vorderen Platz im Bezirk erringen.

Im Männerbereich der Männer konnte man, gemessen an den Erwartungen unserer Sportanhänger mit den in der 1. Halbserie erreichten Ergebnissen nicht ganz zufrieden sein. So nahmen die 1. Mannschaft in der Bezirksliga den 7. Platz, die 2. Mannschaft den 6. Platz in der 1. Kreisklasse und die 3. Mannschaft den 5. Platz der Staffel A der 3. Kreisklasse ein.

Nach dem Abschluss der 1. Halbserie standen für die 1. Mannschaft wieder interessante Freundschaftsspiele auf dem Programm. Die Mannschaft absolvierte zu Pfingsten zwei innerdeutsche Vergleiche bei Rot-Weiss Steterburg (3 : 2 - Niederlage) und Freie Turnerschaft Braunschweig (3 : 2-Sieg.) Im Monat Juli 1960 hiessen u. a. die Gegner

SC Fortschritt Weissenfels (Oberliga)  4 : 2-Niederlage

Aktivist K. M. Zwickau (1. Liga)  2 : 1-Niederlage

Dynamo Eisleben (1. Liga)  2 : 2 Unentschieden

Am 07. August 1960 traf die Mannschaft im Rahmen des Betriebssportfestes der Trägerbetriebe der BSG Motor erneut auf Rot-Weiss Steterburg und konnte die Partie mit einem 5 : 1-Sieg für sich entscheiden.

Nach dem Gewinn des "Kreisfriedenspokals" im Monat August 1960 (3 : 2-Sieg gegen Aktivist Edderitz) begannen die Punktspiele der 2. Halbserie. Nach guter Vorbereitung konnte die Mannschaft in den Spielen ein gewachsenes spielerisches Leistungsvermögen, basierend auf guter konditioneller Grundlage, unter Beweis stellen. Am Saisonende belegte unsere 1. Mannschaft hinter Motor Ammendorf den hervorragenden 2. Platz.

 

Den Abschluss des Jahres 1960 bildeten zwei Freundschaftsspiele gegen

             Fortschritt Neustadt-Glewe (2. Liga)  1 : 1-Unentschieden

und

             SC Turbine Erfurt (Oberliga)  2 : 5-Niederlage.

Zu Beginn des Jahres 1961 wurden neue Beschlüsse im Fussballsport der DDR gefasst, die bereits im Spieljahr1961/62 zur Anwendung kamen.

Im Wesentlichen:

- Das Spieljahr wurde auf den Rhythmus Herbst/Frühjahr umgestellt.

- Die Meisterschaft 1961/62 gestaltete der BFA in drei Serien: Hin- und Rückspiel sowie ein Spiel auf neutralem Platz.

-Einführung einer Bezirksliga-Junioren ab Spielserie 1961/62

- Jede Sektion hatte mindestens eine Schüler-, Jugend- und Juniorenmannschaft aufzubauen.

- Der Kleinfeldfussball für 10- bis 12-jährige Kinder wurde eingeführt.

Diese Beschlüsse waren auch auf den Spielbetrieb der Kreisebene umzusetzen. Eine Aufgabenstellung, der sich der im Januar 1961 neu gewählte KFA-Vorsitzende Ronald Vetter (Motor Köthen) zu stellen hatte. Helmut Gehre -Spielkommission- und Karl-Heinz Schulze -Rechtskommission- mit. Neuer Sektionsleiter in unserer Fussballabteilung der BSG Motor wurde der Sportkamerad Heinz Stein.

Am 05. März 1961 begann für die Bezirksliga Halle das "Mammutspieljahr." Ausgehend von den in der Spielserie 1960 von unserer 1. Mannschaft erreichten Ergebnissen war die Erwartungshaltung unter den Sportanhängern und unter Vereinsmitgliedern relativ hoch. Deshalb konnte die Zielstellung nur lauten: Erringung des Bezirksmeistertitels und Aufstieg in die II. DDR-Liga.

Neben der 1. Mannschaft spielten die 1. Junioren im Bezirksmassstab (Bezirks-Juniorenliga.)

Weiterhin waren im Spielbetrieb:

   - eine Bezirksligareserve

   - eine 2. Mannschaft in der 1. Kreisklasse

   - eine 3. Mannschaft in der 3. Kreisklasse

   - eine 2. Junioren im Kreismassstab

   - zwei Jungendmannschaften im Kreismassstab

   - zwei Schülermannschaften im Kreismassstab

   - drei Knabemmannschaften

   - eine "Alte-Herren" Mannschaft

Mit einem 4 : 0-Sieg im ersten Punktspiel auf neutralem Boden im Salzmünde gegen Stahl Sangerhausen startete unsere 1. Mannschaft recht erfolgreich in das erste Meisterschaftsdrittel. Zwischen den Punktspielen führte die 1. Mannschaft eine Reihe von Freundschaftsspielen durch, u. a.

   - Teilnahme am Turnier an den Osterfeiertagen 1961 in Altenbögge (Westfalen) - 2 : 1-Niederlage gegen Altenbögge und 5 : 0-Sieg

     gegen deb FC Berlin-Lichterfelde.

   - Vergleich mit dem Westfalen-Meister der Amateure Germania Datteln - 5 : 2-Niederlage am Ostermontag

   - Vergleich gegen Chemie Zeitz (1. Liga) - 1 : 4-Niederlage.

Am Ende des ersten Punktspieldrittels konnten die Männermannschaften folgende Platzierungen erreichen:

   1. Mannschaft     2. Platz     Bezirksliga

   2. Mannschaft     2. Platz     1. Kreisklasse

   3. Mannschaft     1. Platz     3. Kreisklasse Staffel A

Die 1. Jugendmannschaft wurde souverän Kreismeister, konnte sich aber bei den Spielen um die Bezirksmeisterschaft wiederholt nicht platzieren.

Die Vorbereitung auf das zweite Punktspieldrittel verlief für die 1. Mannschaft sehr "durchwachsen." Dem 2 : 0-Sieg gegen die Oberligaelf von Aktivist Brieske-Senftenberg am 29.02.1961 folgte die derbe 0 : 10-Niederlage gegen die in der 1. Liga spielende Dessauer Motorelf.

Trotzdem verlief der Punktspielstart wieder erfolgreich. Nach dem 2 : 1-Sieg am 27. August 1961 gegen Aktivist Geiseltal-Mitte übernahm die 1. Mannschaft die Tabellenführung und und baute sie bis zum Ende des zweiten Punktspieldrittels aus. Grossen Anteil an der Leistung der Mannschaft hatte der damalige Trainer Heinz Rapior. Ihm gelang es, in einer relativ kurzen Zeit seines Wirkens in unserem Verein eine schlagstarke Truppe zu formen, die nach jeweils 26 Spielen folgende Ergebnisse erreichte

     Spieljahr     Spiele     Tore          Punkte     Tabellenplatz

       1959            26         30:37           26:26               8

       1960            26         55:36           31:21               2

       1961            26         49:16           37:15               1

Aber auch die Trägerbetriebe sollten an dieser Stelle genannt werden, die die materiellen und finanziellen Vorraussetzungen für den sportlichen Erfolg schufen. Allen voran der damalige Betrieb Förderanlagenbau mit dem Betriebsdirektor Hatting und dem Damaligen Arbeitsdirektor Greie.

Am 18. Februar 1962 begann das letzte und entscheidende Punktspieldrittel mit den überzeugenden 7 : 0-Sieg bei Aktivist Geiseltal-Mitte. Zu bemerken wäre, dass mit Beginn der 3. Serie die Auswechslung von Feldspielern bzw. Torhütern bis zur Bezirksligaebene wieder untersagt wurde. Doch das tat der Erfolgsserie der Mannschaft keinen Abruch. Am 20. Mai 1962 war es dann so weit. Nach dem letzten Punkspiel gegen Lok Halle trotz der 1 : 2-Niederlage die Meisterfeier steigen.

 

Weiterhin gehörten folgende Spieler zur 1. Mannschaft:

Adolf Lösch, Klaus Reinicke, Dieter Glatzel und Bernhard Sattler.

Besonders erfreulich war, das die Meisterschaft im Jubiläumsjahr 1962 "60 Jahre Köthener Fussball" erreicht wurde.

Die Tageszeitung "Freiheit" vom 02. Juli 1962 - Lokalseite - würdigte in einem Artikel unter dem Titel:

"Nun endlich eine Mannschaft im DDR-Massstab" die Leistung der Mannschaft. Im oben genannten Artikel heisst es weiter:

"... Während dieser Serie wurde der jahreslange Traum der Anhänger von Motor Köthen und darüber hinaus aller Fussballfans des Kreisgebietes zur erfreulichen Wirklichkeit; das Bezirksligakollektiv unserer Kreisstadt wurde Meister der Bezirksliga Halle und errang damit den Aufstieg in die II. DDR-Liga..."

Die Mannschaft sicherte sich den Titel mit einem 4-Punkte-Vorsprung (75 : 25 Tore und 54 : 24 Punkte.)

Hervorzuheben war auch die Leistung der Bezirksligareserve, die den 2. Platz am Ende der Saison belegen konnte. Da die II. Liga ohne Reserve spielte, kehrte die Bezirksligareserve als Motor-3. Mannschaft in den Kreis zurück und wurde in die 2. Kreisklasse eingeordnet. Die 2. Männermannschaft erreichte in der Mammutsaison 1961/62 ebenfalls einen 2. Platz in der 1. Kreisklasse Köthen. Die 3. Mannschaft belegte ebenfalls den 2. Platz in der 3. Kreisklasse. Nicht so zufrieden stellend waren die Leistungen im Nachwuchsbereich. Hier galt es insbesondere bei der Gewinnung und Ausbildung von Übungsleitern aus dem Kreis ehemaliger bzw. noch aktiver Spieler den Hebel anzusetzen. Erfreulich war, dass sich die Sportkameraden Gerhard Reichert, Dieter Grabe, Manfred Alsleben und Klaus Reinicke hauptsächlich der Trainingsarbeit mit den Schüler- und Knabenmannschaften widmeten. Die Sportkameraden Laufs und Lösch arbeiteten mit der Jugendmannschaft. In der Folgezeit folgten weitere Spieler dieser guten Sache.

Die gleichen Probleme stellen sich bei der Gilde der Schiedsrichter. Im Jahr 1962 konnte unser Verein nur noch über folgende Sportkameraden verfügen:

  - Paul Thamm                           Bezirksliga-Schiedsrichter

  - Ronald Vetter                        Bezirksklassen-Schiedsrichter

  - Günter Rebhan                      1. Kreisklassen-Schiedsrichter und Ausbilder

  - Karl-Heinz Schulze                1. Kreisklassen-Schiedsrichter

  - Herbert Müller                      3. Kreisklassen-Schiedsrichter

Die Freude über den erreichten Erfolg sollte jedoch recht schnell gedämpft werden.

Am 29. Juni 1962 fasste das Präsidium des Deutschen Fussball Verbandes (DFV) der DDR in Leipzig den Beschluss, ab dem Spieljahr 1963/1964 die fünf Staffeln der II. Liga wegfallen zu lassen.

In der Spielserie 1962/1963 besass nur der Staffelerste das direkte Aufstiegsrecht in die I. Liga, der Staffelzweite musste sich in Ausscheidungsspielen qualifizieren. Alle anderen II.-Liga-Mannschaften wurden im Jahr 1963 der jeweiligen Bezirksliga zugeordnet.

Der oben genannte Beschluss des Präsidiums des DFV beeinflusste nicht nur die Vorbereitungsphase der II. Liga-Mannschaften, sondern sollte sich auf das Leistungsvermögen des DDR-Fussballs in den Folgejahren negativ auszuwirken.

Trotzdem bereitete sich unsere Mannschaft intensiv auf die neue Spielserie mit der Zielstellung vor, als Neuling eine Platzierung ausserhalb der Abstiegszone zu erreichen.

Vor dem Punktspielstart am 19. August 1962 bestritt die 1. Mannschaft einen internationalen Vergleich gegen den niederösterreichischen Amateurligisten ASK Amstetten und konnte diesen vor 2000 Zuschauern mit einem 3 : 1-Sieg erfolgreich abschliessen.

Neben den "Auftakt-Gegner" Motor Schkeuditz hatte sich unsere Mannschaft mit folgenden Gegnern auseinander zu setzen:

Stahl Lippendorf, Motor Dessau, Einheit Burg, Lok Leipzig Ost, Chemie Bitterfeld, Aktivist Geiseltal, Aktivist Böhlen, Motor Ammendorf, Motor Schönebeck, Motor Aschersleben, Stahl Thale und Motor Gohlis Nord (Leipzig)

Im Männerbereich nahmen weiterhin die 2. Mannschaft in der 1. Kreisklasse, die 3. Mannschaft in der 2. Kreisklasse und die 4. Mannschaft in der 3. Kreisklasse den Punktspielbetrieb der Saison 1962/63 auf.

Eine "Alte-Herren"-Mannschaft trug nur Freundschaftsspiele aus.

Im Nachwuchsbereich beteiligten sich die 1. Junioren in der Bezirksklasse, die 2. Junioren in der Kreisklasse, die Jugend in der Kreisklasse und die Schüler sowie Knaben in der Kreisklasse am Punktspielbetrieb.

Die 1. Mannschaft verlor zwar das Auftaktspiel in Schkeuditz mit 3 : 0-Toren, konnte aber die nachfolgenden Partien recht erfolgreich gestalten. Den Höhepunkt bildete am 30. September 1962 der Vergleich vor 7000 Zuschauern im Köthener-Stadion - Zuschauerrekord für den Köthener Fussball - mit dem alten Rivalen Motor Dessau. Die Partie ging leider für unsere Mannschaft mit dem Ergebnis von 3 : 1-Toren verloren.

Trotz einiger Rückschläge in den folgenden Punktspielen liess sich Trainer Rapior nicht von seinem Weg abbringen. Er setzte weiter auf die Integrierung junger Nachwuchsspieler in die 1. Mannschaft. Nachdem die Sportkameraden Werner Kaiser und Lothar Walz bereits im Meisterjahr ihre Bewährungschance erhielten und umsetzten, setzte er in der II. Liga-Saison die Sportkameraden Hänsch ab 1. Halbserie und Apfelbaum gegen Ende der 2. Halbserie ein. Dass die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Verlauf der ersten Halbserie gezogen worden waren, stellte die Mannschaft mit den erreichten Ergebnissen unter Beweis. Sie erreichte nicht nur mit dem 2 : 1-Sieg beim Staffelmitfavoriten Motor Dessau vor 7500 Zuschauern eine "Sensation im Schillerpark", sondern konnte das gewachsene Leistungsvermögen mit dem erreichten 4. Tabellenplatz am Ende der Saison untermauern.

Folgende Spieler kamen zum Einsatz:

Reichert, Grabe, Walz, Pach, Börner, Kusmiereck, Paasch, Hänsch, Schwendler, Eiserich, Januschkowsky, Lehmann, Alsleben, Kaiser, Horn, Apfelbaum.

Die 2. Mannschaft, durchsetzt mit vielen erfahrenen ehemaligen Bezirksligaspielern, errang den Kreismeistertitel und stieg in die Bezirksklasse auf.

 

Mit einem hochklassigen Heimspiel gegen den Staffelsieger und Aufsteiger zur 1. DDR-Liga (1 : 2-Niederlage) und dem 1 : 0-Auswärtssieg am 26. Mai 1963 verabschiedete sich unsere 1. Mannschaft aus der 2. DDR-Liga.

In Umsetzung des Beschlusses des Deutschen Fussball-Verbandes der DDR vom 29. Juni 1962 legte der Bezirksfachausschuss Fussball Halle folgende Einteilung der auf der Bezirksebene spielenden Mannschaften für das Spieljahr 1963/64 fest:

zwei Staffeln Bezirksliga zu je 14 Mannschaften und sechs Staffeln Bezirksklasse zu je 12 Mannschaften.

Die Unterteilung in Bezirksklasse A und B entfiel. Die Ermittlung des Bezirksmeisters erfolgte zwischen den beiden Staffelersten der Bezirksliga.

Unsere 1. Mannschaft wurde der Bezirksliga Staffel Nord zugeordnet und hatte sich mit folgenden Vereinen auseinander zu setzen:

Stahl Thale, Traktor Cochstedt, Chemie Bernburg, Motor Dessau II., Aktivist Gräfenhainichen, Chemie Bitterfeld, Stahl Hettstedt, Motor Achersleben, Traktor Plötzkau, Motor Ost Rosslau, Chemie Piesteritz, Chemie Greppin und Stahl Hebra.

Die 2. Mannschaft spielte als Bezirksklassen-Neuling in der Staffel 2 gemeinsam mit folgenden Teams:

Aktivist Friedenshall (Baalberge), Motor Bebitz, Lok Dessau, Aktivist Gölzau, Traktor Radegast, Chemie Osternienburg, ZAB Dessau, Aufbau Dessau, TUS Dessau-Kochstedt, Traktor Wörlitz, Stahl Aken;

Reservemannschaften bestritten in beiden Klassen die Vorbegegnungen. Im Männerbereich war weiterhin die 3. Mannschaft der 2. Kreisklasse zugeordnet worden.

Den Nachwuchsbereich unseres Vereins vertraten:

die 1. Junioren-Mannschaft in der Bezirks-Juniorenklasse, die 2. Junioren-Mannschaft in der Kreisklasse, die Jugend-Mannschaft in der Jugendkreisklasse, die 1. Schüler-Mannschaft in der Schüler-Klasse A im Kreis, die 2. Schüler-Mannschaft in der Schüler-Klasse B im Kreis und drei Knaben-Mannschaften auf Kreisebene.

Weiterhin bestritt eine "Alte-Herren"-Mannschaft Vergleiche auf der Ebene von Freundschaftsspielen.

Vor dem Punktspielstart in der Bezirksliga am 25. August 1963 wurde unsere 1. Mannschaft, die nach der II. Liga-Saison keine Abgänge hatte, zu den Facoriten auf den Staffelsieg gezählt. Für die 2. Mannschaft als Neuling in der Bezirksklasse lautete die Zielstellung: Klassenerhalt.

Nach relativ gutem Start mit einem 2 : 2-Unentschieden beim Mitfavoriten Chemie Bitterfeld und dem 2 : 1-Sieg gegen den ewigen Kontrahenten Chemie Bernburg im Heimspiel vor 3500 Zuschauern belegte die 1. Mannschaft einen vorderen Tabellenplatz. Die Tabellenführung übernahm unsere Elf erst nach dem 7 : 0-Heimsieg am 03. November 1963 gegen die bis dahin führenden "Aktivisten" aus Gräfenhainichen. Zwei weitere Siege in Rosslau und zu Hause gegen Hettstedt sicherten unsere Mannschaft den inoffiziellen Herbstmeistertitel.

Auch die 2. Mannschaft beendete die 1. Halbserie sehr erfolgreich. Sie belegte den 4. Platz. Die Bezirksklassen-Reserve führte nach der 1. Halbserie die Tabelle an. Auch aus dem Nachwuchsbereich gab es Erfreuliches zu berichten. Die 1. Schüler-Mannschaft errang den Hallenkreismeistertitel und qualifizierte sich damit für die Hallenbezirksmeisterschaft. Leider überstand die Mannschaft die Vorrunde nicht und schied aus.

Die 3. Mannschaft musste wegen Besetzungsproblemen zurückgezogen werden.

Bei aller Freude über die erreichten Ergebnisse sollte eine Information in der Tageszeitung "Freiheit" vom 30. Dezember 1963 viel Unverständnis bei unseren zahlreichen Anhängern auslösen; sie hatte folgenden Inhalt:

"Auf Beschluss des Trainerrates der DDR hat Heinz Rapior Motor Köthen verlassen müssen und ist jetzt Trainer beim Ligisten Chemie Wolfen"

Damit wurde ein ausgezeichnet funktionierendes Gefüge auseinander gerissen und der damaligen Sektionsleitung relativ wenig Zeit gegeben, die Trainerfunktion neu zu besetzen. Der Start in die 2. Halbserie erfolgte bereits am 19. Januar 1964. Als neuer Trainer konnte der Ex-Hallenser Oberligaspieler Gerhard Kulitze verpflichtet werden. Der Trainerwechsel hatte keine negativen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der 1. Mannschaft. Im Gegenteil: weitere Nachwuchsspieler Mader und Beck - wurden aufgenommen und bereits am 05. April 1964 nach dem 2 : 0-Sieg in Gräfenhainichen souverän der Staffelsieg in der Bezirksliga Staffel Nord errungen.

Auch die 2. Mannschaft übertraf die Erwartungen. Nach enormer Leistungssteigerung in der 2. Halbserie gelang der Mannschaft ebenfalls vorzeitig den Staffelsieg in der Bezirksklasse Staffel 2 und damit die Teilnahmeberechtigung an den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga zu erreichen.

 

Am 03. Mai 1964 hatte unsere 1. Mannschaft das 1. Entscheidungsspiel um die Bezirksmeisterschaft gegen den Staffelsieger der Bezirksliga Staffel Süd - Chemie Buna Schkopau - in Schkopau zu bestreiten. Vor 3000 Zuschauern, unter ihnen viele Köthener Schlachtenbummler, verlor unsere Mannschaft etwas unglücklich mit 1 : 0-Toren. Das zweite Spiel fand am 10. Mai 1964 vor 5300 Zuschauern im Köthener Stadion statt. In einem vor unserer Elf mit grosser Einsatzbereitschaft und spielerischen Überlegenheit geführten Spiel gelang nur ein 1 : 0-Sieg. Damit musste ein drittes Spiel die Entscheidung über die Bezirksmeisterschaft bringen. Dieses Spiel wude zwischen beiden Kontrahenten vor 5000 Zuschauern am 16. Mai 1964 im Halleschen-Kurt-Wabbel-Stadion ausgetragen. Auch in diesem Spiel war unsere Elf in der ersten halben Stunde die eindeutig dominierende Mannschaft. Sie war jedoch nicht in der Lage, die klaren Torgelegenheiten zu nutzen. Ein etwas unglückliches Gegentor gegen Ende der 1. Halbzeit besiegelte trotz allen Aufbäumens - ab 72. Minute nur noch verletzungsbedingt mit 10 Spielern - das Schicksal unserer Mannschaft. Chemie Buna Schkopau war Bezirksmeister und damit Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur DDR-Liga.

Doch die Niederlage hatte für unseren Verein doppeltes Gewicht. Das scheitern der 1. Mannschaft bedeutete auch die Nichtteilnahme der 2. Mannschaft an den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga. Somit ging eine an sich erfolgreiche Saison nicht nur unglücklich zu Ende, sondern die Auswirkungen des Nichterfolges sollten in den Folgejahren zu spüren sein.

Den Abschluss des Spieljahres 1963/64 bildeten einige Freundschaftsspiele, u. a. eine 0 : 5-Niederlage gegen die Oberligaelf vom SC Chemie Halle und ein Vergleichsspiel zwischen der 1. Mannschaft und den Altrepresentativen unseres Vereins, das mit dem Ergebnis von 3 : 1-Toren endete.

Für das Spieljahr 1964/65 änderte sich in der Spielklassenzuordnung unsere Mannschaften gegenüber der Serie 1963/64 nichts.

Am 16. August 1964 begann für die weiterhin vom Trainer Gerhard Kulitze betreute 1. Mannschaft der Punktspielbetrieb mit einem 1 : 0-Erfolg bei Aktivist Mulde Nord (Golpa). Doch im Verlauf der ersten Halbserie hatte die mannschaft viele verletzungsbedingte Ausfälle von Stammspielern zu beklagen, die sich auf das Leistungsvermögen auswirkten. Am Ende der 1. Halbserie belegte unsere Fussballelf den 6. Tabellenplatz. Auch die 2. Mannschaft konnte in der 1. Halbserie die Leistungen aus dem vorangegangenen Spieljahr nicht erreichen und belegte einen Platz im unteren Tabellenfeld.

Die 1. Junioren-Mannschaft erreicht zum Ende der 1. Halbserie einen vorderen Platz in der Staffel VI. der Junioren-Bezirksklasse. Zu beklagen war, dass mit der Bezirksklassen-Reserve eine weitere Männermannschaft wegen Besetzungsschwierigkeiten aus dem Spielbetrieb zurückgezogen werden musste.

Zum Abschluss des Jahres 1964 wurden zwei Beschlüsse, den Kinder- und Jugendsport betreffend, veröffentlicht:

  - Einführung von Kinder- und Jugendspartakiaden in den Kreisen und Bezirken unter Einbeziehung des Nachwuchsfussballs ab 1965

sowie

  - Errichtung einer Staffel Bezirks-Jugendliga unter Wegfall der bisherigen Jugend-Bezirksklassen, Bildung von bereichsklassen für die       besten Jugendmannschaften in den Kreisen ab Spieljahr 1965/66.

Am 17. Januar 1965 erfolgte der Start in die 2. Punktspielhalbserie. Weder der 1. noch der 2. Mannschaft gelang es, in dieser Spielserie das tatsächliche Leistungsvermögen zu erreichen. Der 6. Tabellenplatz für die 1. Mannschaft und ein Mittelfeldplatz für die 2. Mannschaft zum Saisonende waren Zeugnis für die nicht zufrieden stellenden Leistungen. Nicht nur in den Platzierungen fanden die Leistungen der Mannschaften ihren Niederschlag, sondern auch an dem Rückgang der Zuschauerzahlen. War in den zurückliegenden Jahren ein Zuspruch von 2000 bis 3000 Zuschauern je Spiel zu verzeichnen, so besuchten in der Saison 1964/65 nur noch durchschnittlich 1500 Zuschauer die Spiele der 1. Mannschaft. Wenn auch die Leistungen im Männerbereich nicht den Erwartungen entsprachen, so konnte vor allem die erste Juniorenelf eine Leistungssteigerung im Nachwuchsbereich unter Beweis stellen. Der 1. Junioren-Mannschaft gelang unter der Leitung ihres Übungsleiters Günter Rebhan sowie ihres Betreuers Ronald Vetter nicht nur der Staffelsieg in der Bezirks-Juniorenklasse Staffel VI, sondern nach dem erfolgreichen Abschluss der Aufstiegsspiele die Qualifikation für die Bezirksjuniorenliga Halle im Spieljahr 1964/65. Das gute Leistungsvermögen stellt die Mannschaft auch mit einem 2. Platz beim sehr gut besuchten Osterturnier in Steinach unter Beweis.

 

Die 1. Knaben-Mannschaft wurde Kreisbester 1964/65.

Bevor die neue Spielserie 1965/66 begonnen hatte, gab es wieder einmal neue Beschlüsse zum Spielbetrieb, so z.B.:

  - ab Spieljahr 1965/66 wurde der Spielbetrieb mit Kindern unter 10 Jahren eingeführt,

  - ab Spieljahr 1965/66 spielte die Bezirksliga ohne Reserve; die Bezirksligareserve unseres Vereins wurde unter der Bezeichnung Motor Köthen 3. in die 1. Kreisklasse eingeordnet,

  - ab der Saison 1965/66 umfasste die Bezirksliga nur noch 26 Mannschaften in 2 Staffeln mit je 13 Mannschaften

  - ab der Serie 1966/67 spielte die Bezirksliga in 2 Staffeln mit je 10 Mannschaften und mit Beginn der Serie 1967/68 in einer Staffel mit 16 Mannschaften.

Die Vorbereitung auf das neue Spieljahr 1965/66 stand nicht gerade unter einem guten Stern. Trainer Kulitze beendete seine Tätigkeit in Köthen. Ein neuer Trainer stand nicht zur Verfügung. Erfreulicherweise stellte sich der Sportkamerad Heinz Thiele - bis dahin Betruer der 1. Mannschaft - als Übungsleiter zur Verfügung und übernahm die verantwortungsvolle Aufgabe. Abgänge von Stammspielern während bzw. nach der Spielserie schmälerten trotz der Zugänge von Leschinsky, Pl. Kusmierek und Hoja (Tor) das Leistungsvermögen der 1. Mannschaft. Die Situation veranlasste die Tageszeitung "Freiheit" am 09. August 1965 folgenden Artikel zu veröffentlichen:

"Wer spielt für Motor "

                                                                      Tor:

                                                               Reichert, Hoja

                                                                    Abwehr:

                          Grabe, Beck, Januschkowsky, Rehsack, Leschinskyx, E. Mann

                                                                     Läufer:

                                                             Paasch, Lehmann

                                                                     Sturm:

                                  Fesser, Alsleben, P. und E. Kusmierek, Fischmann, Mader

                                                                    Abgänge:

                                             Eiserich, Schülke, Kaiser, Apfelbaum

Am 21. August 1965 erfolgte der Start in die Spielserie 1965/66 mit dem 1 . 0-Heimsieg der 1. Motorelf vor 1500 Zuschauern gegen Stahl Thale. Die 2. Mannschaft spielte weiterhin in der Bezirksklasse Staffel 2 und erreichte im ersten Saisonspiel ein 2 : 2-Unentschieden in Wörlitz. Die 1. Junioren-Mannschaft startete mit dem 1 : 1-Unentschieden im Heimspiel gegen Chemie Zeitz in der Bezirksjuniorenliga.

Die 3. Männermannschaft, hat die 2. Juniorenelf, die Jugend-Mannschaft, die Schüler- und Knabenmannschaft beteiligten sich am Punktspielbetrieb im Kreis Köthen.

Erfreulich war, dass wieder Erwartungen die 1. Mannschaft nach der 1. Halbserie den 5. Platz und die 1. Junioren-Mannschaft den 3. Platz in ihrer jeweiligen Spielklasse einnahmen. Der vorletzte Platz der 2. Mannschaft war dagegen Anlass zur Besorgnis.

Im Februar 1966 fanden die Neuwahlen zum Kreisfachausschuss Fussball statt. Unsere Sportkameraden Ronald Vetter (Vorsitzender des KFA) und Helmut Gehre (Spielkommision) übernahm vorgenannte Funktionen im KFA. Während der Wahlveranstaltung erhielten unsere Mitglieder Kurt Franke, Siegfried Langanke und Oswald Eckart Ehrungen für ihre langjährige ehrenamtliche Mitarbeit im Verein. Sie seien an dieser Stelle stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer genannt, ohne die der Spielbetrieb und das Vereinsleben nicht durchführbar gewesen wären.

Am 09. Januar 1966 wurde der Punktspielbetrieb wieder aufgenommen. Die 1. Mannschaft belegte am Ende der Saison 1965/66 den 4. Platz in der Staffel Nord der Bezirksliga Halle. Die 5 : 2-Niederlage im letzten Punktspiel bei Einheit Wittenberg brachte für unsere 2. Mannschaft nicht nur den vorletzten Tabellenplatz, sondern gleichzeitig den Abstieg in die 1. Kreisklasse. Die 1. Junioren-Mannschaft konnte den Verbleib in der Bezirksliga sichern. Alle anderen im Kreismassstab spielenden Mannschaften konnten im Verlauf der Soielserie 1965/66 keine herauszustellenden Leistungen erringen.

Den Abschluss bildeten für die 1. Mannschaft verschiedene Freundschaftsspiele, u. a. gegen Vorwärts Dermbach (3 : 2), Vorwärts Meiningen (1 : 1), Fortschritt Neustadt-Glewe (5 : 3).

In Vorbereitung auf die neue Saison 1966/67 führte die 1. Mannschaft Vergleiche in der Zeit vom 20. bis 26. Juli 1966 in Polen durch. Diese Spiele wurden erst nach Vermittlung und Unterstützung des Trägerbetriebes "Förderanlagenbau" und der Leitung der BSG Motor - Fritz Hannemann - möglich.

Gegner waren:

  - Sidrka Tarnolerzeg (III. polnische Division)

    Ergebnis: 2 : 2-Unentschieden

  - Wisloka Debica

     Ergebnis: 5 : 0-Sieg unserer Elf

In den Vergleichen kamen folgende Spieler zum Einsatz:

Reichert, E. Mann, Weber, Lehmann, P. Kusmierek, Leschinsky, Kautetzky, Hoja, Grabe, Beck, E. Kusmierek, Paasch, Lewandrowski

Doch bevor die gezielte Vorbereitung auf die neue Saison beginnen konnte, waren von der Leitung der Sektion einige Probleme zu lösen. Die unbefriedigenden Ergebnisse im Kinder- und Jugendbereich galt es auszuwerten und Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Leitung entschied sich, eine völlig selbstständig arbeitende Jugendabteilung aufzubauen und weitere Übungsleiter für diesen Bereich zu gewinnen. Das Problem des Trainers für die 1. Mannschaft konnte mit der Einstellung des Sportkameraden Rudolf Büttner (Zeitz) gelöst werden. Die Gewinnung von Neuzugängen für die 1. Mannschaft musste nach den Abgängen von Alsleben und Januschkowsky dringend in Angriff genommen werden. Diese Problematik gewann unter bezug auf den Beschluss des BFA Halle, in der Saison 1966/67 mit einer Staffel Bezirksliga - 20 Mannschaften - zu spielen, an besonderer Priorität.

Folgende Mannschaften gehörten der Bezirksliga an:

Fortschritt Weissenfels, Motor Ammendorf, Stahl Eisleben, Chemie Zeitz II., Chemie Wolfen, Stahl Thale, Stahl Sangerhausen, Stahl Helbra, Vorwärts Wolfen, Empor Halle, Chemie Buna Schkopau, Lok Halle, Aktivist Buna, Traktor Teuchern, Chemie Greppin, Motor Köthen, Stahl Hettstedt, Aktivist Gräfenhainichen, TSG Naumburg und Turbine Halle.

Das bedeutete für jede Mannschaft insgesamt 38 Pflichtspiele zu absolvieren. Weiterhin nahm unser Verein den Pflichtspielbetrieb 1966/67 mit folgenden Mannschaften auf:

  - 2. Mannschaft in der 1. Kreisklasse

  - 1. Junioren in der Bezirksjuniorenliga

  - 2. Junioren                        )

  - Jugend                              )       im Kreis

  - 2 Schülermannschaften      )

  - 2 Knabenmannschaften     )

Am 13. August 1966 wurde der Punktspielbetrieb aufgenommen.

Nachdem bereits die 3. Männermannschaft wegen Spielermangel vor dem Punktspielstand zurückgezogen werden musste, folgte im November 1966 die zweite Juniorenelf.

Zum Abschluss der 1. Halbserie belegte die 1. Mannschaft den 14. Tabellenplatz. Erfreulich waren die errungene Herbstmeisterschaft der 2. Mannschaft in der 1. Kreisklasse und der Kreismeistertitel der Jugendmannschaft, die zugleich die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Jugendliga ermöglichten. Wiederholt konnte die Jugendmannschaft die Aufstiegsspiele nicht erfolgreich abschliessen und verblieb in der Kreisklasse.

Bereits am 08. Januar 1967 wurden die Punktspiele der 2. Halbserie begonnen. Nach der Auftaktniederlage bei Chemie Zeitz II steigerte sich die 1. Mannschaft in den folgenden Pflichtspielen und belegte am Ende der Saison den 9. Platz, der den Verbleib in der Bezirksliga sicherte.

Folgende Stammspieler kamen zum Einsatz:

Reichert, E. Mann, Walz, Apfelbaum, P. Kusmierek, Leschinsky, Lewandrowski, Hoja, Grabe, Fischmann, E. Kusmierek, Paasch, Kautetzky und Hänsch.

Die 2. Mannschaft steigerte sich ebenfalls in der 2. Halbserie und erreichte den Kreismeistertitel mit einem Torverhältnis von 69 : 27 und 41 : 7 Punkten.

Folgende Spieler kamen zum Einsatz:

Schröder, Gründel, Leuchte, Heinze, Finze, Hoffmann, Reichert, Parys, Juschka, Goller, Beck, Klotsch, Börner, Fesser, Wegener, Lehmann und Sattler.

Betreut wurde die Mannschaft von den Sportkameraden Vetter und Nowak. Leider konnte die Mannschaft die Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse nicht erfolgreich gestalten. Sie verblieb in der 1. Kreisklasse. Die 1. Junioren-Mannschaft schaffte auch in dieser Saison den Klassenerhalt in der Bezirksliga.

Der Punktspielstart 1967/68 erfolgte am 12. August 1967 auf der Bezirksebene. Mit Beginn der Saison wurde allen Mannschaften bis zur Ebene der Bezirksklasse das Auswechselrecht (2 Spieler) wieder ermöglicht. Die Bezirksliga war auf 16 Mannschaften reduziert worden und hatte nach dem Abstieg von Motor Dessau wieder einen besonderen Reiz. Grosse Veränderungen gab es in der 1. Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison nicht. Kurt Finze hütete anstelle von Gerhard Reichert das Tor und P. Kusmierek verliss unseren Verein. Zeitweilig spielten Sportkameraden von der sowjetischen Fliegergarnison in Köthen mit. Die Spielklassen aller anderen am Punktspielbetrieb teilnehmenden Mannschaften änderte sich gegenüber der Vorsaison nicht.

Nach derber 5 : 1-Niederlage im ersten Punktspiel bei Chemie Bitterfeld konnte sich unsere 1. Mannschaft relativ schnell wieder fangen und ab der 2. Hälfte der 1. Halbserie viele positive Ergebnisse erreichen.

Besonders herauszuheben war der erneute 2 : 1-Sieg beim DDR-Liga Absteiger Motor Dessau vor 3700 Zuschauern. Am Ende der 1. Halbserie belegte unsere Mannschaft hinter Chemie Buna Schkopau und Chemie Wolfen den 3. Tabellenplatz. Zum Abschluss des Jahres 1967 spielte unsere 1. Mannschaft gegen den polnischen Drittdivisionär Warta Posen und unterlag mit 1 : 3 Toren.

Sehr schwankende Leistungen lieferte die 2. Mannschaft in der 1. Halbserie der 1. Kreisklasse ab. Am Ende gab dies eine Platzierung im unteren Mittelfeld.

Recht ansprechend waren die Leistungen der 1. Junioren-Mannschaft in der Bezirksliga und der 1. Jugend-Mannschaft in der Kreisklasse.

Am 06. Januar 1968 begannen die Pflichtspiele der 2. Halbserie 1967/68. Im gleichen Monat wurden in Rahmen der Wahl des Kreisfachausschusses Fussball (KFA) unsere Sportkameraden Karl-Heinz Schulze, der gleichzeitig Sektionsleiter Fussball in unserem Verein war (Rechtskommission). Paul Thamm (Vorsitzender Trainerkommission) in dieses Gremium aufgenommen.

Am Ende der Serie 1967/68 erreichte die 1. Mannschaft nach recht ansprechenden Leistungen den beachtenswerten 3. Platz hinter Chemie Wolfen und Chemie Buna Schkopau.

Folgende Stammspieler waren an diesem Erfolg beteiligt:

Finze, Grabe, Apfelbaum, Anton, E. Mann, Walz, Fischmann, Mader, Leschinsky, Paasch, Kusmierek, Hänsch und Lewandrowski.

Der 2. Mannschaft gelang auch in der 2. Halbserie keine nennenswerte Steigerung, so dass sie in der Endabrechnung nicht über einen 7. Platz in der 1. Kreisklasse hinauskam.

 

Erfreulich waren im Nachwuchsbereich die weitere Sicherung der Bezirksliga durch die 1. Junioren-Mannschaft und die Erreichung des Kreismeistertitels durch die 1. Jugend-Mannschaft. Zuvor genannte Mannschaft konnte sich damit für die Jugend-Bezirksklasse qualifizieren. Dagegen konnten die Ergebnisse des gesamten Nachwuchsbereiches während der Kinder- und Jugend-Spartakiade 1968 in keinem Fall zufrieden stellend sein. Unser Verein reichte in keiner Altersklasse eine vordere Platzierung.

Vor dem Start in die Spielserie 1968/69 gab es einige Veränderungen in der 1. Mannschaft.Während der Sportkamerad Leschinsky unseren Verein verliess, kamen die Sportkameraden

  - Manfred Alsleben                                  (zurück von Motor Dessau)

  - Peter Leubner                                        (Neuzugang von Dynamo Halle-Süd)

  - Hartmut Straufl                                       (Neuzugang von Aktivist Edderitz)

  - Rüdiger Kautetzki                                   (Wehrdienst beendet)

  - Dieter Weber                                         (Wehrdienst beendet)

hinzu. Ergänzt wurde die Mannschaft durch die Nachwuchsspieler Peter Rothe und Rainer Alsleben. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stamm-Mannschaft ein Durchschnittsalter von etwa 25 Jahren.

Zur Vorbereitung auf die Punktspielserie 1968/69 bestritt die 1. Mannschaft einige Freundschaftsspiele und schloss dies mit guten Ergebnissen ab. So konnte unter anderem gegen die DDR-Liga-Elf von Vorwärts Leipzig ein 1 : 1-Unentschieden und gegen die DDR-Liga-Elf Dynamo Schwerin sogar ein 4 : 3-Sieg erreicht werden.

Am 17. August 1968 begannen die Punktspiele für die 1. Mannschaft gleich mit einer Heimniederlage mit 3 : 0 Toren gegen Empor Halle. Den verkorksten Start bügelte die Mannschaft mit einem 3 : 1-Sieg in Ammendorf aus.

Neben der 1. Mannschaft trugen in dieser Saison die 1. Junioren (Bezirksjunioren-Liga) und die 1. Jugend (Jugend-Bezirksklasse) ihre Pflichtspiele auf Bezirksebene aus. Die 2. Männermannschaft sowie die 2. Junioren-Mannschaft, 2. Jugend-Mannschaft, Schüler- und Knaben-Mannschaft bestritten die Punktspiele auf Kreisebene.

Während die 1. Mannschaft eine relativ gute 1. Halbserie spielte und diese mit dem 5. Platz abschloss, konnten die Leistungen der 1. Junioren-Mannschaft (8. Platz) und die 2. Mannschaft (7. Platz) nicht überzeugen. Die 1. Jugend-Mannschaft als Neuling in ihrer Spielklasse belegte einen Spitzenplatz.

Zum Jahresende 1968 gab es Veränderungen auf dem "Trainerstuhl" der 1. Mannschaft. Im beiderseitigen Einvernehmen wurde die zwischen unserem Verein und dem Trainer Rudolf Büttner bestehende vertragliche Vereinbarung zum 31. Dezember 1968 aufgelöst.

Der Sportkamerad Heinz Rapior übernahm ab den 01. Januar 1969 wieder das Traineramt.

Ab den 11. Januar 1969 wurde der Punktspielbetrieb mit Beginn der 2. Halbserie fortgesetzt. Leider konnte die 1. Mannschaft die in der 1. Halbserie nachgewiesene Leistungssteigerung nicht wiederholen und damit die Erwartungen nicht erfüllen. Sie erreichte zum Saisonende nur den 9. Tabellenplatz.

 

Auch die 2. Mannschaft konnte sich nicht mehr steigern und belegte am Saisonende den 8. Platz. Noch schlimmer traf es die 1. Juniorenelf. Der vom Übungsleiter Hans Laufs betreute Mannschaft gelang es in die Spielserie 1968/69 nicht, die Spielklasse zu halten und damit dem Abstieg zu begegnen.

Erfreulich dagegen war die Leistung der vom Übungsleiter Günter Rebhan betreuten 1. Jugend-Mannschaft. Sie schloss die Spielserie als Staffelsieger ab und qualifizierte sich damit für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Jugendbezirksliga. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Aufstiegsspiele stieg die Mannschaft in die Jugend-Bezirksliga auf.

Am 25. April 1969 verstarb nach langer, schwerer Krankheit der verdienstvolle Sportkamerad und Fussballfunktionär unseres Vereins Karl-Heinz Schulze. Für ihn übernahm der Sportkamerad Heinz Katzer die Leitung der Sektion Fussball der BSG Motor Köthen.

Mit Weitblick nahm Trainer Rapior die Förderung der sich im Juniorenbereich anbietenden Nachwuchsspieler in Angriff. Bereits ab dem Monat Februar 1969 gehörten die Nachwuchsspieler Walter Jänicke (Torhüter) und Gerhard Grabowski (Stürmer) dem Trainingskollektiv der 1. Mannschaft an. Ihnen folgten die Sportkameraden Giebler und Triesetau. 

Vor dem Start in die Saison 1969/70 verliess Egon Kusmierek unseren Verein. Torhüter Kurt Finze beendete seine Laufbahn. Zur 1. Mannschaft hinzu kamen die Sportkameraden Preska, Galka, Jünemann (Fortschritt Weissenfels) und aus dem Nachwuchsbereich die Sportkameraden Jänicke und Giebler. Aus dem überwiegend erhaltenen Spielerstamm der Serie 1968/69 und den vorgenannten Spielern gelang es Trainer Rapior wieder, eine schlagstarke Mannschaft zu formen. Diesen Eindruck konnte die Mannschaft bereits in den Freundschaftsspielen vor dem Punktspielstart unter Beweis stelle.

Im ersten Punktspiel am 02. August 1969 gegen den alten Kontrahenten Chemie Buna Schkopau gelang der Mannschaft ein eindrucksvoller 5 : 2-Sieg und damit ein guter Start in die Saison.

Ende des Monats August bzw. Anfang September begannen auch für die 2. Mannschaft, die neu gebildete und der 3. Kreisklasse zugeordneten 3. Mannschaft, die Jugend-Bezirksliga-Elf, die in die neu gebildete Junioren-Bereichsklasse spielende 1. Juniorenelf und für die restlichen in der Kreisebene eingeordneten Nachwuchsmannschaften die Punktspiele.

Doch bereits im Monat Oktober 1969 mussten die drei Knabenmannschaften wieder aus dem Spielbetrieb zurückgezogen werden.

Die 1. Mannschaft konnte im Verlauf der 1. Halbserie die gewachsene Spielstärke auch mit einer Platzierung im Spitzenbereich der Bezirksliga nachweisen. Nach dem Auswärtsspiel gegen Chemie Bitterfeld am 08. November 19969, das mit dem Ergebnis von 1 : 1 endete, gelang ihr der Gewinn der inoffiziellen Herbstmeisterschaft. Doch eine Serie von schwerwiegenden Verletzungen bei einigen Leistungsträgern, die nicht gleichwichtig ersetzt werden konnten, beeinträchtigten das Leistungsvermögen der Mannschaft sehr stark. Der Abfall der Mannschaft in der bereits am 23. November 1969 begonnenen 2. Halbserie auf den 5. Tabellenplatz zum Jahresende 1969 war berechtigter Ausdruck dafür. Zum Ende der 1. Halbserie belegten die 2. Mannschaft den 6. Platz in der 1. Kreísklasse und die 3. Mannschaft den 1. Platz in der 3. Kreisklasse.

In der Saison 1969/70 erkämpfte die 1. Mannschaft von Motor Köthen nach dem 20. Spieltag den 5. Platz in der Bezirksliga Halle. Die Erfolge unserer 1. Mannschaft wechselten sich mit Niederlagen ab. Im Duell mit dem Traditionsrivalen Motor Dessau ging unsere Mannschaft mit einem 2 : 1-Sieg vom Platz. Strauss schoss beide Tore.

Ein bedeutendes Unentschieden errang die 1. Männermannschaft in Thale. Nach dem 0 : 2 kam Motor durch Tore von Alsleben und Walz zum Ausgleich. Am letzten Spieltag (18.04.1970) erzielte die 1. Mannschaft ein 2 : 2-Unentschieden gegen Helbra. Mit diesem Spielausgang belegte die Mannschaft einen 6. Platz.

Unsere 2. Mannschaft verbesserte sich durch einen Sieg in Radegast von Platz 11 auf Platz 9, am Saisonende wurde der 10. Platz erreicht. Die Torschützen waren die Sportfreunde Wegener, Ratke, Frank. In der Torschützenliste der 2. Mannschaft erscheint immer häufiger H. Preska. unter anderem erzielte er in der Begegnung mit Dynamo Köthen-Porst alle 3 Tore zum 3 : 2-Sieg.

Die 3. Mannschaft erzielte einen guten 4. Platz in der 2. Kreisklasse.

Die Nachwuchsmannschaften waren derzeit in der Winterpause - nur im Männerbereich wurde durchgespielt.

Die von Manfred Alsleben trainierte Schülermannschaft erkämpfte sich in der IHS-Halle den Hallenkreismeistertitel und qualifizierte sich für die Bezirksmeisterschaft in der ZAB-Halle in Dessau.

Berichte, Tabellen und Übersichten der Nachwuchsmannschaften sind leider sehr dürftig in den Zeitungen erschienen.

Die 1. Juniorenmannschaft und die Jugend spielten in der Bezirksliga, die 2. Juniorenmannschaft und die Schüler- und Knabenmannschaft spielten in der Kreisklasse.

Das Ziel der 1. Mannschaft der Saison 1970/71 hiess wieder Klassenerhalt in der Bezirksliga Halle. Inzwischen war auch der Sportfreund Kaiser zur 1. Motor-Mannschaft zurückgekehrt. W. Kaiser spielte 4 Jahre für Vorwärts Meiningen und war in der DDR-Liga einer der erfolgreichsten Stürmer. Seine fussballerischen Qualitäten sollte er nun in das Stürmerspiel unserer Elf einbringen. Die erste Halbserie 1970/71 schloss die 1. Mannschaft mit einem 8. Platz in der Tabelle der Bezirksliga Halle ab.

Ein wichtiges Ergebnis wurde am 06.03.1971 gegen Stahl Thale mit dem 1 : 0-Sieg für unsere Mannschaft erzielt. Kautetzki erzielte den Siegestreffer nach der Vorlage von W. Kaiser. Presseberichtserstatter D. Kaatz lobte alle Spieler, besonders die Sportkameraden Reichert und Grabe sowie Nr. 11 - Kautetzki. Häufigster Torschütze war neben Kautetzki W. Kaiser. Natürlich folgten auch Niederlagen. Bei fehlender Kampfmoral, wie z.B. in Ammendorf, wurde eine 1 : 4-Niederlage zugelassen. Am Ende belegte die 1. Mannschaft von Motor Köthen den 8. Tabellenplatz.

Eine ähnliche Platzierung erreichte mit dem 9. Platz die 2. Männermannschaft. Zu den erfolgreichsten Torschützen zählten die Sportkameraden Hamann, Niemann, Wegener und Dorias.

Die 3. Männermannschaft belegte in der 2. Kreisklasse den 1. Platz, konnte aber leider nicht in die 1. Kreisklasse aufsteigen.

Unsere 1. Junioren-Mannschaft erkämpfte am Ende der Halbsaison Platz 5 in der Bereichsklasse. Die Jugendmannschaft spielte unter dem Trainer H. Laufs auf Bezirksebene.

Am 17.04.1971 fand das Premierespiel unserer Damenmannschaft statt. Als Vorbegegnung vor dem Spiel der 1. Mannschaft wurde Aufbau Nienburg Damen mit einem 4 : 0-Spielstand besiegt. Die dreifache Torschützin war Elke Höppner.

 

Ständiger und treuer Gefährte auf unseren Fahrten zu den Auswärtsspielen war der sogenannte "Motor-Bus". Durch Unterstützung des Trägerbetriebes waren die Fährleistungen abgesichert. Erinnert sei hiermit an die Busfahrer Ernst Nitsche, Herbert Thiel, Klaus Worm und Walter Vogel.

 

Nach 20 Spieltagen der Saison 1971/72 am 01.04 1971 stand unsere 1. Mannschaft auf Platz 11. Nach dem Eigentor von Grabe bei Vorwärts Wolfen glich Kaiser mit Winkelprobe noch aus.

In Wolfen spielten für Motor-Köthen:

Faber, Preska, Sänger, Sachse, Kaiser, Binkau, Mann, Fischmann, Walz, Alsleben und Kautetzki.

Weitere unnötige Niederlagen in den darauf folgenden Spielen steuerten das Mannschaftsschiff in den Abstiegsbereich. Erst eine Leistungssteigerung in den letzten drei Punktspielen mit zwei Siegen (Ammendorf mit 5 : 2-Erfolg und Eisleben mit 3 : 0-Erfolg) und einem Unentschieden (in Piesteritz) brachte den Klassenerhalt.

Die 2. Männermannschaft war immer auf Tuchfühlung zum Spitzenreiter der 1. Kreisklasse und konnte am Ende einen 4. Platz belegen. Ebenfalls stark war unsere 3. Männermannschaft, die einen 3. Platz sichern konnte.

Erstmalig bestritten in der Saison 1971/72 Kindermannschaften (Kinder unter 10 Jahren) Vergleichsspiele auf Kreisebene. Die 1. Kindermannschaft unseres Vereins belegte nach dem Abschluss der Spielserie den 2. Platz, die 2. Kindermannschaft erreichte den 4. Tabellenplatz. Nicht nur die vorgenannten Ergebnisse der Kindermannschaften sondern auch die vom Knaben-, Schüler-, Jugend- und Juniorenmannschaften erreichten Ergebnisse in den jeweiligen Spielklassen bzw. im Rahmen der Kinder- und Jugendspartakiaden waren der Nachweis für eine intensivere und qualitative Verbesserung der Nachwuchsarbeit im Verein. Dazu trugen im Wesentlichen die Übungsleiter, die sich aus den Reihen Aktiver bzw. ehemaliger Aktiven rekrutierten bei.

Nachwuchsmannschaften  zu Beginn der 70-iger Jahre

 

 

Der für den als Spielertrainer in der Saison 1971/72 fungierende Sportkameraden Hans-Dieter Grabe in der neuen Saison 1972/73 eingesetzte Trainer Heinz Dreher versuchte junge Spieler in das Mannschaftsgefüge schrittweise einzubauen. Diese Bemühungen führten aber nicht zu dem erhofften Erfolg. Zum Ende des Monats März 1973 nahm unsere 1. Mannschaft den letzten Tabellenplatz in der Bezirksliga ein. Niederlagen waren meistens das Ergebnis am Wochenende. Als Beispiel sei die Begegnung bei Vorwärts Wolfen genannt, die mit einer 0 : 10-Niederlage endete. Eingesetzte Juniorenspieler wie Viertel, Pixenberger, Radtke, Greue und K. Heger waren sicherlich überfordert.

Drei Spieltage vor Saisonende war der Abstieg besiegelt.

Die 2. Männermannschaft blieb mit einem 7. Platz Mittelmass und die 3. Männermannschaft schaffte wiederum mit Rang 3 eine gute Platzierung.

Die Knabenmannschaft erreichte den 2. Platz im Kreis und die Kinder wurden Kreismeister.

Die Jugendmannschaft verpasste in dieser Saison knapp den Aufstieg in die Bezirksliga.

 

Erfolgreicher waren unsere Junioren, die unter Klaus Reinicke den Juniorenbereichsmeister holten und nach 1972 auch 1973 den "Junge-Welt"-Pokal erkämpften.

 

                                          Die 1. Mannschaft im Banne des Ab- und Aufstiegs

Vor dem Punktspielstart der 1. Mannschaft in die Bezirksklassensaison 1973/74 verliess Trainer Dreher erneut unseren Verein. Der Sportkamerad Heinz Thiele übernahm die Funktion des Übungsleiters der 1. Mannschaft. Nach einer relativ guten Vorbereitung der Mannschaft liess die von der neuen Sektionsleitung - Sektionsleiter der Sportkamerad Joachim Berg - gesetzte Zielstellung: sofortiger Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Dem entsprechend gestaltete die Mannschaft auch den Punktspielstart. im Kreisderby gegen Stahl Aken gelang ein überzeugender Sieg. Leider konnte die Leistung in den Folgespielen nicht immer abgerufen werden. Das führte unweigerlich zu Punkteinbusen wie u.a. in den Spielen gegen Aktivist Friedenshall und Blau-Weiss Dölau. Am Saisonende fehlten unserer Mannschaft 7 Pluspunkte gegenüber dem Staffelsieger Empor Zörbig. Das bedeutete ein weiterer Verbleib in der Bezirksklasse.

Die neu formierte Juniorenmannschaft belegte in der Bereichsklasse den 10. Platz. Peter Franzak war zu dieser Zeit Trainer der Junioren und sorgte für Aufstehen, wenn er mit seinem B 1000-Armee-Krankenfahrzeug zum Training und Spiel am Stadion erschien.

Unsere Schülermannschaft, die zu diesem Zeitpunkt die Vorbegegnung zum Spiel der Junioren absolvierte, belegte den 2. Platz in der Bereichsklasse.

Am Ende der Punktspielsaison 1973/74 belegte die 2. Männermannschaft den 4. Tabellenplatz in der 1. Kreisklasse und der 3. Männermannschaft den 2. Tabellenplatz in der 2. Kreisklasse. Beide Mannschaften bestimmten mit ihren Leistungen in ihrer jeweiligen Spielklasse das Leistungsvermögen entscheidend mit.

Ganz Deutschland lag im Juli 1974 im Fieber der Fussball-WM.

Die Spiele fanden in der Bundesrepublik statt. Das mit Spannung erwartete Vorrundenspiel BRD-DDR in Hamburg endete mit einem 1 : 0-Sieg der DDR.

Der Ansporn durch die WM 74 und natürlich der WM-Titel für Deutschland sollte nun hinsichtlich des Wiederaufstiegs für unsere 1. Männermannschaft enorme Reserven frei setzen.

Unter anderem wurde für die neue Saison 1974/75 der ehemalige Trainer H. Rapior wieder verpflichtet. Sektionsleiter J. Berg unternahm grosse Anstrengungen, sportliche Belange mit betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen.

Die Vorbereitungsspiele gegen Bezirksliga- und DDR-Liga-Mannschaften wurden sehr achtbar bestritten.

Nach einem 2 : 1-Sieg gegen TUS-Fortschritt Magdeburg wurde gegen DDR-Ligisten Motor Ludwigsfelde nur knapp mit 1 : 2 verloren und gegen Motor Babelsberg mit 3 : 2 gewonnen.

Punktspielstart in der Bezirksklasse war der 31.08.1974 mit einem mageren 1 : 1-Unentschieden bei Aufsteiger Reideburg trotz 10 : 2-Eckenstand für Motor. Siege wie das 6 : 1 über Neutz und das 2 : 1 in Sandersdorf liessen die erhoffte Tabellenspitze näher kommen.

Das für den 21.09.1974 mit Spannung erwartete Heimspiel gegen Motor Gröbzig wurde durch eine Zuschauerkulisse von 1200 Besuchern begleitet. In der sechzigsten Minute wurde W. Kaiser an der Aussenlinie gefoult, danach der Gröbziger Abwehrspieler und ebenfalls der aufgebrachte Gröbziger Torwart vom Platz gestellt. Plötzlich flog eine Bierflasche durch die Luft und verletzte den Gröbziger Spieler R. Sachse am Kopf. Der Spieler Sachse blutete, Konsequenz des Schiedsrichters: Spielabbruch in der 65. Minute. Die 1. Mannschaft von Motor Köthen führte zu diesem Zeitpunkt durch ein Elfmetertor von R. Funke mit 1 : 0. Darauf folgend tagte das Sportgericht in Halle und es wurde entschieden, dass die 1. Mannschaft von Motor Köthen beide Punkte verliert und die nächsten 4 Heimspiele in Schortewitz zu absolvieren hatte.

Durch diesen Punktverlust fehlten zum Schluss zwei Punkte zum Staffelsieg. Der Staffelsieger Blau-Weiss Dölau konnte im Heimspiel am 12.04.1975 mit einem 3 : 1-Sieg vor ca. 800 Zuschauern bezwungen werden (Torschützen Orzech, Niemann, Sänger).

Trainer Rapior zog sich noch während der letzten Spiele zurück und quittierte seine Funktion.

In der 1. Kreisklasse belegte unsere 2. Mannschaft nach Saisonschluss den 8. Platz. Unsere Juniorenabteilung (17 und 18 Jahre) startete in dieser Saison mit zwei Mannschaften.

Die 2. Junioren-Mannschaft spielte in der Kreisklasse. Sieger der Bereichsklasse und Aufsteiger zur Bezirksliga wurde die 1. Junioren-Mannschaft. G. Rebhan und Betreuer J. Erdmann formten eine sehr gute Mannschaft, deren Spieler eine echte Bereicherung für die Männerelf wurden.

 

Trainer der 1. Mannschaft für die neue Saison 1975/76 wurde nun die Köthener Torwartlegende G. Reichert. Der Punktekampf um die Spitze wurde in erster Linie mit Chemie Bitterfeld ausgetragen. Eine 0 : 1-Niederlage gegen Bitterfeld auf eigenem Platz begruben die Hoffnungen auf den Staffelsieg. Es fehlten 5 Punkte zum Sieger Bitterfeld.

Die 2. Mannschaft kam am 10.04.1975 zu einem bemerkenswerten 1 : 0-Sieg in Edderitz (Torschütze G. Mann). Mit einem 4. Platz am Saisonende belegte die 2. Männer-Mannschaft erstmalig wieder einen der vorderen Plätze.

Sportfreund Rebhan, der in der zurückliegenden Saison die 2. Männer-Mannschaft trainierte, übernahm die 1. Männer-Mannschaft kurz vor dem Saisonstart 1976/1977.

Wiederum spielte die 1. Männer-Mannschaft um die Spitzenposition. Nach 21 Spieltagen lag die Elf auf Platz 2 hinter Empor Halle.

Das wichtige Spiel gegen Dölau wurde mit 1 : 3 verloren und damit die Chance auf den Staffelsieg verpasst.

Unsere 3. Männer-Mannschaft war in der 2. Kreisklasse erstmalig als Vorletzter platziert und knapp dem Abstieg entgangen.

Die 1. Mannschaft wurde in der Saison 1977/78 durch Trainer Rebhan weiter geformt und teilweise verjüngt. So kam am Ende der Saison nur ein 5. Tabellenplatz heraus, der jedoch aufbauend sein sollte für die nächsten Jahre.

Die 2. Männer-Mannschaft siegte mit 5 : 0-Toren gegen Aken auf deren Sportstätte (Torschützen Junge, Funke, G. Mann, Friedrich und Sänger). Für die 2. Männer-Mannschaft stand am Ende der 7. Platz in der Tabelle.

Im Anschluss an die Saison kam es am 29.04.1978 zum Kreispokalfinale in Edderitz. Chemie Osternienburg und unsere 1. Männer standen sich gegenüber. Zur Halbzeit führte unsere Mannschaft mit 3 : 0 durch Tore von Wischmann, Preska und Palme. Osternienburg glich in der zweiten Halbzeit zum 3 : 3 aus und ging in der Verlängerung sogar mit 4 : 3 Toren in Führung. U. Feldmeier schaffte den 4 : 4-Ausgleich.

Im Elfmeterschiessen siegte Motor Köthen mit 8 : 5 Toren (Torschützen Apfelbaum, Preska, Gehlert und Palme) und wurde Pokalsieger.

 

In der Saison 1978/79 führte unsere 1. Mannschaft souverän nach 22 Spieltagen die Tabelle an. Selbst nach einer 2 : 5-Niederlage in Roitzsch führte die Elf noch mit 9 Punkten Vorsprung. Eine Woche nach dem Roitzscher Spiel sicherte man sich im Kreisderby gegen Porst mit einem 4 : 0-Sieg den Anspruch auf den Staffelsieg.

Die 2. Mannschaft belegte den 8. Platz und die 3. Mannschaft kam auf Platz 4. Mit dem Staffelsieg war die Teilnahme an den Aufstiegsspielen gesichert.

Das erste Aufstiegsspiel fand in Bad Kösen statt. Nach groben Abwehrfehlern lag die 1. Männer-Mannschaft mit 0 : 1 zurück, dann erfolgte der Ausgleichstreffer von J. Palme durch Kopfstoss. Das wichtige erste Heimaufstiegsspiel wurde mit 2 : 1 gegen Hettstedt gewonnen. 1400 Zuschauer sahen Tore von Wischmann und Bahn. Eine Woche später konnte auf neutralen Platz in Halle 8am Zoo) gegen Mitkonkurrent Merseburg 1 : 1 gespielt werden (Torschütze Niemann).

Das zweite Heimaufstiegsspiel gegen MK Allstedt endete mit einem 3 : 1-Sieg unserer Mannschaft (Torschützen waren vor 1300 Zuschauern Niemann, Preska und Kautetzki). Dieser Sieg bedeutete schon vor dem letzten Spiel in Rosslau den Aufstieg in die Bezirksliga (1100 Zuschauer). Die Niederlage mit 1 : 2 in Rosslau (Torschütze Marek) konnte die Freude nicht verdecken, endlich wieder den Aufstieg nach 6 Jahren in die Bezirksliga geschafft zu haben.

Gekrönt wurde der Aufstieg gleich mit der Aufstiegsfeier in der Jägerklause zu Dessau. Zu Gast waren auch die Liedlegenden wie "Ein weisser Schwan", "Ein Rollmops und ein Hering" und " In Sumatra da ist was los". Als Vorgesangsbühne des Sptf. H. Krähe diente ein Hochsitz im Vorgarten der Gaststätte.

Über die Nachwuchsbezirksliga gab es nur wenige Quellenangaben in der Presse. Die Knaben- und Schülermannschaften belegten die Plätze 4 und 6.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Saison 1978/79 beendete Trainer Rebhan aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit. Nachfolger wurde der einseitige Mittelfeldspieler unserer 1. Mannschaft in den sechziger Jahren J. Lehmann. Die Vorbereitung für die anstehende Bezirksligasaison erfolgte sehr konzentriert und wurde mit den Neuzugängen wie Helmecke, Vatthauer, Schneider, Weile und Zabel verstärkt.

 

Immerhin mussten Spieler ersetzt werden, unter anderem R. Alsleben (Beinbruch in Roitzsch), G. Apfelbaum (Laufbahnende), Marek (ging in seine Heimat nach Polen zurück) und p.Leubner (Laufbahnende).

Vorbereitungsspiele wie z.B. gegen Bitterfeld 2 : 1-Sieg  und in Neugattersleben 5 : 2-Sieg wurden absolviert.

Am 25.08.1979 erfolgtenun endlich das erste Bezirksligapunktspiel der Saison 1979/80 gegen Motor Quedlinburg. Vor über 1200 Zuschauern erzielten Kautetzki und Palme zweimal die Führung, die wiederum durch die Mannschaft con Quedlinburg ausgeglichen wurde. Motor vergab zu viele Chancen, ein Massstab der Überlegenheit war ein 11 : 0-Eckstand bis zur Pause.

Auswärtsspiele wie der 1 : 2-Sieg in Ammendorf und ein 0 : 0 bei Vorwärts Wolfen brachten unsere Mannschaft nach 5 Spieltagen den 11. Platz.

Die Spielerdecke wurde im Laufe der Saison für die 1. Männer-Mannschaft immer dünner und man musste feststellen, dass ein Bezirksliganiveau schwer zu halten war.

So kam die 1. Männer-Mannschaft immer mehr in Abstiegsnähe. Nach 24 Spielen belegte unsere Mannschaft nach wichtigem 2 : 2-Unentschieden (Torschützen Helmecke und Palme) in Weissenfels (Absteiger aus der DDR-Liga) den 13. Platz.

Weitere Niederlagen in Gräfenhainichen mit 0 : 3-Toren und in Köthen mit 0 : 1-Toren gegen Piesteritz brachten die Mannschaft auf Abstiegsniveau.

Einen sensantionellen Sieg erkämpfte sich die 1. Männer-Mannschaft am 10.05.1980 in Sangerhausen beim Spitzenreiter (Aufsteiger in die DDR-Liga). Tore von Bahn und Niemann (Elfmeter) führten zum Sieg, wobei unsere Torhüter "Charly" Gräfe in einer Minute zwei Elfmeter parierte und durch diese grandiose Leistung den Grundstein zum Sieg legte.

Die Siege gegen Lützkendorf mit 3 : 1 und bei Turbine Halle sicherten den Klassenerhalt (Platz 12). Die 2. Mannschaft unter Übungsleiter P. franzak spielte im Mittelfeld der 1. Kreisklasse und belegte den 8. Platz.

Für unsere 3. Mannschaft gab es einen guten 3. Platz in der 2. Kreisklasse. Betreuer und Übungsleiter K. Heinze konnte zufrieden sein. Unsere Junioren-Mannschaft AK 17/18 erspielte sich in der Kreisklasse einen 2. Platz.

Mit Beendigung der Saison 1979/80 ging auch das Traineramt von J. Lehmann zu Ende. Sportkamerad Lehmann konnte mit seiner Mannschaft das erste Jahr in der Bezirksliga überstehen.

Als Nachfolger wurde E. Mann, ebenfalls langjähriger früherer Fussballspieler der 1. Männer-Mannschaft, zum Übungsleiter berufen. Ernst Mann komplettierte die Mannschaft mit Spielerzugängen wie J. Weidig und B. Hoffmann.

Bis zur Halbserie stand die Mannschaft recht nahe zum Abstieg auf Platz 13 und 14. Nicht im Spielerischen war das bisherige Abschneiden zu suchen; es waren die ausgelassenen Torchancen.

Mit dem Halbserienzugang des Sportfreundes M. Koch aus Wieskau konnten wieder Tore erzielt werden. Allein bei Empor Halle erzielte M. Koch alle drei Tore zum 3 : 0-Sieg und legte durch weitere Tore den Grundstein für einen sehr guten 7. Platz am Ende der Saison.

Bemerkenswert für diese Saison war, dass die Mannschaft in den letzten 14 Spielen nur noch einmal verlor. Auch in dieser Saison waren die Heimspiele mit über 1000 Zuschauern gut besucht, z.B. gegen Merseburg (1300 Zuschauer) und gegen Aschersleben (1100 Zuschauer).

Die 2. Mannschaft belegte nun endlich einmal einen vorderen Platz in der Kreisklasse (Platz 4). Erfahrenen Spieler wie Kautetzki und G. Kuhrt verstärkte die Mannschaft. So war es auch beim 4 : 0-Sieg über Porst am 11.04.1982 durch die Torschützen Wachsmuth, Krätsch, Kautetzki und Kuhrt.

Am Ende der Saison verliess M. Koch nach kurzem Aufenthalt den Verein und versuchte sich in Hettstadt.

Positiv für die neue Saison 1981/82 war der Verbleib des Trainers E. Mann. Hinzu kamen Spieler wie z.B. Bergmann und R. Schebesta, die unsere 1. Mannschaft verstärken sollten.

Die Saison verlief hinsichtlich der Zielstellung: Klassenerhalt nicht stabil. Nach 23 Spielen mit 15 Mannschaften erreichten wir Platz 12.

Selbst ein 0 : 0 gegen Sangerhausen am 24.04.82 verringerte den Punkteabstand nun schon auf 2 Punkte zum Abstiegplatz. Abstiegskontrahent Vorwärts Wolfen gewann sein Heimspiel, nach dem unsere 1. Männer-Mannschaft 3 : 0 gegen Lützendorf gewann.

Der letzte Punktspieltag war am 22.05.1982 bei Turbine Halle. Diese Mannschaft war schon abgestiegen, jedoch spielte Turbine mit voller Kraft. Nach einem Spielrückstand von 2 Toren erfolgte der Ausgleich durch Hoffmann und Bergamann.

Dann ergab sich eine Grosschance von G. Niemann, die leider vergeben wurde und Turbine Halle erzielte das 3 : 2 im Gegenzug und damit den Sieg. Ein Punkt hatte gefehlt, Vorwärts Wolfen gewann in Piesteritz, das bedeutete den erneuten Abstieg in die Bezirksklasse.

Die 2. Männer-Mannschaft war in dieser Saison sehr erfolgreich. Ein 7 : 0-Erfolg bei Lok Köthen unterstrich die meist guten Leistungen (Torschützen 4x Kautetzki, 2x Wachsmuth, 1x Greue). Nach 22 Spieltagen führte die Mannschaft die Tabelle mit 39 : 5 Punkten bei einem Torverhältnis von 87 : 12 an.

Am Ende erkämpfte sich die 2. Männer-Mannschaft unter Trainer P. Franzak den Kreismeistertitel 1981/1982 mit 43 : 9 Punkten und 93 : 17 Toren.

 

Der Aufstieg erfolgte in der Saison noch direkt, jedoch konnte dieser nicht gewährt werden, da die 1. Männer-Mannschaft abgestiegen war. Der Männerfussball hätte eine gute Chance gehabt, beide Mannschaften auf Bezirksebene spielen zu lassen.

Unsere 3. Mannschaft konnte in der 2. Kreisklasse 60 Tore erzielen und bei 45 Gegentreffern den 6. Platz belegen. Nach drei Spieljahren Bezirksliga Halle begann jetzt wieder der Start in der Bezirksklasse. Verstärkung gab es aus Thale mit Wolfgang Klöhn.

Die Saison 1982/83 verlief wie erwartet mit der Tabellenführung auch nach 23 Spielen. Durch einen 3 : 0-Sieg bei Lok Halle (Torschützen: 2x Schebesta, 1x Bahn) war der Staffelsieg perfekt.

Kurios war der Verlauf der Aufstiegsspiele:

  - 14.05.82               1. Aufstiegsspiel 1 : 4 bei Turbine Halle verloren (Torschütze Klöhn)

  - 18.05.82               2. Aufstiegsspiel 0 : 1 gegen Zeitz

  - 21.05.82               3. Aufstiegsspiel 3 : 1 gegen Helbra (Torschützen 2x Vogt, 1x Bahn)

  - 25.05.82               4. Aufstiegsspiel 0 : 3 in Nebra

  - 28.05.82               5. Aufstiegsspiel 6 : 1-Sieg gegen Aschersleben (Torschützen 2x Vatthauer, 2x Hoffmann, 1x Bergmann,

                                  1x Helmecke) brachte den Aufstieg bei einer sehr seltenen Tabellenkonstellation: 4 : 6 Punkte, drei Mannschaften punktgleich aber 10 : 10 Tore - Aufstiegsplatz erreicht.

Die 2. Mannschaft spielte in dieser Saison wieder hervorragend und belegte am Ende der Saison den 3. Platz. Die Mannschaft konnte sich in den letzten Jahren unter Trainer Franzak spielerisch weiter festigen. Das Training fand immer, egal bei welchem Wetter, mittwochs 17:00 Uhr statt. Eine gute Moral, ein engagierter Trainer und das gemeinsame Erleben nach dem Spiel schweisste das Team zusammen.

"Wieder in der Bezirksliga 1983/84" - so war es im Fan- Bereich der 1. Männermannschaft zu hören. Jedoch kam nun der Bezirksliga-Alltag. Fehlendes Niveau und ausgeglichene Bestzung der Positionen steuerten das Team in den Abstieg, der 3 Spieltage vor dem Punktspielende besiegelt wurde. Nur 14 : 50 Punkte konnten bei einem Torverhältnis von 38 : 81 Toren geholt werden. Im Nachwuchsbereich waren unsere Junioren AK 17/18 und unsere Jugend AK 15/16 recht erfolgreich. Beide spielten in der Bezirksliga und belegten einen 7. Platz bzw. 2. Platz. Die Nachwuchsarbeit der letzten Jahre schien Früchte zu tragen. Fussballspieler wie Queck, Claasen, Nord und andere waren sehr talentiert und für den Männerbereich interessant. Mit Beginn der neuen Saison 1984/85 wurden die ehemaligen Spieler Grabe und Kaiser als neue Übungsleiter der 1. Mannschaft eingesetzt. Zum Ende der 1. Halbserie lag die Mannschaft an der Spitze der Tabelle der Bezirksklasse Staffel 2 und ein Trainingslager in der Winterpause im Februar 1985 sollte die mannschaftliche Geschlossenheit stärken. In Strahlendorf bei Schwerin fand dieses Trainingslager unter sehr guten Bedingungen statt.

Die Rückrunde begann nach dem Trainingslager mit dem erhofften Erfolg und so konnte 4 Spieltage vor Schluss der Spielserie der vorzeitige Staffelsieg gefeiert werden. Das letzte Spiel wurde mit 2 : 1-Toren gegen Zahna gewonnen (Torschütze Timo Lehmann).

Tabellenstand zum Saisonende 1984/85:

Tabellenerster:                                            Motor Köthen

Tabellenzweiter:                                          Motor Dessau

Die Mannschaft schloss die Punktspielserie mit einem Torverhältnis von 68 : 21 und einem Punktverhältnis von 47 : 9 ab.

Die nachfolgende Aufstiegsrunde wurde als Tabellenzweiter und damit als Aufsteiger erfolgreich absolviert. Der klarste Sieg konnte im Heimspiel gegen Helbra mit einem 3 : 0-Sieg erreicht werden. Die Torschützen waren Nord, Vatthauer und T. Lehmann. Die eingesetzten Spieler in den Punkt- und Aufstiegsspielen 1984/85 waren:

Lindau, Nord, Lehmann, K.-H. Bahn, Schöne, Palme, Vogt, Queck, Claasen, Vatthauer, H. Bahn, Grosler, Hoffmann, Schebesta und Helmecke:

Die 2. Männermannschaft konnte einen 3. Platz in der Kreisliga belegen und die Kreisligareserve kam auf einem 5. Platz am Saisonende.

 

In der Saison 1985/86 spielte nun unsere 1. Mannschaft wieder in der Bezirksliga Halle, teilweise verjüngt durch Spieler des eigenen Nachwuchses. Die Saison verlief nicht nach den Erwartungen, Ende März 1986 wurde der vorletzte Platz 15 und damit der Abstieg erzielt.

Am 28.03.86 hatte unsere 2. Männer-Mannschaft Wieskau mit dem 8 : 0-Sieg demontiert und lag damit auf Platz 2 der Tabelle (Torschützen 5 x H. Vogt sowie Klehr, Claasen und K.-U. Bädelt). Trainer war weiterhin P. Franzak und betreut wurde die Mannschaft durch R. Alsleben.

Eine wichtige Person in dieser Saison war unsere Ines, die medizinisch und moralisch die ganze Truppe auf Vordermann brachte.

Nach den Punktspielen rückten die Männer der 2. Mannschaft häufig in Erikas "roten Salon" ein. Knobeln bis zum Abwinken und der Hauch vom fast perfekten Fussball sorgten für eine tolle Stimmung.

Spannung war in der Kreisliga angesagt, nach 25 Spielen von 26 lagen unsere 2. Mannschaft und Stahl Aken punktgleich und in der Tordifferenz gleich auf Platz 1. Wiederum war ein 8 : 0-Sieg über Reppichau an diesem Spieltag an der Tagesordnung (Torschützen 2 x Vogt, 3 x Stampnik, 2 x Kautetzki, und 1 x Niemann): Im letzten Spiel jedoch spielte die zweite Mannschaft in Gölzau unentschieden und Aken wurde durch einen Sieg Kreismeister.

 

Die Reserve belegte in dieser Saison einen 3. Platz. Für die 1. Mannschaft waren es noch 3 Punkte Abstand bis zum Nichtabstiegsplatz und 5 Spiele zu absolvieren. Am nachfolgenden Spieltag wurde ein wichtiger Punkt in Halle bei Dynamo geholt (Torschütz zum 1 : 1 war B. Hoffmann): Die nachfolgenden Spiele blieben fast erfolglos. Im letzten Heimspiel besiegelt eine 0 : 2-Niederlage gegen Thale den erneuten Abstieg.

Resümee nach dieser kurzen Saison: Unsere Mannschaft hatte zu wenig Bezirksliganiveau, um die Spielklasse zu halten.

In dieser Saison spielten:

Lindau, Helmecke, Hoffmann, Klöhn, Schöne, Schebesta, Tolstych, Hänsch, Nord, Gosler, T. Lehmann, K.-H. Bahn, Queck, Böhmer, Claasen, Hübner und Krebs

Für die Punktspielserie 1986/87 erfolgte wiederum die Einordnung der 1. Mannschaft in die Bezirksklasse (Dessau Staffel). Nach einer guten Vorbereitung durch die Übungsleiter Kaiser und Grabe konnte die Mannschaft ihrer Favoritenrolle jederzeit gerecht werden und den Staffelsieg erreichen.

Bemerkenswert war, dass die 1. Mannschaft ungeschlagen die Saison beendete. Siege wie gegen ZAB Dessau mit 4 : 1 (Torschützen Hoffmann, Claasen, Bahn und Schebesta) sowie ebenfalls der 4 : 1-Sieg in Mildensee mit Torerfolge durch Dewald, Bader, Hoffmann und List rundeten eine hervorragende Saison ab.

Eine erfolgreiche Saison 1986/87 bestritt auch unsere 2. Männermannschaft. Verstärkt durch einige ehemalige Stammspieler der 1. Mannschaft, wie z.B. Klöhn, Vogel, Palme, Kälin, lieferte die Mannschaft in der 1. Kreisklasse gute Leistungen ab. Leider reichte es am Saisonende nach einer 2:3-Niederlage in Grossbadegast nur zum 2. Tabellenplatz.

 

Nach Saisonende musste, wie schon "planmässig" aller zwei Jahre, unsere 1. Männer-Mannschaft an den Aufstiegsspielen teilnehmen. Nach einem mageren ersten Aufstiegsspiel, das mit 0 : 0 endete, gab es einen wichtigen Sieg 2 - 1 gegen Bitterfeld auf neutralem Platz (Torschützen Bader und Claasen). Die restlichen Aufstiegsspiele verliefen für die 1. Mannschaft ungeschlagen. Im letzten Spiel brauchte nur ein 2 : 2-Unentschieden über Buna 2. Mannschaft erreicht werden, um direkt in die Bezirksliga aufzusteigen.

Um die Saison 1987/88 in der Bezirksliga ohne Abstiegssorgen zu bestreiten, musste die 1. Männer-Mannschaft unbedingt verstärkt werden. Das war keine einfache Aufgabe, die die neue Sektionsleitung um G. Apfelbaum, P. Leubner und W. Fischer in Verbindung mit der BSG Leitung - Spfr. Güttner und Lewandrowski -, zu lösen hatte. Durch die Zugänge der Sportfreunde Queck, Heger und Groth wurde dem entsprochen.

Der geglückte Einbau der neuen Spieler sowie eine sehr intensive Vorbereitung auf die Punktspielsaison führten zu einer klar sichtbaren Steigerung des Leistungs- und Spielvermögens der Mannschaft. Auf dem Stadion in Köthen wurde wieder ansehnlicher Fussball geboten, der mit einer deutlichen Zunahme der Anhängerschar zu den Spielen einherging.

Diese Steigerung der Mannschaft war im wesentlichen aber auch auf die günstigeren Trainings- und Soielbedingungen zurückzuführen, die im Verbund Trägerbetriebe - BSG-Leitung und Sektion Fussball geschaffen werden konnten. Am Ende der Saison belegte die Mannschaft einen guten 8. Tabellenplatz.

Die 2. Mannschaft erreichte in der Saison 1987/88 einen guten 8. Tabellenplatz in der 1. Kreisklasse.

Für die Saison 1988/89 galt es insbesondere das Leistungsvermögen der 1. Mannschaft weiter zu stabilisieren. Doch der Abgang der drei Leistungsträger (Queck, Groth und M. Heger) hinterliess eine grosse Lücke, die von den Neuzugängen (Ulber, Welzel) nur schwerlich geschlossen werden konnte.

Am Ende der Saison nahm die Mannschaft einen erfreulichen 10. Tabellenplatz ein.

Für die 2. Mannschaft wurde 1988/89 nicht mehr als ein 5. Platz, trotz bester Besetzung, erzielt. Positiv war jedoch das Erreichen des Endspiels um den FDGB-Pokal, das in Aken ausgetragen wurde. Endspielgegner war der Aufsteiger zur 1. Kreisklasse Lok Köthen 1.

Die 2. Mannschaft war, nicht genug durch die Leistungen der Lok-Fussballer gewarnt, denn diese besiegten in den Vorrunden die Bezirksklassenvertreter Görzig und Edderitz. Optisch zwar überlegen, jedoch in der Abwehr überheblich. Dadurch wurde Motor Köthen 2. Mannschaft mit einem 3 : 0 bezwungen.

Unter der Leitung von Fritz Fesser wurde die Arbeit im Nachwuchsbereich kontinuierlich ausgebaut. Die Angliederung des KFA-Trainingszentrums an unseren Verein, der Einsatz weiterer erfahrener Übungsleiter sowie die Verstärkung der Nachwuchsmannschaften mit Talenten aus dem Kreisgebiet trug recht bald seine Früchte.

 

In Pokalwettbewerben und bei den Kinder- und Jugendspartakiaden waren beredetes Zeugnis der gestiegenen Leistungskraft unseres Nachwuchses in den 80-iger Jahren. Nicht zu vergessen sind die internationalen Leistungsvergleiche, vor allem mit den tschechischen Sportkameraden aus Hradec Kralove, die in den 80-iger Jahren zu einer schönen Tradition geworden waren.

Die Entwicklung unseres Vereins nach der politischen Wende

Die Saison 1989/90 begann unter den sich formenden Anzeichen einer politischen Wende.

Welcher Verein hatte nicht mit allen positiven und negativen Einflüssen der Wende zu kämpfen. Ganze Familien orientierten sich Richtung Westen oder veränderten ihre Bereitschaft, im Sportverein mitzuarbeiten.

So wurde auch unser Verein nicht verschont. Die Fragen standen: Wer führt unser Verein weiter (fz) Werden wir einen neuen Namen bekommen (fz) Was wird werden wenn (fz) usw.

Die Bezirksliga Halle bestand nur noch aus 13 Mannschaften, die an der Meisterschaft teilnahmen. Für unsere 1. Mannschaft gab es wieder die Devise zum Klassenerhalt. Am Ende wurde unter alleiniger Trainerführung von H. D. Grabe der 10. Tabellenplatz erkämpft.

Die 2. Männer-Mannschaft gewann in dieser Saison überzeugend den Kreismeistertitel. Nennenswert war das Spiel gegen Kleinpaschleben mit einem 5 : 1-Sieg (Torschützen: Schuberth, Mauerer, 2 x Krebs, Richter). Somit stand der Titelgewinn fest. Die anstehenden Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse konnten nicht erfolgreich absolviert werden. Dadurch gab es auch für die nächste Saison kein Entrinnen aus dem Kreisklassenfussball mehr. Im Jahr der Wende 1990 wurde im Juni der Verein KSV Germania 90 neu gegründet.

Dieser Verein ging in der Gründungssubstanz aus der Sektion Fussball der BSG Motor Köthrn hervor.

Durch die Neugründung des KSV Germania erhielt der Fussball erstmalig nach 1945 wieder seine Eigenständigkeit zurück. Der erste Vorstand des KSV Germania 90 formierte sich um den Präsidenten H. Preska.

 

Für die Vereinsführung und auch für die Mitglieder waren die neuen Verhältnisse in Gesellschaft und auch im Vereinsleben eine echte Herausforderung. Ehemalige Stützungen durch Betriebe fielen weg oder reduzierten sich auf ein Minimum. Ein Sponosoring musste aufgebaut und die grösstmögliche Effizienz aus den gesetzlichen Gegebenheiten geschöpft werden.

Für die 1. Männer-Mannschaft kam es zur Trainerablösung. Nach Trainer Grabe kam, in Vorbereitung der Saison 1990/91, J. Donath ins Traineramt.

Dieser wurde jedoch während der Saison von P. Franzak, den bis dahin leitenden Trainer der 2. Männer-Mannschaft, abgelöst. Am Ende der Saison konnte der 8. Platz erreicht werden. Die 2. Männer-Mannschaft belegte trotz des Trainerwechsels den 2. Platz im Kreis.

Zur Bezirksligasaison 1990/91 muss ergänzend gesagt werden: Im Land Sachsen-Anhalt gab es im Vereinigungsjahr 1990/91 eine Landesliga, eine Bezirksliga und fünf Bezirksklassenstaffeln. Die Eingliederung in Landes- und Bezirksliga wurden durch die Platzierungen der vorhergehenden Bezirksligen Magdeburg-Halle bestimmt.

Nach dem verpatzten Aufstieg belegte die 2. Mannschaft in der Saison 1991/92 nur den 8. Platz. Die Spielerdelegierungen aus der 2. Mannschaft in die 1. Männer-Mannschaft waren sehr häufig und hinterliessen qualitiv in der 2. Mannschaft ihre Spuren.

Die Durchhalteparole hiess wie so oft in den letzten Jahren "Eisern-Kurti" und ein sehr guter 2. Platz in der 1. Kreisklasse der 3. Mannschaft war erreicht.

Der 10. Platz für die 1. Männer-Mannschaft blieb hinsichtlich der Erwartungen im positiven Bereich.

Die beste Platzierung gab es in der Bezirksliga in der Saison 1992/93. Der wichtige 2 : 1-Sieg (Torschützen: Böhler, Hoffmann) gegen Piesteritz sicherte zum Schluss den Platz 3.

Für die 2. Männer-Mannschaft reichte es in dieser Saison zu einem 8. Platz. Der Sieg über Grosspaschleben mit 3 : 1-Toren (Torschützen: 2 x Schebesta, Bolz) war zum Abschluss der Saison gerecht.

Die 3. Männer-Mannschaft blieb unter der Führung ihres Kapitäns G. Gotschlinge am letzten Spieltag vom Abstieg verschont und belegte Platz 13 von 15 Mannschaften.

 

Wenn vom Köthener Fussballnachwuchs die Rede ist, speziell die Nachwuchsarbeit bei Germania, so steht dafür der Name von Fritz Fesser. Seine Konsequenz in der Leitung der Nachwuchsabteilung brachte auch nach der Wende hervorragende Erfolge auf Landes- und Kreisebene.

Die Platzierungen des Nachwuchsbereiches 1992/93:

  A-Junioren          Staffel 1 Bezirksliga               Platz 7

  B-Junioren          Staffel 1 Bezirksliga               Platz 1

  C-Junioren          Staffel 1 Bezirksliga               Platz 11

  D-Junioren          Staffel 1 Bezirksliga               Platz 5

  E-Junioren          Kreisklasse                            Platz 2

Im Juni 1993 kam es in der Leistungsebene des KSV Germania 90 zu Veränderungen. Die Funktion des Präsidenten übernahm Thomas Schaaf, als Vizepräsident wurde Dettmar Vogel benannt. Die technische Leistung wurde von Peter Bädelt ausgeführt. Die Verantwortung als Klassenwart übernahm A. Schöne. Weitere Vorstandsmitglieder wie D. Bennemann, Sivia Belger, K. Reinicke und A. Tolstych steuerten nun das Vereinsschiff.

Wenige Wochen nach Beginn der Saison 1993/94 vollzog sich Ende 1993 ein Trainerwechsel in der 1. Männer-Mannschaft, U. Mederake löste P. Franzak ab. Dieser war beruflich gezwungen, seine Trainertätigkeit niederzulegen.

 

Am 21.05.1994 siegte Germania durch ein Tor von "Papa" alias R. Schuberth über Teuchern. Mit diesem Sieg qualifizierte sich die 1. Männer-Mannschaft gemäss der Endplatzierung für eine der neu aufgebauten Landesliga-Staffeln.

Die 2. Mannschaft erreichte am Ende der Saison Platz 7 in der Kreisliga. Folgende Spieler gehörten zur Mannschaft: Sohn, Bolz, Grohmann, Borrek, M. Gräfe, Krähe, Olt, Bädelt, Schebesta, R. Palme und R. Schuberth, der nach 14 Toren in der 1. Halbserie in die 1. Männer-Mannschaft delegiert wurde. Weiterhin spielten in dieser Mannschaft F. Lindau, K.-P. Gräfe, K. Wachsmuth.

Den Nachwuchsbereich vertraten im Spieljahr 1993/94 folgende Mannschaft aus dem Kreis bzw. Landesebene:

Mannschaft                         Übungsleiter                         Spielklasse

F-Jugend II                            Beichert/Bahn                         Kreisebene

F-Jugend I                             Hanschmann/Barthel                Kreisebene

E-Jugend                               Tolstych/Radke                       Kreisebene

D-Jugend                               Fesser                                    Landesebene

C-Jugend                               Fischer                                   Landesebene

B-Jugend                               Wachsmuth/Rothe                   Landesebene

A-Jugend                               Becker/Römmling                    Landesebene

Bereits vor Beginn der Spielserie 1994/95 zeichnete sich ab, dass die 1. Mannschaft gegen den Abstieg aus der Landesliga zu kämpfen hatte. Hinzu kamen erneut Probleme mit der Besetzung der Trainerfunktion. Konsequenz dazu war, während der laufenden Saison die Nominierung von A. Lange zum Trainer.

Im April 1995 führte der neue Trainer sein Team zu dem wichtigen saisonentscheidenen Spiel um den Klassenerhalt nach Sandersdorf. Nach grossem Kampf gab es eine 1 : 3-Niederlage (Torschütze: Borchert), die somit den Abstieg in die Landesklasse besiegelte.

Nach fünf Jahren unter dem Namen KSV Germania 90 wurde eine Korrektur der Germaniabezeichnung vorgenommen. Die neue Vereinsbezeichnung Cöthener Fussballclub Germania 03, bis dahin die einzige gerichtlich eingetragene alte Vereinsbezeichnung, wurde wieder angenommen. Im Bahnhofshotel "Stadt Köthen" wurde der Sportkamerad Hessler als Präsident gewählt. Des weiteren wurden neue Präsidiumsmitglieder, unter anderem Herr Reupsch, gewählt.

Die Saison 1995/96 begann mit neuem Trainer der 1. Mannschaft, F. Lindau. Der harte Kampf in der Landesklasse brachte jedoch nicht den Erfolg zum Wiederaufstieg.

Im Hintergrund des Fussballgeschehens der Satdt Köthen gab es 1996 Bemühungen, einen Grossverein im Bereich Fussball zu gründen. Eintracht, ESV sowie noch ein Köthener Verein wurden gesucht, um den VfL beizutreten. Dieses Anliegen hinterliess teilweise schon Spuren der Inkonsequenz in den Reihen unseres Vereins.

Die Präsenz durch J. Hessler war nicht gegeben. Die Leitung des Vereins musste neu formiert werden. Sportkameraden U. Unruh und P. Bädelt spannten sich als Vorsitzender und zweiter Vorsitzender vor den Vereinskarren. Dies hatte Auswirkungen auf das ganze Vereinsleben.

Der Abstieg der 2. Männer-Mannschaft in die 1. Kreisebene war unumgänglich. Die 3. Mannschaft wurde vom Punktspielbetrieb abgemeldet.

Es erfolgten ab Februar 1997 Gespräche mit dem Präsidium der HG 85 mit dem Ziel, das der CFC Germania der HG 85 als Abteilung Fussball beitritt. Der Beschluss der Mitgliederversammlung stimmte den Antrag zum Beitritt zur HG 85 zu.

Es kam zur Neuorientierung hinsichtlich Verantwortlichkeiten, Kompetenzen usw. Was war eigentlich geschehen (fz)

Es erfolgten sofortige Aktivitäten für die Modernisierung unseres sportlichen Anwesens wie notwendige Renovierung der Umkleidekabinen, des Sänitärbereiches, der Gaststätte usw. Besonders aktiv zeichnete sich die "Alten-Herren"-Mannschaft unter Regie von H. Kugler aus.

Auch an der Stabilisierung der Landesklassenelf wurde gearbeitet. Die Zuführung von neuen Spielern sollte das Leistngsvermögen der 1. Mannschaft wieder heben. Während die 1. Mannschaft erfolgreich in der Landesklasse den Platz 7 erkämpfte, stieg die 2. Männer-Mannschaft nach der Spielsaison 1998/99 wieder in die Kreisliga auf.

 

Doch es sollte sich schnell relativ zeigen, welchen Stellenwert die Sparte Fussball im Sportverein HG 85 Köthen hat. Das führte zu Auseinandersetzungen und Kompetenzproblemen. Es zeichnete sich relativ schnell der Trend zu einer kopletten Auflösung der Abteilung Fussball innerhalb der HG 85 ab.

Im Vorfeld wurde bereits der koplette Nachwuchsbereich und die 1. Männer-Mannschaft unter Beibehaltung der Spielklassen zum Wechsel in den Sportverein VfL Köthen animiert und bis ins Detail vorbereitet.

Ein Aufbäumen von 26 Sportkameraden, darunter der Kreisligist mit der ehemaligen 2. Männer-Mannschaft und der kopletten "Alte-Herren"-Mannschaft verhinderten einen Niedergang der Traditionsführung im Köthener Fussball auf dem Stadion. J. Kapuscinski als Trainer und J. Krebs als Betreuer führten unsere ehemalige 2. Männer-Mannschaft in die Landesklassensaison 1999/2000. Ein geringer Überhang von Spielern im noch vertretbaren aktiven Altersbereich und Spielern über 40 und teilweise 50 Jahren bestritt als 2. Mannschaft den Punktspielbetrieb in der Kreisliga. Des weiteren konnte der Spielbetrieb der "Alten-Herren"-Mannschaft aufrecht erhalten werden.

Mit grossen Engagement und funktionierend gestaltend, organisierte eine neue Abteilungsleitung das sportliche Geschehen.

Die neu gebildete 1. Mannschaft stellte sich in der Saison 1999/2000 einem von vornherein aussichtslosem Unterfangen, der Sicherung der Landesklasse. Die Mannschaft besass in keinem Fall Landesklassenniveau. Der Abstiegsplatz zum Saisonende war das Ergebnis.

Auch die 2. Mannschaft konnte die Spielklasse nicht halten. Sie musste wegen Besetzungsproblemen im Monat Februar zurückgezogen werden.

Zu Beginn der Saison 1999/2000 wurde ein Neuaufbau der Nachwuchsabteilung genommen. Über den Sportlehrer der Naumannschule, Herrn Stary, konnte ein "Schnuppertraining" durchgeführt werden. Ein imposantes Bild ergab sich im August 1999 bei einer Veranstaltung mit ca. 50 Kindern. Es formierten sich 4 Nachwuchsmannschaften, wobei nur die E- und F-Jugend am Spielbetrieb teilnehmen durfte.

Grosse Anstrengungen unternahmen als Übungsleiter P. Franzak jun., L. Rode, M. Hannemann, Th. Werner, M. Bolz, D. Rott und andere, um den jungen Fussballern den Spass und das Fachwissen von dieser Sportart zu vermitteln.

 

In der Saison 2000/2001 startete die 1. Mannschaft zunächst recht erfolgreich. Nach der Absolvierung von 8 Punktspielen nahm das Team den 1. Tabellenplatz ein. Leider konnte die Mannschaft die Form nicht halten. Sie belegte am Ende der Saison nur einen 7. Tabellenplatz.

Die 2. Männer-Mannschaft erreichte eine sichere Platzierung in der 1. Kreisklasse.

Mit der Einbindung von Sportkamerad J. Hänsch als Jugendleiter wurde die Nachwuchsarbeit konstruktiv geplant. Im C- und D-Juniorenbereich wurden Spielgemeinschaften aufgebaut.

Das Jahr 2001 stand im Zeichen der Veränderung der Eigenständigkeit des Fussballsports. Es gab erste Gespräche mit dem Präsidenten der HG 85. Grundlage war ein Beschluss der Mitglieder der Abteilung Fussball, der weitere Schritte zur Selbstständigkeit einleiten sollte.

Mit Beginn der Punktspielserie 2001/2002 der Kreisliga übernahm der Sportkamerad W. Kaiser die Betreuung der 1. Mannschaft als Übungsleiter. Als 2. Übungsleiter fungierte der Sportkamerad J. Kapuscinski.

Der Kreisligabeginn unserer 1. Mannschaft verlief optimal, die Elf erreichte nach 6 Spielen den 1. Platz, zum Saisonende wurde ähnlich wie im Vorjahr der Platz 6 erkämpft.

Die 2. Mannschaft spielte in der 1. Kreisklasse. Leider führten Anleitungs- und Koordinierungsschwächen innerhalb der Mannschaft zum erneuten Abstieg zum Ende der Saison 2001/02.

Der Nachwuchs im D-, E- und F-Bereich nahm erfolgreich an der Meisterschaft teil.

In der laufenden Saison wurde am 1. Februar 2002 der CFC Germania 03 erneut gegründet. Alle Aktiven und Passiven Mitglieder der Abteilung Fussball wechselten bis zum Ende der Saison zum neugegründeten Verein über.

Durch gute Arbeit im Nachwuchsbereich konnten neue Trainer gefunden werden.

Neue Spieler für die noch nicht besetzten Altersbereiche meldeten sich in unseren Verein an.

Zu Beginn der Saison 2002/03 gingen in allen sechs Altersklassen Mannschaften für den CFC Germania 03 an den Start und erzielten beachtliche Erfolge.

Altersklasse                    Übungsleiter                                Platzierung                    Spielklasse

A-Junioren                         Schenkel/Heinze/Ahland                7. Platz                            Kreisklasse

B-Junioren                         D. Müller                                      10. Platz                           Kreisunion

C-Junioren                         D. Müller/Bienek                           7. Platz                            Kreisunion

D-Junioren                         Hebecker/F. Rode                         2. Platz                            Kreisklasse

 

Aufstieg Landesebene

E-Junioren                         J. Hänsch/L. Rode                         1. Platz                            Kreisklasse

F-Junioren                         H. Sonnenkalb                               2. Platz                            Kreisklasse

 

Für die 1. und 2. Männer-Mannschaft galt es, unter neuem Namen Anerkennung zu erwerben. In unserem Spielerstamm der 1. Männer-Mannschaft kamen Spieler wie Zouzi, Lorenz, Ulbricht und Klehr hinzu. Als bester Torschütze über die ganzen Jahre hielt uns Steffen Fricke die Treue. Weitere "treue Seelen" wie Ch. Gräfe, M. Bolz, u. a. mussten uns leider aus beruflichen Gründen verlassen. Die Mannschaft formte sich zu einer Spitzenelf in der Kreisliga und erkämpfte sich den Vizekreismeistertitel.

 

In der Hallenkreismeisterschaft 2003 wurde nun endlich ein Titel für den Männerbereich erkämpft. Im Brauereicup der Köthener Brauerei unter der Beteiligung von Mannschaften aus der Oberliga/Landesliga wurde der CFC Germania 03 Dritter der Gesamtwertung.

Weniger erfolgreich war unsere 2. Mannschaft. Trotz der Zuversicht, sicher den Aufstieg zu erreichen, wurde dieses Ziel durch mangelnde Disziplin nicht erreicht. Am Saisonende wurde der 4. Platz erzielt. Die Perspektive für die neue Saison 2003/2004 unter dem Trainer B. Helmecke wird der Aufstieg sein.

Für die anstehende Saison in der Kreisliga Köthen 2003/2004 wurde die 1. Mannschaft nochmals verstärkt. So hatte man im Verlauf der Spielserie keine wirkliche Konkurrenz und stieg, mit 17 Punkten Vorsprung auf die LSG Prosigk, in die Landesklasse auf. Der CFC musste in der gesamten Saison nur eine Niederlage hinnehmen und erreichte ein Torverhältnis von 94:17.

Die 2. Mannschaft konnte auch in der Serie 2003/2004 den Aufstieg nicht schaffen.

Der Nachwuchsbereich beim CFC Germania 03 wurde stetig weiter ausgebaut. So konnte man in der Spielserie 2003/2004 alle Alterklassen besetzen. Die A- und B-Junioren erreichten in den Kreisligen gute Mittelfeldplätze und die C-Junioren stiegen als Zweitplatzierter in die Landesliga auf.

Auch in der folgenden Spielserie zeigte die Kurve steil nach oben. Nach dem Aufstieg in die Landesklasse schaffte die 1. Männermannschaft den direkten Aufstieg in die Landesliga. Nach einem spannenden Saisonfinale hatten die Germanen am Ende einen Punkt Vorsprung auf den Schackstedter SV. Nico Friedrich erzielte 30 Saisontore und hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft. Zudem holte sich das Team um Trainer Frank Hänsch den Kreispokal. Im Finale bezwang man in Baasdorf den TSV "Elbe" Aken.

Auch bei der 2. Mannschaft lief es nun besser. Man schaffte in der 2. Kreisklasse den 1. Platz und stieg in die 1. Kreisklasse auf.

Im Nachwuchs ging der CFC in allen Altersklassen an den Start. Im A- und B-Bereich konnten Mittelfeldplätze in der Kreisliga belegt werden. Die C-Junioren erreichten in den Landesliga einen sehr guten 1. Platz.

Zu Beginn der Spielserie 2005/2006 fand bei der 1. Mannschaft ein Trainerwechsel statt. Frank Hänsch legte sein Amt, arbeitsbedingt, nieder. Für ihn übernahm Andreas Schöne die Geschicke des Landesligaaufsteigers. Auch der Start in der höheren Spielklasse erwies sich als schwierig. So konnte man bis zur Winterpause nur 9 Punkte einfahren und belegte somit einen Abstiegsplatz. Andreas Schöne musste gehen und Ex-Trainer Frank Hänsch übernahm erneut die Mannschaft. Mit ihm erreichte der CFC in der Rückrunde 28 Punkte und schaffte, durch einen Sieg am letzten Spieltag gegen den FSV Hettstedt, doch noch den Klassenerhalt in der Landesliga. Nico Friedrich brachte es im Saisonverlauf auf 20 Tore und wechselte nach der Saison zum Verbandsligaaufsteiger nach Hettstedt. Das Kreispokalfinale in Reppichau ging jedoch verloren. Gegen den VfB Gröbzig hieß es am Ende 4:5.

Die 2. Mannschaft belegte als Aufsteiger einen sehr guten 2. Platz in der 1. Kreisklasse. Toschko Mititschew war mit 20 Toren erfolgreichster Torschütze im Team.

Auch der Nachwuchs stellte seine ansteigende Form unter Beweis. So konnte die A-Jugend (3. Platz) und die B-Jugend (2. Platz) vordere Ränge in der Kreisliga belegen. Die C-Junioren erreichten in der Landesliga den 7. Platz und konnten die Klasse sicher halten.

Nach der Zittersaison wollte man gut gerüstet in die neue Spielserie 2006/2007 gehen. Trainer Frank Hänsch machte weiter und die Mannschaft konnte auf wichtigen Positionen verstärkt werden. So wechselten Frank Herforth, Stig Top-Rasmussen, Thomas Berger, Florian List, Oliver Endert und Christian Minge zum CFC. Mit einer tollen Saison erzielte die Mannschaft einen hervorragenden 5. Tabellenplatz in der Landesliga-Mitte. Mit 45 Punkten und 48:34 Toren schafften die Germanen gleichzeitig die Qualifikation für den Landespokal. Auch das Interesse der Zuschauer nahm spürbar zu. So besuchten im Schnitt 266 Zuschauer die Heimspiele der Germanen. Das war Ligaspitze. Im Pokalfinale am 1. Mai hatten die Köthener wieder weniger Glück. In Aken unterlag man dem SV Blau-Weiß Schortewitz, vor 647 Zuschauern, mit 2:4 nach Verlängerung. Dies trübte jedoch nicht die tolle Saisonleistung des CFC. Bei den Hallenkreismeisterschaften belegte unsere 1. Mannschaft hinter dem VfB Gröbzig den 2. Platz.

 

hinten v. li.: M.Lorenz - R.Wolter - P.Werner - K.Kunath - O.Bouzbouz - O.Endert - C.Minge

mitte v. li.: Präsident R.Maaß - Trainer F.Hänsch - R.Müller - T.Berger - C.Gumlich - M.Osoria - Betreuer: M.Sopart - Betreuer: J.Krebs

vorn v. li.: R.Gerhardt - T.Mann - F.Herforth - D.König - S.Top-Rasmussen - S.Fricke - F.List

Auch die 2. Mannschaft, unter dem Trainer Detlef Müller, spielte eine gute Saison und schaffte mit 75 Punkten und 90:19 Toren den Aufstieg in die Kreisoberliga. Im Kreispokalachtelfinale unterlag man der 1. Mannschaft des CFC mit 1:3 und schied aus. In der Aufstiegssaison erzielte Heimo Rast 22 Tore. Auch die 2. Mannschaft erreichte die Endrunde der Hallenkreismeisterschaft und belegte hinter Gröbzig und unserer 1. Mannschaft einen guten 3. Platz.

 

Erstmals ging auch eine 3. Männermannschaft des CFC wieder in den Punktspielbetrieb. In der 1. Kreisklasse erreichte die Mannschaft auf Anhieb einen guten 9. Platz.

Die A-Junioren belegten in der Kreisliga den 4. Platz. Die B1-Junioren mit Trainer Wolfgang Schmidt schafften den Aufstieg aus der Landesliga in die Verbandsliga. Zudem wurde die Mannschaft Hallenkreismeister und Kreispokalsieger.

 

Auch die C-Junioren spielte eine gute Saison und wurden am Ende 3. in der Landesliga. Gleichzeitig schaffte die Mannschaft vom Trainergespann Ludger Rölecke und Marco Möllers den Kreispokalsieg und wurde Hallenkreismeister. Ein Talent der Mannschaft verlies zum Ende der Saison den CFC. Renè Terasa wechselte zum 1.FC Magdburg ins Leistungszentrum.

Mannschaften, Platzierungen, Trainer der Saison 2006/2007

Mannschaft

Spielklasse

Platz

Trainer

1. Männer

Landesliga-Mitte

5. Platz

F. Hänsch

2. Männer

Kreisliga

1. Platz

D. Müller

3. Männer

1. Kreisklasse

9. Platz

A. Voigt

A-Junioren

Kreisliga

4. Platz

T. Behrmann/T. Hübner

B1-Junioren

Landesliga

1. Platz

W. Schmidt

B2-Junioren

Kreisliga

7. Platz

T. Behrmann

C-Junioren

Landesliga

3. Platz

L. Rölecke/M. Möllers

D1-Junioren

Kreisliga

5. Platz

W. Hebecker

D2-Junioren

Kreisliga

10. Platz

H.-J. Müller

E1-Junioren

Kreisliga

1. Platz

H.-J. Müller/M. König

E2-Junioren

Kreisliga

8. Platz

L. Rode/M. Sopart

F1-Junioren

Kreisliga

1. Platz

D. König/D. Krause

F2-Junioren

Kreisliga

6. Platz

M. Sopart/M. König

G-Junioren

Freundschaftsspiele

-

F. Giebler

 

 

 

 

Vor Beginn der Spielserie 2007/2008 verlies Trainer Frank Hänsch, aus privaten Gründen, den Verein. Für ihn übernahm der Bernburger Henry Schachner die 1. Männermannschaft. Die Mannschaft blieb im groben zusammen und konnte mit Mario Skrzypzak (Rot-Weiß Thalheim) zusätzlich verstärkt werden. Mit Siegen gegen Elster, in Gröbzig und gegen Gräfenhainichen erwischten die Germanen zunächst einen guten Start in die Landesliga-Saison. Auch im Landespokal lief es sehr gut. Mit Sandersdorf und dem Schönebecker SV konnten zwei Verbandsligisten ausgeschaltet werden. Erst im Achtelfinale war Endstation. Hier unterlag man dem VfL Halle 96 mit 2:5.

 

In der Liga folgten elf sieglose Spiele. Dies brachte den CFC auf einen Abstiegsplatz. Am 22. Mai 2008 legte Henry Schachner, aus persönlichen Gründen, sein Traineramt nieder. Ex-Coach Frank Hänsch übernahm erneut die Geschicke der 1. Männermannschaft. Doch auch er konnte diesmal den drohenden Abstieg in die Landesklasse nicht mehr verhindern. Köthen verlor das letzte Spiel gegen den MSV Eisleben mit 1:3 und stieg ab.

Nach dem Aufstieg in die Kreisoberliga schaffte die 2. Männermannschaft auf Anhieb einen sehr guten 3. Platz und qualifizierte sich somit für die neue, eingleisige, Kreisoberliga Anhalt-Bitterfeld. Die Mannschaft vom Trainergespann Detlef Müller und Thomas Hübner brachte es auf 50 Punkte und 53:30 Tore.

Auch eine 3. Männermannschaft nahm am Spielbetrieb teil. In der Kreisklasse-West belegte die Mannschaft von Trainer Andreas Voigt den 6. Platz.

 

Die Nachwuchsarbeit wurde auch in der Saison 2007/2008 weiter verbessert. So schafften die A1-Junioren den Aufstieg in die Landesliga. Die B-Junioren konnten den Klassenverbleib in der Verbandsliga sichern. Auch die C-Junioren belegten in der Landesliga einen guten 4. Platz. Auf dem Kleinfeld wurde die E1-Jugend Staffelsieger West. Die F1-Junioren wurden erster gemeinsamer Kreispokalsieger Anhalt-Bitterfeld.

Was geschah sonst noch in der Spielserie 2007/2008?

Im September 2007 fanden Neuwahlen beim CFC Germania 03 statt. Ronald Maaß wurde neuer Präsident und Johannes Palme neuer Vize. Heiko Sonnenkalb schied aus dem Vorstand aus. Marco Möllers wurde neu in den Vorstand gewählt und besetzt die Stelle der Öffentlichkeitsarbeit.

Ebenfalls im September fand die Festwoche zum 80 jährigen Jubiläum des Köthener Stadions statt. Zahlreiche Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft kamen zum gratulieren.

Im Februar 2008 veranstaltete die CFC-Nachwuchsabteilung wieder eine Reihe von Hallenturnieren. In der Köthener Hahnemann-Halle trug jede Nachwuchsmannschaft des CFC ein eigenes Turnier aus.

Im Juli 2008 fand erstmals die eigens organisierte 3 Tage Fußball-Lernschule statt. Zahlreiche Mädchen und Jungen nahmen daran teil und wurden vom Ex-Bundesligaprofi Sven Benken trainiert.

Mannschaften, Platzierungen, Trainer der Saison 2007/2008

Mannschaft

Spielklasse

Platz

Trainer

1. Männer

Landesliga-Mitte

11. Platz

F. Hänsch

2. Männer

Kreisoberliga

3. Platz

D. Müller/T.Hübner

3. Männer

Kreisklasse-West

6. Platz

A. Voigt

A-Junioren

Kreisliga

1. Platz

W.Schmidt

B1-Junioren

Verbandsliga

11. Platz

L.Rölecke/M.Möllers/F.Junge

C-Junioren

Landesliga

4. Platz

W.Weinert

D1-Junioren

Kreisliga

3. Platz

K.Siegert/S.Erdmann

D2-Junioren

Kreisliga

9. Platz

T.Gallasch/P.Straßburger

E1-Junioren

Kreisliga

1. Platz

M.Sopart

E2-Junioren

Kreisliga

4. Platz

D.König/D.Krause

E3-Junioren

Kreisliga

9. Platz

H.J.Müller

F1-Junioren

Kreisliga

3. Platz

L.Rölecke/V.Korwitz/M.Möllers

F2-Junioren

Kreisliga

5. Platz

H.J.Müller/T.Gottschling

G-Junioren

Freundschaftsspiele

-

F. Giebler/N.Krischok

 

 

 

 

Nach dem Abstieg der 1. Männermannschaft folgte ein Schnitt. Zahlreiche ältere Spieler verließen den Verein. Neuzugänge gab es vornehmlich aus dem CFC-Nachwuchs. So wurde das Team mächtig verjüngt. Kurz vor Serienbeginn wechselten auch noch die beiden Stürmer Nico Friedrich und Tobias Gallasch in die Kreisoberliga zum FC Hertha Osternienburg. Trotz dieser Umstände (10 Spieler gingen / 10 Spieler kamen) spielte die Mannschaft in der Landesklasse 5 gut mit. Im März 2009 legte Frank Hänsch sein Traineramt, aus privaten Gründen, erneut nieder. Peter Franczak sen. übernahm die Geschicke der 1. Männermannschaft. Zum Saisonende wurde es an der Tabellenspitze eng. Nienburg stieg, mit zwei Punkten Vorsprung auf den CFC, in die Landesliga auf. Im Kreispokal war für die Germanen im Achtelfinale Endstation. Hier unterlag man beim Kreisoberligisten HSV Gröbern. Zum Saisonende wurde unsere 1. Mannschaft als Fair-Play-Sieger der Landesklasse ausgezeichnet.

 

Unsere 2. Männermannschaft konnte den Klassenverbleib in der neuen eingleisigen Kreisoberliga Anhalt-Bitterfeld nicht sichern und stieg in die Kreisliga ab.

Die 3. Männermannschaft des CFC belegte am Ende den 9. Platz in der Kreisklasse-West.

Auch in der Saison 2008/2009 konnte unsere Nachwuchsabteilung zahlreiche Erfolge aufweisen. Die A-Junioren schafften, als Aufsteiger, gleich den Staffelsieg in der Landesliga 3. Das Aufstiegsrecht in die Verbandsliga nahm der Verein jedoch nicht wahr.

 

Die B-Junioren spielten ihre zweite Saison in der Verbandsliga und erreichten den 13. Platz. Dieser bedeutete eigentlich den Klassenerhalt. Warum der CFC in die Landesliga musste und der 14. (GW Piesteritz) in der Verbandsliga blieb, ist ein Rätsel. Nicht so gut lief es bei den C-Junioren. Nach einer enttäuschenden Saison mit Platz 10 musste man den Gang in die Kreisliga antreten. Unsere D1-Junioren schafften souverän den Staffelsieg und unterlagen dann aber im Entscheidungsspiel um die Kreismeisterschaft dem SV Blau-Weiß Schortewitz mit 2:1 und verpassten somit den Aufstieg in die Landesliga. Mit einem 5:1-Sieg gegen Quellendorf sicherte sich die D1 jedoch den Kreispokalsieg 2008/2009.

Sehr erfolgreich verlief die Spielserie für die E1-Junioren des CFC Germania 03. Mit 22 Siegen in 22 Spielen holte man sich zunächst den Staffelsieg. Im Entscheidungsspiel um die Kreismeisterschaft besiegte die E1 die SG Union Sandersdorf mit 2:1 und schaffte somit die Qualifikation für die Landesmeisterschaften. Auch unter den besten Teams in Sachsen/Anhalt konnten die Germanen überzeugen. Bei der Vorrunde in Halle wurde man hinter Lok Aschersleben Zweiter und schaffte den Sprung in die Endrunde. Diese wurde in Sangerhausen ausgetragen. Hier mussten sich die E1-Junioren nur knapp dem Gastgeber geschlagen geben. Der VfB Sangerhausen und der CFC hatten jeweils 11 Punkte. Nur das bessere Torverhältnis verhalf dem VfB zum Landesmeistertitel. Unsere E1 schaffte in diesem Turnier auch einen 1:0-Sieg gegen den 1.FC Magdeburg und verwies die Elbestädter auf den 3. Platz. Die sehr erfolgreiche Saison rundete der Gewinn der Hallenkreismeisterschaft ab.

 

Auch unsere F1-Junioren erreichten mit 14 Siegen in 14 Spielen den Staffelsieg in der Kreisliga. Beim Turnier um die Kreismeisterschaft enttäuschte die Mannschaft jedoch und wurde hinter Glauzig/Ostrau und Thalheim nur 3.

Was geschah sonst noch in der Saison 2008/2009?

Auch in diesem Winter veranstaltete die CFC-Nachwuchsabteilung eine Reihe von eigenen Hallenturnieren. Insgesamt gingen 16 Veranstaltungen über die Bühne.

Am 11. März 2009 wurde eine Damenmannschaft ins Leben gerufen. Fortan wird jeweils Montags und Mittwochs trainiert. Übungsleiter sind Marco Möllers und Matthias Janda. Zunächst stehen nur Testspiele (Kleinfeld) auf dem Plan, bevor man in der Saison 2010/2011 in die Punktspielserie starten will.

 

Am Freitag, 15. Mai 2009 schaffte der CFC einen Rekord. 847 Zuschauer verfolgten das Punktspiel gegen den SV Gölzau 1924. Eine Kulisse, wie schon lange nicht mehr.

Torwarttalent Florian Groß wechselte in die Bundesliga zum Halleschen FC und Tammy-Cate Schnelle schafft den Sprung zum Ausbildungsteam des Magdeburger FFC.

Ein Erfolg war auch die traditionelle Fußball-Lern-Schule des CFC. Veranstaltet wurde das Camp in diesem Jahr mit der Ilebiber Fußballschule aus Eilenburg.

Mannschaften, Platzierungen, Trainer der Saison 2008/2009

Mannschaft

Spielklasse

Platz

Trainer

1. Männer

Landesklasse 5

2. Platz

P. Franczack sen. (bis März 09: F. Hänsch)

2. Männer

Kreisoberliga

14. Platz

L. Rölecke (bis November 08: D. Müller)

3. Männer

Kreisklasse-West

9. Platz

A. Voigt

Damen

Freundschaftsspiele

-

M. Möllers

A-Junioren

Landesliga St. 3

1. Platz

W.Schmidt/F.Junge/T.Rinke

B-Junioren

Verbandsliga

13. Platz

L.Rölecke/M.Möllers/L.Lehmann

C-Junioren

Landesliga St. 3

10. Platz

S.Erdmann/S.Liebelt

D1-Junioren

Kreisliga

1. Platz

P.Straßburger/F.Hoffmann

D2-Junioren

Kreisliga

6. Platz

J.Czychi

E1-Junioren

Kreisliga

1. Platz

D.König/M.Kohn

E2-Junioren

Kreisliga

4. Platz

L.Rölecke/M.Möllers/V.Korwitz

E3-Junioren

Kreisliga

11. Platz

T.Gottschling

F1-Junioren

Kreisliga

1. Platz

H.J.Müller/M.Reichardt

F2-Junioren

Kreisliga

6. Platz

S.Hoffmann/I.Hönig/T.Tischendorf

G-Junioren

Freundschaftsspiele

-

F. Giebler/S.Hoffmann/B.Albrecht

 

 

 

 

 

 

 

Auch in die Saison 2009/2010 ging man mit dem Ziel, den Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. Peter Franczak sen. blieb Trainer der 1. Mannschaft. Der Saisonstart verlief zunächst etwas holprig. Nach einem 0:0 in Gölzau und einer 1:2-Heimniederlage gegen Mosigkau war man bereits früh unter Zugzwang. Den Germanen gelang eine Serie von zehn Spielen ohne Niederlage. In der Landesklasse setzten sich jedoch Rot-Weiß Kemberg und Grün-Weiß Piesteritz II deutlich ab. Am Ende stiegen die Kemberger auf. Der CFC belegte den 3. Platz. Im Kreispokalfinale unterlag man in Gröbzig der SG 1948 Reppichau mit 1:3.

 

Trainer Peter Franczak sen. beendete nach der Saison sein Engagement bei der 1. Mannschaft.

 

 

 

Unsere 2. Mannschaft

 

 

wird fortgesetzt....